‘Future Guide’ als didaktisches Prinzip

Anregungen zur Gestaltung multimedialer Lehr- und Lernarrangements


Aus: Wirtschaft und Gesellschaft, Heft 6/2000, Gehlen Verlag
Anlage-Alternativen für AzubisErste Projektergebnisse (Schülerarbeiten)
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Vorüberlegungen

Das Konzept ‘Future Guide’ knüpft an folgenden Vorüberlegungen an:


Grundlegungen I: Neue Medien und der Zwang zu anspruchsvollen Aufgabenstellungen

Von der bloßen Recherche zur komplexen Aufgabenstellung

Selbstverständlich ist es, insbesondere in Einführungs- und späteren Informationsgewinnungs- oder Zieldefinitionsphasen vernünftig und legitim, die Schüler/innen im Internet oder auf einer CD einfach herumsuchen und „herumschmökern“ zu lassen, ohne dass sie die gefundenen und gewonnen Infomationen sofort festhalten, speichern und weiterverarbeiten.

Nach allen bisherigen Unterrichtserfahrungen wird dies jedoch den Schüler/innen selbst nach kurzer Zeit langweilig. Will man ein Abdriften der Aktivitäten zu Chat und Mail beziehungsweise privat motivierten Internetnutzungen (Börsenkurse, Neuerscheinungen, Fußballverein, Moderatoren von Radiosendungen u.a.) vermeiden, kommt man automatisch nicht umhin, den Schüler/innen anspruchsvollere und komplexere Aufgaben zu stellen.

Dies beinhaltet im einfachsten Fall, dass man die Inhalte, die man im Internet oder auf der CD gefunden hat, in die Textverarbeitung zu überträgt und daraus ein Infoblatt, Arbeitsblatt oder eine Folienvorlage erstellt.

Für den Transfer in die Textverarbeitung spricht, dass den Schüler/innen das Anwenderprogramm in der Regel schon relativ vertraut ist, dass es Erweiterungen zulässt (Integration von Tabellenkalkulation, u.U. Abspeichern als Internetseite - dies allerdings in der Regel nicht ganz ohne Probleme und starke Qualitätseinbußen) und dass bei richtiger Konfiguration der EDV-Anlage bereits Links ins Internet möglich sind.

Differenzieren und Bewerten

Das Herbeiführen komplexer Auswahl- und Entscheidungssituation für die Schüler/innen ist zunächst keine Frage von offenen oder geschlossenen Fragestellungen oder gar Projektaufträgen - bereits eine normale Homepage eines kommerziellen Intenetanbieter enthält in der Regel so viele Informationen, Grafiken, Unterseiten und Zugriffsebenen, dass es für die Schüler/innen nicht einfach ist, Informationen zu finden und auszuwählen.

Speichern und Verarbeiten

Schon der Transfer der gewünschten Seiteninhalte und der Download und die Einbindung der Grafiken erfordert von den Schüler/innen multimediale Qualifikationen auf höherem Niveau (Anlegen eigener Verzeichnisse auf der Festplatte, Einfügen von .html-Grafiken usw.).

Die verlinkte HTML-Präsentation als Endziel

Schüler/innen der Sekundarstufe II beherrschen es binnen vier Unterrichtsstunden, eigene Internetseiten zu erstellen, zu gestalten und miteinander zu verlinken. Im einfachsten Fall geschieht dies mit dem Netscape Composer, dem Editierprogramm des Netscape Communicators, der kostenlos zu beziehen ist.

Internetseiten sind eine hervorragend geeignete, rasch erlernbare und universal einsetzbare Plattform für Präsentationen. Jeder Rechner mit einem Internetbrowser ist hierfür geeignet.

