Pressespiegel: Dr. Peter Kührt

 

 

Dr. Peter Kührt - Amt für Berufliche Schulen und Schulpädagogik der Stadt Nürnberg
 

Nürnberger Zeitung vom 24.07.98

Dr. Peter Kührt - Amt für Berufliche Schulen und Schulpädagogik der Stadt Nürnberg

Nürnberger Nachrichten vom 24.07.1998

Dr. Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg

Nürnberger Nachrichten vom 06.07.1999

Dr. Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg

Nürnberger Zeitung vom 08.05.2000

Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg

Nürnberger Nachrichten vom 08.05.2000

Dr. Peter Kührt - Amt für Berufliche Schulen und Schulpädagogik der Stadt Nürnberg

Nürnberger Nachrichten vom 26.09.2001
 

Dr. Peter Kührt - PH Schwäbisch Gmünd

 

(Rems-Zeitung v. 16.11.02)

 


Gmünder Tagespost, 26. Juni 2004

PILOTPROJEKT / Wenn sich junge Menschen in die Lage des Firmenchefs versetzen

Schüler erkennen eigene Fehler

VON SWEN THISSEN

53 Bewerbungen lagen bei der Gmünder Firma Umicore auf dem Tisch. Einen geeigneten Azubi fand man aber nicht. In einem Pilotprojekt beschäftigte sich die KIasse 9c der Schiller-Realschule mit der Realität auf dem Arbeitsmarkt und erkannte dabei auch die eigenen Fehler.

SCHWÄBISCH GMÜND

Dr. Peter Kührt nennt es "einen pädagogischen Trick". Der Vertreter der Professur für Wirtschaftswissenschaften an der Gmünder PH betreute das Projekt der Schüler und verfasste dazu die wissenschaftliche Arbeit "Keine Azubis für Umicore?" über die neue Art der Unterrichtsgestaltung, bei der sich die Neuntklässler als Unternehmensberater versuchten: Was könnte Umicore tun, um genügend geeignete Bewerberinnen oder Bewerber zu finden? Darüber machten sich die Schüler Gedanken und suchten nach Ideen, was die Firma besser machen könnte. "Es sind einige interessante Ansätze erarbeitet worden", sagt Firmen­Verwaltungsleiter Karl Hieber. Das Ziel aus Sicht der Lehrer war aber ein anderes: Die Schüler sollten sich mit den Bewerbern - die sie in wenigen Monaten selbst sein können - beschäftigen und dabei die eigenen Fehler erkennen: Woher kommt der Trend zu kaufmännischen Berufen (53 Bewerbungen auf zwei Industriekaufmann-Stellen bei Umicore, eingestellt wurde keiner), während kaum Interesse an technischen Ausbildungsplätzen besteht (zwölf Bewerber auf zwei Galvaniseur- und eine Chemikanten-Stelle)?

Falsche Schwerpunkte

"Die Schüler haben oft überzogene Erwartungen oder setzen falsche Schwerpunkte", so Kührt. Helfen würde da nur die Information, dass es auch andere interessante Berufe gibt, für die die Schüler deutlich besser qualifiziert sind.

 Mit dem Projekt brachte die betreu­ende Referendarin Karin Linck, mit Un­terstützung von Martin Stengelin vom Staatlichen Seminar für schulpraktische Ausbildung, ihre Schüler dazu, sich mit der Realität auseinander zu setzen. Alle 30 Schüler nahmen freiwillig einen ganzen Tag an dem Projekt Teil", so die angehende Lehrerin. Ich war positiv über­rascht, wie motiviert die Schüler mitmachten." Antrieb sei dabei gewesen, dass Hieber sich die Vorschläge der Schüler interessiert anhörte und die Arbeit bis dahin erledigt sein musste.

