Schulen ans Netz made in Nürnberg
Ein Konzept des Amtes für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg (SchB)

2.5 Schulinterne Fortbildung und EDV-Lehrerfortbildung

Wo liegen die Ziele einer Internetunterweisung für die Lehrkräfte
beruflicher Schulen?

1) Wir wollen möglichst viele der Kolleg/innen dazu bekommen, daß
sie Internet und E-Mail selbst für sich erproben und ab und zu oder
regelmäßig nutzen.

2) Wir wollen einzelne Kolleg/innen oder Gruppen dazu bekommen,
daß sie Lösungen für den Einsatz von Internet und E-Mail in ihrem
Unterricht entwickeln und diese an die Kolleg/innen weitergeben.

3) Wir wollen möglichst viele der Kolleg/innen befähigen und sicher
machen, daß sie den Schüler/innen nicht nur im Fachunterricht
Einsatzmöglichkeiten von Internet und E-Mail demonstrieren,
sondern diese in Einzel-, Partner-, Gruppen- oder Projektarbeit auch
selbst erproben lassen, natürlich eng verzahnt mit den aktuellen
Unterrichtsinhalten.

4) Wir wollen einzelne Kolleg/innen oder Gruppen dazu bekommen,
daß sie sich in Teams, aber auch mit einzelnen Schüler/innen oder
Projektgruppen z.B. in einem Wahlunterricht an weiterführende
Internetprojakte heranwagen (z.B. Schreiben von Schülerseiten unter
der Schul-Internet-Adresse).

5) Wir wollen einzelne Kolleg/innen oder Gruppen dazu bekommen,
daß sie die Internetanbindung der Schule verwalten und die Seiten
ihrer Schule im Internet gestalten. In diesem Zusammenhang ist
auch eine Zusammenarbeit mit einzelnen Schülern oder
Schülergruppen oder auch Betrieben denkbar.

2.5.1 Schulinterne Fortbildung

Die pädagogische Umsetzung neuer Ausbildungsinhalte und -formen
steht und fällt mit der Akzeptanz im Kollegium und der Praktikabilität
im Alltags-unterricht. Deswegen ist zu einem möglichst frühen
Zeitpunkt das angestrebte Internetkonzept der Schule dem Kollegium
vorzustellen, im Kollegium zu diskutieren und auf seine
Alltagstauglichkeit zu hinterfragen. Hierzu eignet sich eine
pädagogische Konferenz (bzw. schulinterne Lehrerfortbildung).

Eine erste solche Konferenz hat im Januar 1998 bereits an der
Berufsschule 4 stattgefunden. Die große Mehrzahl der Kolleg/innen
stimmte für das Konzept. Viele Kolleg/innen erklärten sich überdies
spontan zur ativen Mitarbeit bereit.

Weitere Schulen sollen folgen, um eine breite pädagogische Diskussion
anzustoßen. Die Einbeziehung der Schulen und Systembetreuer, aber
auch aller Kolleg/innen und selbstverständlich der
Personalvertretungen ist in vollem Umfang gegeben (vgl. eine
Fragebogenaktion vom Dez. 1997 in Anlage 5!).

2.5.1.1 Fortbildung im Kollegium

Für ein reines Herumsurfen im Netz dürfte eine kurze Einweisung als
erste Annäherung an das neue Medium bzw. als 'Appetithappen'
genügen (z.B. 2 - 4stündige Fortbildung am Schuljahresende).

Nach einiger Zeit sollten dann weitere Fortbildungen mit folgenden
Schwerpunkten angeboten werden (z.B. halbjährlich):

- Suchmaschinen (Such-Aufgaben des Nürnberg-Kollegs) u.
Datenbankrecherche nebst Anfordern von Unterrichtsmaterialien
- Vorstellen konkreter Unterrichtskonzepte für einzelne Fächer
oder Berufsbereiche
- Vorstellen der Seiten auf dem Server u. Schreiben von
HTML-Seiten
- Vorstellen bestimmter Inhalte (z.B. Banking)
- E-Mail mit Anhängen von Dokumenten

Darüber hinaus erscheint es sinnvoll, Arbeitsgruppen (AGs) zu
initiieren, um
(a) pädagogische Anwendungen zu entwickeln
(b) die Internetseiten der Schule zu pflegen
(c) eine Schülerneigungsgruppe (Wahlkurs) anzustoßen.

Für die AGs (a) und /(b) sollte es Entlastungsstunden geben
(schulinterne Ausschreibung!), (c) könnte als normaler Wahlkurs
laufen. Die Fortbildungen könnten teilweise offen über das PI
angeboten werden.

Das gesamte Vorhaben sollte im Rahmen einer pädagogischen
Konferenz von der Zielsetzung her erläutert und diskutiert werden.

2.5.1.2 Vorbereitung der pädagogischen Umsetzung

Die unter (a) genannte Arbeitsgruppe sollte für einige wichtige
Bereiche (Staatliche Institutionen, Zeitungen, Messen, Bankverkehr,
Anforderung von Materialien u.v.m.) Internetseiten erkunden und auf
den Server herunterladen.