Sie können Bild- und Textelemente beinhalten, sind interaktiv steuerbar, erlauben Animationen und können bei Präsentationen von einer Eingangs- oder Gliederungsseite aus aufgerufen und im Fortgang aus gesteuert werden. Zusätzlich ist eine jederzeitiger Zugriff auf externe Internetseiten und eine problemlose Integration von Word-, Excel oder Powerpoint-Elementen möglich.

Ob man die Internetseiten tatsächlich auf einem Server ins Internet oder eine innerschulisches Intranet stellt, oder man sie nur via Diskette auf einem beliebigen Rechner aufruft und vorführt, ist hinsichtlich des Effekts für die Schüler/innen und externe Betrachter nahezu gleich.

Dennoch ist es für jeden, der Präsentationen via Internetseiten erstellt und einem Auditorium vorführt, unmittalbar einsichtig und erfahrbar, welches mächtige Instrument und welche entscheidenden Berufsqualifikationen er damit besitzt. Nicht wenige Unternehmen verlangen heute in ihrer innerbetrieblichen Ausbildung und selbst bei Vorstellungsgesprächen für eine spätere Übernahme eine Selbstdarstellung des Bewerbers. )
 

Grundlegungen II: Neue Medien und handlungsorientierter Unterricht

Eigenverantwortliches Lernen im sozialen Kontext

Natürlich kann es nicht Sinn der Neuen Medien sein, dass jeder Schüler nur noch vor seinem Gerät sitzt und individuell Wissen akkumuliert. Wissen und Fähigkeiten erhalten nur im sozialen Kontext ihrem Wert auch für das Individuum selbst. Es ist also nicht nur medienpädagogisch sinnvoll, dass die Schüler/innen ihre Arbeitsergebnisse in die Gruppe oder Klasse einbringen, und dass sich der Wert ihrer Arbeit auch nach Transfererfolg im sozialen Umfeld bemisst, dies stellt vielmehr eine unmittelbare Vorbereitung auf spätere Alltags- und Berufserfahrungen dar.

Zudem bietet gerade die Erarbeitung von Kenntnissen und Fähigkeiten bezüglich neuer Medien die besten Voraussetzungen für einen gemeinsamen Wissenerwerb und das Einbringen außerschulisch erworbener Fähigkeiten. Entscheidend für gegenseitige Hilfestellungen zwischen den Schüler/innen ist nicht der permanente Wechsel der Sozialform des Unterrichts (Allein-, Partner-, Gruppenarbeit), sondern das Vorhandenseins eines offenen Lernklimas, das es dem einzelnen Schüler erlaubt, jederzeit einmal die Hilfe seiner Nachbarin in Anspruch zu nehmen.

Diese Lernprozesse unter Schülern ohne zwangsläufige Hilfestellung des Lehrers sind edv-typisch, sie sind ebenso häufig in der Erwachsenen- und Berufswelt anzutreffen. )

Präsentation als Sozial- und Kommunikationskompetenz

Wenn das Endziel der Mediennutzung nicht der individuelle Wissenserwerb, sondern die Weitergabe der Informationen an Andere ist (Menschen, Mitschüler, Kunden usw.), sind zahlreiche weitere Qualifikationen erforderlich, die vielen Menschen zudem sehr schwer fallen:

Dies zeigt Anknüpfungspunkte für fächerübergreifende Unterrichtsprojekte und -vorhaben mit den Fächern Deutsch, Berufsbezogene Kommunikation und Sozialkunde sowie Religion/Ethik.

Projektarbeit als allgemeine Handlungskompetenz

Informationsgewinnung und -aufbereitung mittels CD, Internet, Telefon, Einscannen von Zeitungsartikeln usw. benötigen fast zwangsläufig mehrdimensional angelegte EDV-Qualifikationen sowie kritische, urteilende und gestaltende Fähigkeiten sowie die Motivation, die Fertigkeit auch zu erwerben und einzusetzen. Fast zwangsläufig ist auch, dass die Informationsaufbereitung zur Zusammenarbeit mit anderen führt (da nicht alle Schüler/innen gleich gut den Scanner bedienen können etc.).