Für andere Schulen

Das Pilotprojekt ist erfolgreich ver­laufen, nun soll das Konzept an andere Schulen weiter gegeben werden. "Wir müssen den Schülern öfter die Realität nahe bringen", bilanzierte Konrektor Klaus Offenhäuser. "Zeit für solche Pro­jekte gibt es." Dass sich die Mühe lohnt, haben die Schüler bewiesen: Wenn engagierte Schüler und Lehrer sich in Zusammenarbeit mit Firmen mit der Reali­tät auseinander setzen, profitieren alle Seiten von den Ergebnissen.

http://dguvlug.de/dyn/bin/297728297779-3-projektbeschreibung.pdf (aktualisierter Link)


Rems Zeitung, 26. Juni 2004

Schiller-Realschule beteiligt sich an Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule

Wenn Schüler als Unternehmensberater tätig werden

VON TANJA BULLINGER

 Schwäbisch Gmünd - "Und der Herr Hieber kommt dann auch wirklich?", eine Frage, die in der 9c der Schiller-Realschule kürzlich häufig etwas ungläubig gestellt wurde. Nicht allein, dass die Schüler als "Unternehmensberater" erarbeiten sollten, wie Umicore-Galvanotechnik (ehemals Degussa) weniger gefragte Ausbildungsberufe bekannter machen und wie sie fähige Azu­bis bekommen kann - der Personalchef des Unternehmens wollte dann tatsächlich auch die Ergebnisse der jungen Leute persönlich anhören.

Sicher auch ein Grund dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler besonders ins Zeug legten - und das zum großen Teil in ihrer Freizeit. Im Rahmen eines Projekt­tages erörterten sie die Probleme des Un­ternehmens, wählten dann zentrale Frage­stellungen aus und bearbeiteten diese in Kleingruppen. "Warum organisieren sie nicht auch mal ein Schulfest mit?" war zum Beispiel eine der Anregungen, die für Karl Hieber am überraschendsten war. Letztendlich wurden dann auch gleich alle Ergebnisse ins Internet gestellt.

Dabei ging es bei diesem Projekt eigent­lich vordergründig gar nicht um die Pro­bleine des Unternehmens. "Wir wollen, dass die Jugendlichen einen anderen Blickwinkel einnehmen, den der Unternehmen, und darin dadurch auch ihre eigene Situation reflektieren", erzählt Dr. Peter Kührt von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Die Arbeit mit den Schiller-Realschülern ist nämlich Teil eines von ihm geleiteten Forschungsprojekts.

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Problem am Ausbildungsmarkt nicht allein darin besteht, dass Firmen nur zu­rückhalten Lehrstellen anbieten", so Kührt, vielmehr hätten die Unternehmen oft das Problem, genügend geeignete Bewerber zu finden. Und dabei handle es sich hier keinesfalls um überzogene Erwartun­gen, sondern um dringend notwendige Grundvoraussetzungen. Demgegenüber sei die Erwartungshaltung der Schüler oft äußerst unrealistisch. Es gebe Schüler, die nach einem Jahr Excel-Unterricht noch nicht einmal die einfachsten Funktionen beherrschten, aber dennoch den Berufswunsch Systembetreuer hegten, nannte er als Beispiel.

Nicht nur Trendberufe

Um ihnen einen realistischeren Blick auf die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln, außerdem zu erreichen, dass sie den Focus nicht nur auf die typischen Trendberufe richten, sondern ihren Blick erweitern reiche es seiner Meinung nach nicht aus, weitere Beratungsangebote und Hilfestellungen durch die Agentur für Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Dass sein "pädagogischer Trick", die Jugendlichen die Unternehmerperspektive einnehmen zu lassen, tatsächlich sinnvoll ist, das zeigte sich ganz konkret an der Schiller-Realschule.

Hier arbeitete Kührt intensiv mit Karin Linck, derzeit Referendarin an der Schiller-Realschule, zusammen, und mit deren Ausbildungsleiter am Staatlichen Seminar für Schulpraktische Ausbildung Schwäbisch Gmünd Martin Stengelin.

