1.1. Allgemeines
Investmentfonds stellen ein Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft
(KAG) dar. Der Geschäftsbetrieb eines Fonds ist darauf gerichtet,
eingelegtes Geld nach dem Grundsatz der Risikomischung in den nach dem
Gesetz zugelassenen Vemögensgegenständen gesondert in Wertpapieren
zu investieren.
Als gesonderte Anlageform kann auch in Immobilien investiert werden.
Das gesammelte Geld der Einleger wird im eigenen Namen der Fonds für
gemeinschaftliche Rechnung der Einleger investiert und über die hieraus
resultierenden Rechte der Anteilsinhaber werden Urkunden (Zertifikate,
Anteilsscheine) ausgestellt. Die Investmentzertifikate verbriefen ein Miteigentum
am Fondsvermögen mit einem Anspruch des Inhabers auf Erfolgsbeteiligung
und Anteilsrückgabe zum offiziellen Rücknahmepreis.
1.2. Fondstypen
Hinsichtlich der Art der Fonds kann zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden werden. Die in Deutschland üblichen offenen Fonds geben zur Erweiterung des Sondervemögens laufend neue Zertifikate aus. Geschlossene Fonds geben dagegen eine feststehende Anzahl von Anteilen aus.
Auf den grundlegenden Fondstypen aufbauend wird weiter unterschieden zwischen:
Die Charakteristika der einzelnen Fondstypen können Sie der Tabelle entnehmen:
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|
Sicherheit |
Liquidität |
Renditen |
Charakteristika |
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mittleres
bis
hohes Risiko, erfordern Risikobewußt- sein |
mittel-,
besser langfristiger Anlagehorizont
ab 8 Jahren |
langfristig hohe Wertsteigerungen, hauptsächlich aus Kursgewinnen | auf Grund
der Kursgewinne besonders
attraktiv; ertrags- stark; langfristig empfehlenswert; überwiegend inflationsneutral |
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|
mittleres
bis
geringes Risiko |
mittel-
bis lang- fristiger Anlage-
horizont ab 3 Jahre |
am Kapitalmarkt-
Zinsniveau orientiert |
geeignet
zur
Altersvorsorge; sicherheitsorientiert |
|
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mittleres Risiko | mittel- bis langfristiger Anlagehorizont ab 3 Jahre | Abhängig
vom Anlageschwerpunkt
ist der Erfolg mehr am Kapitalmarkt- Zinsniveau orien- tiert oder mehr an den Kurssteige- rungen der Aktien |
je nach
wirtschaft-
lichen Rahmenbe- dingungen können flexibel die Chancen eines Renten- und eines Aktien- engagements genutzt werden; Kompromiß zwischen Rendite und Sicherheit |
|
fonds |
minimal | kurz-
und
mittelfristig |
am Geldmarkt-
Zinsniveau orientiert |
meist
kein Ausgabe-
aufschlag; durch kurze Laufzeiten hohe Sicherheit; ideal zum "Parken von Geldern" und bei einer inversen Zinsstruktur |
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fonds |
minimal | mittel
bis
langfristig |
langfristig beständiger, kontinuierlicher Wertzuwachs | steuerlich
beson-
ders attraktiv; sehr sichere, inflations- neutrale Anlage |
Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland betrug
Ende '98 insgesamt rund 5,7 Billionen DM bei einer jährlichen Geldvermögensbildung
von ca. 240 Mrd. DM. Für den einzelnen privaten Investor ist es häufig
sehr schwierig, die richtige, erfolgreiche Geldanlage zu finden. Ständige
Informationsrecherchen und tägliche Dispositionen sind notwendig und
fordern in der Regel viel Zeit und Know-How vom Anleger. Diese Verantwortung
und Aufgaben nehmen professionelle Fondsmanager und -verwalter dem Anleger
ab.
Hinter der Idee der Investmentfonds steht ein einfaches, aber
geniales
Prinzip: Viele Anleger zahlen unterschiedliche Anlagebeträge in
einen Pool. Die Fondsmanager als Profis kaufen davon - je nach Ausrichtung
des Fonds - Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Geldmarkttitel oder Immobilien.
Für die Teilhaber des Fonds wird der Vorteil offensichtlich: Sie streuen
das Risiko und erhalten bereits ab geringen Beträgen eine bequeme
und professionelle Vermögensverwaltung - und zwar weltweit.

Als Vorteile der Ende '99 existierenden 1.474 Publikumsfonds deutscher Provenienz für den Anleger können angeführt werden:
2.1 Hohe Rentabilität:
Ertragsvergleiche zeigen, daß Sie mit Investmentfonds häufig besser abschneiden als mit anderen Anlageformen, insbesondere verglichen mit Einzel- bzw. Direktengagements. Vor allem mittel- und langfristig liefern Investmentfonds sehr gute Ergebnisse.
Bei Vergleichen einerseits der Fonds gleichen Typs untereinander sowie
andererseits mit Einzel- bzw. Direktengagements in Aktien und Renten sind
die Nebenkosten zu beachten. Insbesondere häufige Wechsel können
wegen der Differenzen zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreisen der Fondsanteile
die Renditen beträchtlich mindern.
