Schulen ans Netz made in Nürnberg
Ein Konzept des Amtes für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg (SchB)

2.4 Pädagogische Umsetzung im Unterricht

2.4.1 Pädagogische Zielsetzung

Für das berufsbildende Schulwesen, das ja überwiegend auf dem
Teilzeitunterricht im Dualen Ausbildungssystem basiert, scheinen
folgende Ziele realistisch zu sein:

- Wir wollen den Schüler/innen im EDV-Unterricht die wichtigsten
Grundfertigkeiten bezüglich Internet und E-Mail beibringen, ihnen
Einsatzmöglichkeiten im Alltag demonstrieren und diese neuen
Medien dabei kritisch hinterfragen.

- Wir wollen den Schüler/innen im Fachunterricht
Einsatzmöglichkeiten von Internet und E-Mail demonstrieren oder
wenn möglich, sie diese selbst erproben lassen. Dabei ist eine
möglichst enge Verzahnung mit den aktuellen Unterrichtsinhalten
anzustreben sowie ein möglichst selbstätiges und
eigenverantwortliches Lernen der Schüler/innen in Einzel-, Partner-,
Gruppen- oder Projektarbeit.

- Wir wollen darüber hinaus versuchen, mit einzelnen Schüler/innen
oder Gruppen im Wahlunterricht sowie in Ganztagsschulformen,
Übungsfirmen usw. weiterführende Einsatzmöglichkeiten und
Projekte für Internet und E-Mail zu entwickeln (z.B. Schreiben von
Schülerseiten unter der Schul-Internet-Adresse, Kontakte mit
Partnerschulen, Suche nach Arbeits- oder Lehrstellen im
Zusammenhang mit dem Arbeitsamt). Dabei kann, soweit interessiert
und vorhanden, auch die SMV eine Rolle spielen.

- Wenn man davon ausgeht oder zumindest die Vision hat, daß alle
Menschen Internet und E-Mail als "Kulturfertigkeiten" erlernen
sollen, sollten trotz aller bislang noch vorhandenen Bedenken unsere
Schüler/innen als Fernziel eines Tages einen öffentlich zugänglichen
Internetzugang erhalten, an dem sie diese Fertigkeiten
eigenverantwortlich entwickeln, erproben und realisieren können.

2.4.2 Unterrichtsinhalte und Unterrichtsaufbau

Eine 12stündige Unterrichtssequenz im EDV-, Rechnungswesen- oder
Sozialkundeunterricht der 12. Klasse an einer Berufsschule könnte wie
folgt aussehen:

a) Die Schüler sollten in ca. vier Stunden mit praktischen,
unterrichtsnahen Beispielen und Aufgabenstellungen an das Internet
herangeführt werden:

- Zeigen des Navigators
- Anwählen einzelner Seiten
- Anwählen von Verweisen
- Bookmarks
- Suchen und Finden mit Suchmaschinen
- Absenden und Erhalten von E-Mails.

E-Mailing kann unter Linux nur von Platz zu Platz simuliert und
geübt werden. Ein reales Mailing ist nur vom Lehrerarbeitsplatz aus
möglich.

Als Inhalte sollten die Kolleg/innen i.d.R. ihre aktuellen
Unterrichtsinhalte nehmen, also z.B. Politik oder Börse zu Beginn
der 12. Bank-Klassen, Direktkontoführung und Internetbanking aber
auch Sozialversicherungen in einer 11. Bank-, Versicherungs-,
Industrie- oder Großhandels-Klasse.

b) Diese Fertigkeiten können anschließend anhand konkreter Aufgaben
für die Schüler selbsttätig geübt werden (Aufgaben und Projekte mit
vorbereiteten Seiten auf dem Server und Schwerpunkten wie z.B.
Institutionen, Politik, Gewerkschaften, EU, Aktuelles,
Wirtschaftspolitik, Unternehmensnachrichten, einige englische
Seiten u.v.m.). Evt. anschließend auch einige Suchaufgaben auf dem
Server oder einer CD (Zeitumfang mind. 2 - 4 Std. / geteilte
Klassen)

c) Die erworbenen Fertigkeiten können anschließend im freien Suchen
im Netz umgesetzt werden. Auch dies sollte überwiegend anhand
vorbereiteter Suchaufgaben (z.B. Suchaufgaben des Nürnberg-
Kollegs im Internet) oder zumindest mit konkreten Zielsetzungen
(Aufbau der Stadtverwaltung, städtischer Haushalt, eigener
Bundestagsabgeordneter, CD-Angebote der Stadtbibliothek,
Aussuchen eines Filmes bei den Landesfilmdiensten für die
Vorweihnachtszeit, Hauptstadt von Sachsen-Anhalt etc.) erfolgen,
die ja zusammen mit den Schülern definiert werden können.
(Zeitumfang mind. 2 - 4 Std. / geteilte Klassen)

d) Im Zusammenhang mit konkreten Projekten könnte später auch ein
echtes E-Mailing und ein Datentransfer in Frage kommen
(Herunterladen von Programmen und Dateien, Anfordern von
Material durch Schüler/innen, Kontakte mit anderen Schulen, evt.
auch im Fremdsprachenbereich bzw. beim Besuch von
Partnerschulen). Dies könnte dann vom 'öffentlichen Rechner' aus
praktiziert werden (oder vom Lehrerarbeitsplatz oder von der
Lehrerbibliothek aus).


........Schulen ans Netz made in Nürnberg

(Ein Projekt des Amtes für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg)
 

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