 Sogar Freizeit geopfert

Eigentlich, so erzählt Karin Linck, sei das Projekt auf vier Tage angelegt, "wir mussten im Großen und Ganzen mit einem Tag auskommen", erzählt sie. Obwohl die Teilnahme in der Freizeit freiwillig war, haben alle 30 Schüler der 9c mitgemacht, zeigte sich Karin Linck stolz. Und die Schüler, so betont sie, seien mit Feuereifer an die Sache herangegangen. "Sicherlich hatte das auch etwas mit dem angekündigten Besuch von Herrn Hieber zu tun", meint sie, schließlich wollte die Klasse bis dahin brauchbare Ergebnisse liefern kön­nen. Dass die Schüler sich wirklich mit dem Thema intensiv beschäftigten, dass auch am Abend Gespräch in den Familien liefen, das sei bei einer Nachbetrachtung ganz deutlich herausgekommen, freut sich Linck. Zudem habe es auch sehr positive Reaktionen von Seiten der Eltern gegeben.

Begeistert von dem, was die Schüler er­arbeitet hatten, zeigte sich auch Karl Hieber. Zum einen gefiel ihm die Arbeitsweise selbst - in Kleingruppen und mit neuen Medien - "genau das brauchen sie auch später in der Ausbildung"; zum anderen aber auch das Engagement und die Ideen der Schüler. Sinnvoll sei außerdem, dass das Projekt nicht auf eine Firma fi­xiert sei, andere Schulen könnten es problemlos mit Unternehmen in ihrer Nähe durchführen.

Im Internet

Daran ist auch tatsächlich gedacht, wie Peter Kührt betont. Unterlagen für interessierte Lehrer sind bereits im Internet zu sehen.

"Und die neuen Bildungspläne, die ab dem nächsten Schuljahr gelten, lassen für diese Art arbeiten auch mehr Raum im Schulalltag als bisher", betont Klaus Offenhäuser, Konrektor der Schiller-Realschule, der dieses Projekt ebenfalls sehr begrüßt. "Die Schule bedeutet für die Schüler ja durchaus eine Art Schonraum", meint dazu Katrin Linck. "Da tut es ganz gut, wenn wir sie öfter mit der Realität konfrontieren", ergänzt Konrektor Klaus Offenhäuser. Die jeweils aktuellste Version der Unterrichtseinheit kann als Word-Datei unter: http://www.kubiss.de/bildung/projekte/schb_netz/beruf/ausbildungsmarkt.htm (aktualisierter Link) heruntergeladen werden.


 

Schüler helfen Schülern
Eine Klasse sucht für drei Jugendliche Azubi-Plätze

"Die vielen Anrufe verdeutlichen die verzweifelte Suche nach Ausbildungs­plätzen. 3ugendliche und ihre Eltern aus der ganzen Region sahen in der NN-Lehrstellenbörse die letzte Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden." Mit diesen Worten bilanzier­ten Mitarbeiter der Berufsberatung

die 760 Anrufe während der vergange­nen Woche. Zum Abschluss unserer Aktion veröffentlichen wir die restli­chen der 74 neuen Angebote, zeigen Hilfen für 3ugendliche auf, die bis Herbst keine Lehrstellen finden und stellen eine beeindruckende Initiative von Berufsschülern vor.

Der Ort: Berufsschule 4, Zimmer 222, Ausbildertreffen. Die Akteure: Die Schüler der Klasse GH 10A. Der Plan: Für drei arbeitslose Jugendliche eine Lehrstelle finden.

"Haben Sie schon eine Info-Bro­schüre von uns? Nehmen Sie sich doch einen unserer Flyer mit." An Werner Bauer kommt so schnell keiner vorbei. Geschäftsmäßig im dunklen Business­Look versucht der 17-jährige Berufs­schüler die Aufmerksamkeit der Vor­beieilenden auf den Informations­stand von "Jobcon" zu lenken. Das regelmäßig stattfindende Ausbilder­treffen nutzt das Schüler-Team, um ganz direkt auf die Ausbilder zuzuge­hen, "Eine tolle Idee", findet Wolf­gang Schulze von Schuco-Gewürze und steckt einen Handzettel in die Tasche.

Rückblende: Im Oktober 2004 schreibt die TheoPrax-Stiftung des Fraunhofer Instituts ein Projekt aus, das drei Jugendlichen eine Lehrstelle vermitteln soll. Die GH IOA der Berufsschule 4 bewirbt sich - erfolgreich - und hat seitdem alle Hände voll zu tun. ob Auswahl der Jugendlichen, Kontakt zu Firmen, Arbeitsplatz-Recherche oder Bewerbungstraining -die Schüler sind für die gesamte Organisation des Projektes selbst, verant­wortlich, Lehrer Peter Kührt springt nur im Notfall ein. "Am Anfang war es schon schwierig, weil das ja alles Neu­land für die Schüler war", erinnert er sich. "Inzwischen machen die das aber richtig souverän."