Diese schon per se zwangsläufig nötige Handlungskompetenz auf seiten der Schüler/innen erhöht sich um so mehr, je offener die Aufgabenstellungen und die Projektziele werden. In dem Maße, in dem die Schüler/innen selbst die Unterrichtsziele definieren bzw. mitdefinieren, erhöhen sich insbesondere die erforderlichen sozialen und kommunikativen Qualifikationen.

Projekte erfordern Teamarbeit, die Zusammenarbeit in der Gruppe, gemeinsame Zielfindungen, den Umgang mit Kritik sowie die Fähigkeiten zur Meinungsäußerung und zur Diskussion. Dies sind hohe Anforderungen für jeden menschen, ob jung oder alt. Auch hier ist die fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Deutsch, Berufsbezogene Kommunikation, Sozialkunde und Religion/Ethik unabdingbar.
 

Grundlegungen III: Jugendliche Weltsicht und curricuale Zieldefinitionen

Perspektiven von Jugendlichen und Lernzielformulierung

Der Erfolg eigenverantwortlicher Projektarbeit von Schüler/innen hängt in hohem Maße von dem Verständnis für die Aufgabenstellung und von der Identifikation mit der Zieldefinition ab. Diese grundlegende Bedeutung intrinsischer Motivation gilt natürlich auch für andersartige Lernumgebungen und den Einsatz der EDV.

Schüleradäquate Aufgabenstellung kann heute aber nicht mehr bedeuten, dass man den Begriff Großraumbüro über „Wohnlandschaft“ und „Bürolandschaft“ vom elterlichen Sofa und der Nussbaum-Schrankwand herleitet, wie uns das noch in unserer Referendarzeit ans Herz gelegt wurde, sondern muss an jugend-, tramper-, teen- und junioradäquaten Erlebniswelten und Fragestellungen orientiert sein, um einmal Begrifflichkeiten der Deutschen Bundesbahn zu benützen.

Damit soll nicht der Reduzierung von Unterricht und Wissenserwerb auf funorientierte Knoff hoff-Elemente das Wort geredet werden, aber die Frageperspektive muss jugend- und lifestyleadäquat und damit verständlich sein. So stoßen Aufgabenstellungen, die auf staatliche Institutionen, Politiker, Verbände und Gewerkschaften abzielen, bei den Schüler/innen derzeit nur auf völlige Ablehnung und Desinteresse, auch wenn die Aufgaben- und Fragestellung kritisch oder orginell sind. Das trifft für auch viele andere Bereiche zu, die in der aktuellen Jugendkultur als ‘out’ und damit langweilig und uninteressant gelten.

Andererseits gibt es durchaus noch viele Jugendliche, die sich für konkrete Vorhaben und Projekte engagieren (Umwelttag, Jugendzentrum, Aktionen gegen Walfang, Naturschutzaktionen in der näheren Umgebung, Aktionen gegen Rechtsradikalismus, Hilfen für alte Menschen in der Nachbarschaft), dies ist aber stets punktuell, situationsbedingt und eventorientiert. Nach den Ergebnissen der o.g. Shell-Studie ist dies keine prinzipielle Disposition, sondern situations- und erlebnisbestimmt: In einer Lebensphase setze ich mich für mehr Bafög und weniger Autolärm ein, nach dem Einstieg in den Job kann sich meine Interessenslage übergangslos zu gegensätzlichen Positionen verschieben. Dies wird nicht als Bruch gesehen oder empfunden. )
Meine Schüler/innen (Auszubildende aus der Kreditwirtschaft) äußern vielfach zur Begründung ihrer Wahlentscheidung bei den Bundestagswahlen für die CSU: „Ich bin jetzt bei einer Bank - dort ist man konservativ!“

Das apolitische Selbstbild der Jugendlichen geht nach Beobachtungen mancher Kolleg/innen soweit, dass selbst die Schüler/innen, die sich in Projekten engagieren, die ihrem Inhalt nach unzweifelhaft politisch sind, sich mit Nachdruck dagegen wehren würden, dass sie etwas mit „Politik“ zu tun haben bzw. sich „politisch“ engagieren.

