Schulen ans Netz made in Nürnberg
Ein Konzept des Amtes für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg (SchB)

2.6. Veränderung der schulischen Rahmenbedingungen

Wollen wir einen flächendeckenden Interneteinsatz im beschriebenen
Ausmaß, dann zieht dies zwangsweise eine Veränderung der
innerschulischen Organisationsformen nach sich. Bereits heute arbeiten
die Systembetreuer an den großen Berufsschulen am obersten Limit
ihrer Kenntnisse und ihrer psychischen und physischen
Belastungsfähigkeit, wenn sie neben ihrem Unterricht noch z.B. drei
mit Novell vernetzte EDV-Räume mit Dutzenden von Programmen
unterschiedlichster Anwender- und Branchensoftware zu betreuen
haben, oftmals noch die Schulverwaltungs- und
Datentransferprogramme im Sekretariat innerhalb eines Windows-für-
Workgroups-Netzes und nicht selten auch noch die
Statistikanwendungen für Schulleitung und Regierung.

Allein diese Aufzählung verdeutlicht schon, daß diese Anforderungen
weder mit Höherdotierung bei gleicher Unterrichtsverpflichtung noch
mit einer Stundenentlastung von ein oder zwei Unterrichtsstunden ohne
Höherdotierung vernünftig leistbar sind, geschweige denn, daß die
Arbeit der Betreuer dauerhaft zu innovativen pädagogischen Impulsen
für die Schulen und die Kollegien führen kann. Man kann sogar mit
einiger Berechtigung vermuten, daß schon heute manche Schulen ihre
EDV-Anlagen dauerhaft nicht mehr betreiben könnten, wenn der eine,
völlig überlastete Systembetreuer einmal ausfällt.

Wenn jetzt auch noch Inhouse-Netze mit Linux-Emulationen oder
schulische Gesamtnetze auf der Basis von NT-Servern und die
permanente Betreuung des Internetangebots und der Internetsoftware
hinzukommen, dann ist dies für die Systembetreuer in den Schulen
nicht mehr zu bewältigen.

Eine Umsetzung anspruchsvoller Internetlösungen im Schulbereich ist
daher nur möglich, wenn entweder
qualifizierte Stellen für die Netzwerk-, Software- und Hardware-
Betreuung an den einzelnen Schulen oder schulübergreifend
inclusive Vertretung und Nachfolgeregelungen geschaffen werden
oder die betroffenen Kolleg/innen an den Schulen deutlich von ihrer
Unterrichtsverpflichtung entlastet werden oder die Netzwerk-, Software- und Hardware-Betreuung ganz und generell von externen Stellen, also z.B. EDV-Unternehmen, Bürgervereinen etc. übernommen wird.

Eine Mindestlösung wäre dergestalt denkbar, daß beim Amt für
Berufliche Schulen und Schulpädagogik je eine halbe Stelle für die
EDV-Betreuung der Schulen hinsichtlich Internetbetreuung und
hinsichtlich Netzwerkbetreuung geschaffen wird.
Zusätzlich müssen die EDV-Betreuer an den Schulen in
nennenswertem Umfang entlastet werden (z.B. mit vier
Wochenstunden an großen, mit zwei Wochenstunden an kleinen
Schulen - vgl. die Kostenaufstellung unter Punkt 2.3.2).

Kann eine derartige Lösung nicht realisiert werden, wäre es konsequent
und u.U. sinnvoller, darüber nachzudenken, ob man nicht dem
Bildungszentrum oder dem Medienzentrum 'Parabol' ein Zuschuß
gewährt und damit die Möglichkeit schafft, daß Berufliche Schulen die
dort befindlichen Internetangebote nutzen können.
Daß dies dann mehr auf eine Demonstration der neuen Medien und
nicht auf eine Vermittlung und Einübung von Kulturfertigkeiten
hinauslaufen wird, versteht sich von selbst.


........Schulen ans Netz made in Nürnberg

(Ein Projekt des Amtes für Berufliche Schulen der Stadt Nürnberg)
 

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