Keine einfache Sache

Mit Firmen telefonieren und sich vor Ausbildern mit seinem Anliegen präsentieren, das muss man sich schließlich erst einmal zutrauen. "Die sind auch nicht immer freundlich und sagen schon mal „Nein wir wollen kei­nen.“ hat Stefanie Trinkl bereits die Erfahrung gemacht. Zusammen mit Ines Käßberger gehört die 19-Jährige zur Suche-Gruppe und ist dafür zuständig, den Stellenmarkt nach mög­lichen Ausbildungsplätzen abzuklap­pern. Keine einfache Sache, vor allem, wenn die Bewerber zu hoch gegriffene Ansprüche haben. In der heutigen Zeit kann man nicht so wählerisch sein", findet Ines. Dass ihre ersten drei Schützlinge nach einem halben Jahr Intensiv-Betreuung abgesprungen sind, dafür haben die "Jobconler" wenig Verständnis. "Wir hatten sogar schon Ausbildungsplätze für die Mädels in Sicht", kann Stefanie über so viel Desinteresse nur den Kopf schütteln.

 Seit drei Wochen haben die Berufs­schüler jetzt mit Bianca (17), Jürgen (19) und Sandra (17) drei neue Kandi­daten unter ihre Fittiche genommen. Über Lehrer und den eigenen Freun­deskreis ist der Kontakt zu Stande ge­kommen. 30 Bewerbungen hat Bianca bereits in Eigenregie geschrieben. Mit wenig Erfolg. Ab jetzt wird sie ihre Anschreiben zusammen mit dem Jobcon-Team verfassen.

Froh über Unterstützung

"Da hab ich dann mehr Sicherheit, ob alles so passt oder ob ich etwas bes­ser machen könnte", ist die Wirt­schaftsschülerin über die Unterstüt­zung froh. Der 19-jährige Jürgen hat mittlerweile 45 Bewerbungen abgeschickt, zurückgekommen sind nur Absagen. Auch er will sich jetzt von den „Jobconlern" weiterhelfen lassen. Von der Präsentation im Gespräch bis hin zur Frage "Was zieh ich an?" bera­ten die Berufsschüler die Jugendlichen. "Das wirkt ganz anders, als wenn ein Lehrer etwas erzählt", ist sich Kührt sicher.
 
Für Bianca könnte sich das Projekt bereits ausgezahlt haben: Michael Rodrian von Mercedes lädt sie nach einem kurzen Gespräch spontan zum Einstellungstest ein. "Wenn's klappt, dann klappt's", schüttelt er Bianca die Hand. Keine allzu schlechte Ausbeute für den Tag, resümiert das Jobcon­ Team. "Wenn wir's schaffen, nur einen unterzubringen, das wär schon Wahnsinn", ist Kührt gespannt. Bis Juli läuft die Frist, Neuzugänge sind bis dahin noch herzlich willkommen. Bevorzugt werden Jugendliche, die schon viele Absagen bekommen haben. 

ANETTE RÖCKL  

Wer sich "coachen" lassen möchte oder einen Ausbildungs­platz zu vergeben hat, kann eine Mail an werner.bauer@gmx.de schreiben oder unter www.job­con.tk weitere Infos finden.

 (Nürnberger Nachrichten vom 30.04.2005)

Trotz der Rückschläge gaben Schüler nicht auf

Jugendliche der der B4 unterstützten Gleichaltrige ein Jahr lang bei der Job-Suche - Kandidatinnen sprangen ab

Auszubildende aus dem Bereich Groß und Außenhandel der Berufsschule4 an der Schönweißstraße (Südstadt) sind ein Jahr lang "auf Aquise" gegangen: Sie wollten für drei Jugendliche Ausbildungsplätze finden eine bundesweit einmalige Initiative. Dabei machten sie zum Teil bedrückende Erfahrungen.