Politik gilt als verstaubt und „uncool“. Wenn dem aber so ist, dann laufen Unterrichtsprojekte zum Deutschen Bundestag oder den Nachwuchsproblemen der Grünen ins Leere. Sie müssen lifestiladäquat sein und sich an gängigen Trends orientieren: Rechtsradikalismus, Ozonschicht, Regenwald, Big Brother, Soap Operas, Ernährung, neuerdings auch wieder Partnerschaft, Ehe und Familie sowie Geldanlage und Absicherung im Alter. )

Jugendkultur und mediale Lösungswege

Für einen Jugendlichen von heute ist es völlig selbstverständlich, dass er zum Handy greift, um bei einem Radio- oder Fernsehsender anzurufen, wenn er etwas wissen möchte. Für einen Erwachsenen der Nachkriegsgeneration wäre so etwas völlig undenkbar gewesen. Das Medienzeitalter schafft zwar neue Stars und Unerreichbarkeiten (Michael Jackson), verringert aber auch die Distanzen zu den Göttern von einst („Herr Köpcke“).

Eine Schülerin des Jahres 2000 nimmt ihr Handy und ruft ihr Idol und ihren Lieblingssender einfach an, was dadurch erleichtert wird, dass man in der Medienwelt von heute zwar über weite Entfernungen agieren kann, dabei aber doch geschützt ist, da man nur am Telefon, im Chat und per Mail agiert. Dazu kommt noch, dass die Angst sich zu blamieren, weitgehend reduziert ist, da man so etwas rund um die Uhr im Fernsehen sieht und im Radio hört: Kaum jemand spricht noch Deutsch als Hochsprache, die Sprache von „Mundstuhl“  ) beherrscht die Talkshows, kaum jemand besitzt noch minimalste Kenntnisse über das, was einmal deutsche oder europäische Kultur definiert hat - ganz im Gegenteil, Unkenntnis und gesellschaftliche Ignoranz („Wer ist Shakespeare?“) wirken offenbar in höchstem Maße attraktiv!

Wie auch immer, für den Jugendlichen von heute ist der Einsatz aller denkbaren EDV-Geräte eine Selbstverständlichkeit, der sich auch Unterricht und Schule bedienen müssen, insbesondere dann, wenn man grundlegende Internetqualifikationen als „Kulturfertigkeiten“ definiert.

Wenn aber Internetnutzung mehr sein soll, als das Anklicken irgendwelcher Seiten, dann müssen mediale Lernumgebungen den intelligenten und kreativen Umgang mit den Neuen Medien erlauben und beabsichtigen. Dies können nur Lernarrangements leisten, die unterschiedlichste Medien (Fachbuch, Gesetzestext, gestaltetes Plakat, Pinnwand mit Infoseite, Präsentation einer animierten Grafik, Tabellenausdruck, Internetseite, Powerpoint-Animation usw.) in unterschiedlichsten Lernphasen und im Kontext anspruchsvoller Aufgaben nützen, die eine gemeinschaftliche Lösungsfindung erfordern.
 

‘Future Guide’ als multimediales, projekt- und handlungsorientiertes Lernarrangement

Das Konzept der gegenseitigen Beratung

Jugendliche von heute wollen ernst genommen werden und das Erlernte anwenden. Jugendliche von heute benötigen Orientierung in einer komplexen und sich rasch verändernden Umwelt.

Was liegt näher, als Jugendliche anderen Jugendlichen dabei helfen zu lassen?

Ziel von ‘Future Guide’ ist es, dass Schüler/innen einer Klasse anderen Schüler/innen bei ihrer Lebensbewältigung helfen.