Bei Aktienfonds z.B. liegt der Ausgabekurs häufig 5% über
dem Rücknahmepreis. Diese Differenz muß erst einmal aufgeholt
werden. Rentenfonds haben dagegen i.d.R. einen Ausgabeaufschlag von
"nur" 3%. Die Verwaltungsgebühren bei Fonds liegen i.d.R. bei
ca. 1% des investierten Vermögens. Derzeit bieten zahlreiche Direktbanken
und sog. Discount Broker günstige Konditionen.
2.2. Professionelles Fondsmanagement:
Das Sondervermögen wird von erfahrenen, professionellen Fondsmanagern angelegt, die sich täglich über die neusten Entwicklungen informieren und bei Bedarf auf Veränderungen der Marktlage sofort zu Ihrem Nutzen reagieren können. Das sog. Timing-Problem, die Bestimmung des Kaufs- und Verkaufszeitpunkts für die einzelnen Wertpapiere, wird dem Anleger abgenommen.
2.3. Sofortige Risikostreuung:
Ihr Kapital wird bei einer Investmentfondsanlage unmittelbar diversifiziert, denn es wird zusammen mit dem Kapital anderer Anleger in eine breite Palette attraktiver Anlageformen investiert. Sie erreichen dadurch eine Risikostreuung, die Sie bei der Einzel- bzw. Direktanlage im Allgemeinen nicht erzielen können.
Unter Risikodiversifikationsaspekten besonders interessant und effizient ist das sog. Fonds-in-Fonds- oder auch Dachfonds-Konzept. Hierbei erwirbt der Anleger Anteile eines Fonds, der seinerseits wiederum Anteile anderer Investmentfonds zeichnet. Das bedeutet, sie kaufen einen Fonds, sind aber durch das Konzept indirekt im Besitz mehrerer Fonds.
2.4. Anlegerschutz:
Die verantwortungsvolle Verwaltung und das Management des Sondervermögens
ist gesetzlich geregelt im Investmentgesetz. Den Schutz des Anlegers gewährleistet
die Kontrolle der Kapitalanlagegesellschaften durch das Bundesaufsichtsamt
für
das Kreditwesen in Berlin (BAKred)
i.V.m. dem Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG).
Fachleute sprechen vom "strengsten Investmentgesetz der Welt". Es verpflichtet
zur Anlagestreuung und verbietet unnütze Spekulationen.
2.5. Einfache Abwicklung:
Der Erwerb von Fondsanteilen ist ganz einfach. Viele Fonds bieten eine Zeichnung schon für 100 DM im Monat an. Außerdem spart eine Direktanlage bei den Investmentgesellschaften häufig nicht nur die Depotverwahrungskosten, sondern ermöglicht Ihnen obendrein auch ein schnelles und kostengünstiges Wechseln innerhalb einer Fondsfamilie.
2.6. Jederzeitige Verfügbarkeit:
Wenn Sie wollen, können Sie börsentäglich über Ihr
Geld verfügen, denn Mindestlaufzeiten oder Kündigungsfristen
gibt es bei Investmentfonds nicht.
Empfehlung: wegen der Differenzen zwischen
Ausgabe- und Rücknahmepreisen können allerdings häufige
Wechsel zwischen Fonds die Renditen beträchtlich mindern. Unter steuerlichen
Aspekten sollten die Fonds-Anteile mindestens 12 Monate gehalten werden.
Weiterhin sollte vor dem Hintergrund des Erwerbs von Renten- und insbesondere
von Aktienfonds ein langfristiger Anlagehorizont (min. 8 Jahre bei Aktienfonds)
beachtet werden.
Die oben genannten Vorteile lassen sich jedoch nur schwer alle gleichzeitig
in Einklang bringen:

Der Erwerb von Investmentfondsanteilen wird steuerlich begünstigt,
denn der Fiskus läßt die Wertsteigerung der Fondsanteile sowie
die im Fonds realisierten Kursgewinne weitgehend unangetastet (noch!) und
fördert das Investmentfondssparen mit einer Sparzulage
bis max. 160 DM (20% von max. 800 DM im Jahr) im Rahmen der Vermögenswirksamen
Leistungen. Investmentfondsanteile unterliegen weiterhin einem ermäßigten
Steuersatz von 0,5% anstelle von 1% bei Festgeld. Nicht alle Spekulationsgewinne
sind steuerpflichtig. Gegenwärtig werden nach §23 EStG nur diejenigen
Spekulationsgewinne besteuert, die 1.000 DM als Freigrenze übersteigen
und durch Veräußerung von Wertpapieren innerhalb von 12 Monaten
erzielt wurden. Immobilienfonds nutzen vor Allem die steuerlichen
Vergünstigungen auf die Objekte des Sondervermögens. Das ist
besonders interessant für Anleger, die ihre persönlichen Steuerfreibeträge
bereits voll ausgeschöpft haben.