VON HARTMUT VOIGT

Angefangen hatte alles mit einem Artikel der Nürnberger Nachrichten, in dem sich Jugendliche der Berufsschule5 über ihre vergeblichen Versuche äußerten, eine Lehre zu finden. Die Klasse GH10A der Berufsschule4 fühlte sich davon angespornt, zumindest drei von ihnen zu unterstützen.

Gute Tipps

"Wir hatten erst vor kurzem die gleichen Erfahrungen gemacht und dann doch eine Stelle gefunden", erzählt ein 17 Jähriger, "daher glaubten wir, wirklich guti Tipps geben zu können."

Die Klasse teilte sich in neun Arbeitskreise auf: Die Gruppen sondierten, welche Kandidaten in Frage kommen, kümmerten sich um das "Coaching" der Betroffenen, präsentierten das Vorhaben bei zwei "Ausbildertreffen", knüpften Kontakte zu den Medien, dokumentierten das Vorgehen, bauten eine eigene Website im Internet auf ein Leitungsteam koordinierte schließlich das Vorgehen. Angeregt und unterstützt wur e das Jahresprojekt von der TheoPrax Stiftung am Fraunhofer Institut in Pfinztal.
Mit einem selbst entworfenen Fragebogen filterten die Berufschüler der B4 drei Kandidatinnen heraus. Das Coaching Team arbeitete die bisherigen Bewerbungen mit den Jugendlichen durch und entwickelte neue Anschreiben. Die Schüler(innen) der B 4 versuchten, die beruflichen Interessen der gleichaltrigen "Schützlinge" herauszufinden, sie zum Nachdenken über Fragen an den möglichen Arbeitgeber zu bewegen.

"Aber die schätzten das gar nicht, dass wir uns um sie gekümmert haben", berichtet Azubi Werner Bauer ernüchtert, "nach drei Treffen haben sie gemeint, es sei eine Zumutung, dass sie immer nachmittags zu uns kommen sollten. Danach tauchten sie für Wochen ab und waren nicht mehr zu erreichen. Zum Teil wussten deren Eltern gar nicht, welche Schule ihre Töchter besuchen."

Bei einem "Ausbildertreffen" mit Vertretern aus Personalabteilungen verschiedener Firmen präsentierten die engagierten B 4 Schüler ihre drei Kandidatinnen und konnten sogar für ein Mädchen ein Vorstellungsgespräch vereinbaren. "Wir waren allerdings leicht entsetzt, dass sie dann gar nicht hingegangen ist", berichtet Lehrer Peter Kührt, "sie hatte sich überlegt, dass sie statt im Großhandel lieber doch als Arzthelferin arbeiten möchte.“

Als schließlich alle drei Kandidatinnen abgesprungen waren, weil sie keine Lust mehr hatten, standen die Jugendlichen aus der B4 selbst vor einem Problem: Aufgeben oder es jetzt von neuem versuchen? Sie entschieden sich nach längerer Diskussion für einen weiteren Anlauf. In ihrem Bekanntenkreis haben sie drei weitere Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag gefunden, die sich beim Finden eines Jobs helfen lassen wollten. Diesmal waren die Projekt Anbieter jedoch härter: "Wir machten sie darauf aufmerksam, dass eine Entscheidung, egal ob für das Projekt oder dagegen, endgültig ist", sagt B 4 Schülerin Tanja Bisch. Die Klasse GH10A kniete sich noch einmal mit voller Energie in die Arbeit hinein: Handzettel entwerfen, Kontakt zu den Medien, die Homepage aktualisieren, ein "Ausbildertreffen" besuchen…

Das Erfolgserlebnis, eine(n) aus dem neuen Trio vermitteln zu können, blieb jedoch aus. "Wir haben unser Bestes getan, aber das Interesse bei den Ausbildern war leider gering" meinte Azubi Werner Bauer, "natürlich ist man da etwas enttäuscht." Letztlich lief der Berufsschulklasse die Zeit davon: Eine Stelle als Auszubildende(r) zu finden, geht nicht von heute auf morgen das war allen klar.