Die Kolleg/innen erhalten dann eine Auflistung mit wichtigen
Internetseiten.
U.U. wäre zu überlegen, ob man diese Seiten nicht auf CD brennen
sollte (B1 oder NKG), um mit CDs das Internet zunächst simulieren zu
können (allerdings veralten diese relativ schnell und der Zugriff ist
langsamer!).

Außerdem sollte ein kurzer Leitfaden für alle Kolleg/innen erstellt
werden, wie man die ersten 8 - 12 Unterrrichtstunden gestalten könnte,
und wie man die Internetanbindung im EDV-Raum und in der
Lehrerbibliothek startet.

Die Fachbetreuer und FB-Leiter sollten zudem periodisch wichtige und
aktuelle Internetseiten anwählen und die Inhalte im Lehrerzimmer
aushängen. Letzteres können natürlich auch interessierte Kolleg/innen
tun.

2.5.1.3 Schulinternes Fortbildungskonzept im Überblick

- Vorstellen und Diskutieren des Konzeptes (Pädagogische Konferenz)

- Initiierung der Lehrerarbeitsgruppen, um
a) pädagogische Anwendungen zu entwickeln
b) die Internetseiten der Schule zu pflegen
c) eine Schülerneigungsgruppe (Wahlkurs) anzustoßen

- kurze Ersteinweisung (z.B. 4stündige Fortbildung am
Schuljahresende)

- Verteilen von Materialien und Informationen an die Kolleg/innen

- halbjährliche Fortbildungen auf des Basis der Ergebnisse der AGs

Mögliche Schwerpunkte:
- Suchmaschinen
- Datenbankrecherche
- Unterrichtskonzepte
- Schreiben von Internetseiten
- Vorstellen bestimmter Inhalte (z.B. Home-Banking)
- Vorstellen von Unterrichtskonzepten (z.B.
Industriebetriebslehre)
- Präsentation der Arbeitsergebnisse der
Schülerneigungsgruppe

2.5.2 Schulübergreifende Fortbildung

Es versteht sich von selbst, daß in dieser Aufbruchs- und
Umbruchsphase bezüglich der Verwendung von Internet SchB und PI
weiterhin Fortbildungs-maßnahmen für Anfänger und Fortgeschritte
anbieten und einen Erfahrungs-austausch der Fortgeschrittenen und
Systembetreuer ermöglichen müssen. 'Schulinterne' Fortbildungen
könnten bei benachbarten Schulen auch verzahnt werden, um eine
verstärkte Kommunikation und Zusammenarbeit der Kollegien
anzuschieben.

Bisher wurden DV-Kurse von SchB und PI auf vier Ebenen angeboten:

- Einführung für Anfänger (z.B. Suchen im Internet mit
Findemaschinen, Schreiben von Web-Seiten)

- Vorstellen von Unterrichtskonzeptionen (z.B. Verwendung der
Internetseiten von Focus und Spiegel im Deutsch oder
Sozialkundeunterricht an Wirtschaftschulen)

- Arbeitskreise für alle Internet-Interessierten, die an ihren Schulen
Entwicklungen anstoßen möchten (Vorstellen von konkreten
Vorhaben und Lösungen an einzelnen Schulen, z.B. offline-Surfen in
zwei EDV-Räumen und mit mobilen Einheiten in fünf Fachräumen
auf Beispiel der staatlichen FOS)

- Arbeitskreise für alle Internet-Systembetreuer, die an ihren Schulen
Internet-Lösungen einrichten wollen (Vorstellen der Linux-Lösung
von SchB).

Die Ausrichtung dieser bislang etwa 30 schulübergreifenden
Fortbildungs-maßnahmen in den Schuljahren 1996/97 und 1997/98
erscheint nach wie vor richtig und zweckmäßig. Sie sollte beibehalten
und noch ausgebaut werden.

Naturgemäß wurden die bisherigen Veranstaltungen überwiegend von
Internet-'Neugierigen' und 'altgedienten' Systembetreuern besucht, da
an den Schulen ja überwiegend noch keine Nutzungs- und
Einsatzmöglichkeiten bestehen. Es ist zu erwarten, daß mit
beginnenden Nutzungsmöglichkeiten die Nachfrage nach Internet-
Hilfen und Internet-Kursen noch deutlich ansteigen wird.

Da zunehmend die Erfahrung gemacht wird, daß viele Schulen an einer
Internetanbindung zwar großes Interesse haben, daß sich dies jedoch
i.d.R. nur auf einzelne Aktive und überwiegend auf technische Fragen
bezieht, werden SchB und PI ab Sept. 1998 außerdem einen neuen
Baustein der schulinternen Lehrerfortbildung im Rahmen des
pädagogischen Schulentwicklungs-konzeptes anbieten: Internet als
pädagogische Entscheidung! In dieser von Schulen abrufbaren
Nachmittags- oder Ganztagesveranstaltung soll versucht werden, die
Interneteinführung als eine pädagogische Entscheidung des gesamten
Kollegiums zu thematisieren, zu diskutieren und letztlich zu
entscheiden und zu planen.


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(Ein Projekt des Amtes für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg)
 

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