Natürlich fragen Jugendliche im Zweifelsfall auch ihre Lehrer oder andere Erwachsene, alters- und gruppenadäquate Ansprechpartner genießen jedoch einen Vertrauensvorschuss.

Der Schüler als Fachmann

Insbesondere an berufsbildenden Schulen, aber auch in anderen Schultypen der Sekundarstufe II (z.B. Leistungskurs Wirtschaft oder Informatik) besitzen die Schüler/innen Kenntnisse, die anderen Jugendlichen bei ihrer Lebensbewältigung (z.B. soziale Absicherung im Alter, Einrichten eines Computers, Informationsgewinnung im Internet) helfen können.

So gibt es bereits erfolgreiche Projekte, in denen Schüler/innen ihren Ausbildern und Lehrern Grundkenntnisse des Internet beigebracht haben.

Schüler/innen einer Klasse und eines Berufsbereiches (z.B. Bank- oder Versicherungskaufleute) sind durchaus qualifiziert, anderen Klassen und Schüler/innen ihrer Schule (z.B. Steuer-, Automobil- oder Großhandelskaufleute) Informationen und Orientierungen zu vermitteln.

Inhalt von ‘Future Guide’ ist es daher, dass Schüler/innen Wissen und Orientierungen nicht von Lehrkräften, sondern von anderen Schüler/innen erhalten.

Die aktuelle Jugendwelt als Beratungsansatz

Es ist sicherlich nicht zufällig, dass Kreditinstitute Beratungsschwerpunkte für Geschäftsstellen mit überwiegend ausländischer Kundenstruktur mit Mitarbeitern besetzen, die aus diesem Kulturkreis stammen und eine dieser Sprachen sprechen, und dass man Beratungschwerpunkte für jugendliche Kunden mit ebenfalls jugendnahen Mitarbeitern besetzt.

Wenn überhaupt jemand an den Verhaltensdispositonen, Ängsten und Fragestellungen von Jugendlichen ansetzen kann, dann sind es sicherlich andere Jugendliche.

Schüler/innen einer Klasse und eines Berufsbereiches (z.B. Bank- oder Versicherungskaufleute) sind durchaus qualifiziert, anderen Klassen und Schüler/innen ihrer Schule (z.B. Steuer-, Automobil- oder Großhandelskaufleute) oder sogar anderen Schulen (Gymnasium oder Realschule) Informationen und Orientierungen zu vermitteln.

Konzept von ‘Future Guide’ ist es somit, dass Schüler/innen einer Klasse anderen Schüler/innen oder Klassen jugendadäqate Problemstellungen deuten, Informationen und Hilfen geben. Dies kann durch Präsentationen vor der Klasse, Sprechstunden, mediengestützten Vorträgen vor Schülergruppen o.ä. erfolgen.

Das Konzept des simulierten Ernstfalles

Unsere Schüler/innen wollen ernst genommen werden und das Erlernte anwenden. Viele Auszubildende stehen bereits täglich im Betrieb Kunden gegenüber.

Das Konzept von ‘Future Guide’ erlaubt es, betriebliche Realsituationen spielerisch und ernsthaft zugleich zu simulieren. Die Situation ist lebens- und altersnah, aber geschützt und korrigierbar.

Soziale Sicherung als Lifestyle-Frage

Als Projektinhalt bietet sich derzeit eine Fragestellung an, die Jugend- und Erwachsenenwelt in gleichem Maße bewegt: Die Zukunft der Rente und die soziale Absicherung im Alter. Diese Frage ist den Jugendlichen von heute durchaus präsent, erhält andererseits durch zukünftige Zwänge zur individuellen Zusatzversicherung ein zusätzliches Gewicht:
 

usw. usf.

