| Kunst ist
eine Wissenschaft für sich!
Die Lange Nacht
der Wissenschaften 2009 an der Hochschule für Musik
Rund zwanzig Professorinnen, Professoren und Lehrende der
Hochschule gestalteten in der diesjährigen „Langen
Nacht“ gemeinsam mit über 60 Studierenden ein
abwechslungsreiches Programm und ließen so für
eine breite Öffentlichkeit Musikgeschichte lebendig
werden. Viele Besucher nutzten die Chance, einen Einblick
in den Unterrichtsbetrieb einer Musikhochschule zu erhalten
und kamen gezielt zu den offenen Unterrichtsangeboten und
moderierten Kurz-Konzerten, bei denen die Seminarräume
und Unterrichtsstudios der Hochschule aus allen Nähten
platzten.
Freunde der so genannten Alten Musik konnten unter anderem
ausgewählte Arien aus der Oper „Der Streit der
vier Jahreszeiten“ von Reinhard Keiser kennen lernen.
Das Studio für Alte Musik unter Leitung von Hartwig
Groth zeichnete hier verantwortlich. Die Cembalisten Oscar
Milani und Ralf Waldner widmeten sich einem der musikgeschichtlich
interessantesten und komplexesten Werke von Altmeister Johann
Sebastian Bach, der „Kunst der Fuge“.
Thomas Königs und Katrin Kafka spielten und erläuterten
Musik von Mauro Giuliani, dem „Mozart der Gitarre“.
Hier kam eine originale Biedermeiergitarre zum Einsatz.
Mozarts Klavierwerken ging Michael Syrbe, Studierender der
Klaviermethodik-Klasse von Ulrich Hench auf den Grund. Unter
dem Motto „Bin ich zu schnell?“ erläuterte
er Fragen der Tempogestaltung, auch dies eine Wissenschaft
für sich.
Einmalige Gelegenheit zu einem Einblick in ihren künstlerischen
Unterricht gaben sowohl der ehemalige Präsident der
Hochschule und weltberühmte Tenor Prof. Siegfried Jerusalem,
der mit seiner Gesangsklasse vertreten war, als auch der
gefeierte Pianist Prof. Wolfgang Manz, der mit seinen Studierenden
den Lange-Nacht-Schwärmern Werke aus dem klassisch-romantischen
Repertoire näher brachte. Der Ausnahmegeiger Prof.
Daniel Gaede nahm mit seinen Meisterschülerinnen berühmte
Violinmusik unter die Lupe. Beim romantischen Repertoire
blieb auch Ortrun Grahe, die mit ihrer Korrepetitionsklasse
unter dem Motto „Guten Abend, gut’ Nacht“
Volkslieder von Johannes Brahms aufführte.
Einen Schnelldurchlauf durch die Musikgeschichte erhielten
die Besucher der „Langen Nacht“ beim Gesprächskonzert
der Akkordeonklasse von Irene Urbach, in dem Studierende
Sololiteratur des 16. bis 21. Jahrhunderts präsentierten.
Unter dem Titel „Spitzbuben“ zeigten Viola Robakowski,
Ulrike Hannah Zeitz und Maryna Dorf (Fachbereich Elementare
Musikpädagogik) Ausschnitte aus ihrem aktuellen Chansonprogramm.
Die Jazzsaxophonisten der Hochschule präsentierten
nonstop Standards der Jazzgeschichte, bei dem Jazzpianisten
Johannes Billich hingegen konnte das Publikum ein ungewöhnliches
Projekt live erleben: den „calendario do som“
des brasilianischen Avantgardisten Hermeto Pascoal.
Wer nicht nur hören und sehen, sondern auch selbst
Hand anlegen wollte, konnte dies bei „Gjeite-Lok“
von Doris Hamann und Michael Forster tun und in einem Ad-hoc-Ensemble
aus ungewöhnlichen Klangerzeugern mitmusizieren.
Bis zum nächsten Mal!
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