Dieser Konzeptinhalt von ‘Future Guide’ definiert ein Lernfeld, das umfassende Qualifikationen der Schüler/innen erlaubt und umfassendes Detailwissen erzwingt, das einen breit angelegten und präzisen Wissenserwerb über Broschüren, Fachliteratur, Internet und Schulbücher voraussetzt, das für die Wissensverarbeitung und Vorbereitung der Präsentationen einen breit gestreuten Einsatz Neuer Medien (Tabellen, Schaubilder, Grafiken und Texte in Form von Word-, Excel-, Powerpoint- und Internetdarstellungen und -präsentationen) und zugleich die Vorbereitung von Vorträgen, Beratungssituationen, Gesprächsverläufen, Argumentationsmustern und Überzeugungsstrategien erzwingt.

‘Future Guides’ als Helfer in komplexen Arbeits- und Lebenswelten

Das Konzept ‘Future Guide’ erlaubt es, betriebliche Realsituationen spielerisch und ernsthaft zugleich zu simulieren. Die Situation ist lebens- und altersnah, aber geschützt und korrigierbar.

Es ist jederzeit auf andere Lernfelder übertragbar. Denkbar wären z.B. einige der o.g. Themenstellungen:

Das Konzept ‘Future Guide’ ist damit ein umfassend angelegtes und  variabel einsetzbares Lernarrangement für eine jugendadäquate Implementierung Neuer Medien in den Alltagsunterricht an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen der Sekundarstufe II.

Peter Kührt

Der Autor ist Lehrer an einer Berufsschule, Beauftragter für EDV-Fortbildung beim Amt für Berufliche Schulen und Schulpädagogik der Stadt Nürnberg, Mitbetreuer des Nürnberger Kultur- und Bildungsservers und Lehrbeauftragter des Studienganges „Multimedia Didaktik“ der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg.

Vgl. auch:
Kührt, Peter; ‘Future Guide’ als didaktisches Prinzip, Zur Gestaltung handlungsorientierter und multimedialer Lernumgebungen, in: Gerd Schweizer / Helmut M. Selzer (Hrsg.), Methodenkompetenz, Lehren und Lernen - Beiträge zur Methodendidaktik in Arbeitslehre, Wirtschaftslehre, Wirtschaftsgeografie, Beiträge zur fachdidaktischen Forschung, Band 3, Röll Verlag, Dettelbach 2001
 
 

Aktuelle Untersuchung

Nach einer neueren Studie der  IG Metall (Held/Bibouche, Uni Tübingen, Befragung von 1024 Arbeitnehmer/innen aus Metall-, Elektroindustrie und Handwerk) könne bei jugendlichen Arbeitnehmer/innen keine Rede mehr von Spaßgesellschaft sein, Arbeit gehe vor in allen Bereichen! Viele wissen, dass sie nur ein paar Jahre im Betrieb bleiben können. Trotzdem identifizieren sie sich stark mit dem Unternehmen. Die Anforderungen der Flexibilität werden akzeptiert.

Als geradezu katastrophal wird die politische Bildung eingeschätzt. In der Studie ist sogar von "politischer Verwahrlosung" die Rede.

Die jungen Arbeitnehmer/innen haben ein sehr enges Politikverständnis. Sie begreifen nur das als Politik, was von Politikern gemacht wird. Deren Arbeit wird wiederum überwiegend schlecht bewertet. Politiker werden nach dem Motto "Alle korrupt!" über einen Kamm geschoren.

Die IG Metall zieht daraus den Schluss, dass ihren jungen Mitgliedern verstärkt politisches Basiswissen vermittelt werden muss.

Laut Studie sind 11 % der Befragten in Gewerkschaften aktiv, 50 % in Vereinen. Dabei haben die jungen Leute keine idealistischen Motive mehr, sondern pragmatische Gründe: "Was springt für mich dabei heraus?" Dies fragen auch junge Gewerkschaftsmitglieder.

(Vgl. Nürnberger Nachrichten v. 13.03.2002)

 
 

 
   
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