Lob des Direktors

Alexander Liebel, Oberstudiendirektor der Berufsschule 4, macht seinen Schüler(inne)n Mut: "Letztlich ist es ein Erfolg für Euer Team. Nämlich, dass Ihr trotz allem dran geblieben seid. Jeder erleidet private oder berufliche Niederlagen. Wichtig ist, immer wieder aufzustehen." Dörthe Krause von der TheoPrax Stiftung des Fraunhofer Instituts würdigt das Durchhaltevermögen der Jugendlichen: "Die größte Leistung ist, es über ein ganzes Schuljahr durchzuziehen." Sie überreichte der Klasse ein "Zertifikat für erfolgreiche Projektarbeit". Krause teilte mit, dass dieses bundesweit erstmals durchgeführte Projekt .nun bei einem Karlsruher Gymnasium seine Fortsetzung findet: "Vielleicht ist dann auch Eure Erfahrung noch gefragt."

Informationen zum Projekt gibt es im Internet: www.jobcon.tk

Daumen rauf oder Daumen runter: Die Schüler(innen) der Klasse GH 10A in der Berufsschule 4  bewerten die Projektarbeit eher positiv, auch wenn der Erfolg letztlich ausgeblieben ist.

Projekt Jobcon - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg

(Nürnberger Nachrichten, 20.07.05 / Foto: Voigt)

Ein Lehrer kümmert sich um sieben Berufsschüler

An der B4 wurden gute Erfahrungen mit einer eigenen Klasse für die Einstiegsqualifizierung Jugendlicher gemacht

VON MICHAEL KASPEROWITSCH

Von einem großen Erfolg mit der so genannten Ein­stiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ) sprechen die Ver­antwortlichen der Kaufmännischen Berufsschule 4 in der Schönweißstraße nach ihren Erfahrun­gen mit diesem "Türöffner zur Ausbil­dung". An der B 4 gibt es nach dem Start Anfang 2005 mit einer Klasse im kommenden Schuljahr drei EQJ-Klassen. Bisher bekamen danach rund 80 Prozent der Schüler einen Ausbil­dungsplatz.

Vor zwei Jahren hatten sich die Spit­zenverbände der deutschen Wirt­schaft im nationalen Pakt für Ausbil­dung unter anderem verpflichtet, ins­gesamt 25 000 EQJ-Plätze zur Verfü­gung zu stellen. Dabei handelt es sich um sechs- bis zwölfmonatige Prak­tika, die möglichst in eine Ausbil­dungsstelle münden sollen. Sach- und Personalkkosten übernehmen dabei die Betriebe, die Bundesagentur zahlt den Jugendlichen einen Zuschuss zum Lebensunterhalt in Höhe von 192 Euro monatlich. Für die Sozialversi­cherung ihrer EQJler bekommen die Firmen 102 Euro im Monat.

Schon 416 Verträge

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg hatte im Ausbildungs­jahr 2004/2005 707 EQJ-Plätze ange­boten, von denen aber nur 158 besetzt waren. Schon damals bekamen davon aber die meisten einen Ausbildungs­platz. Im kommenden Ausbildungs­jahr gibt es 536 Plätze, aber bereits 416 abgeschlossene EQJ-Verträge.

Die ursprüngliche Absicht des Pak­tes, die Praktikanten in einer beliebi­gen Fachklasse einzuschulen, hatten B-4-Schulleiter Alexander Liebel und seine zuständigen Kollegen für wenig Erfolg versprechend gehal­ten. An der B 4 - sie bildet unter anderem in den Bereichen Bank, Groß- ­und Außenhandel, Steuer oder Versicherung aus - ist der Anteil von Haupt­schülern schon seit Jahren sehr niedrig. Bei den künf­tigen Bankkaufleuten etwa sitzen mehrheitlich Abiturienten. Unter die­sen Umständen wäre ein Scheitern der EQJ-Schü­ler programmiert, zumal sie jeweils erst mehrere Monate nach Schulbeginn eintreffen. Die B4-Lei­tung beschloss daher, eigene EQJ-Klassen für einen Acht-Wochenstun­den-Unterricht zu schaf­fen. Fünf Lehrer sind dort für insgesamt rund 25 Schüler im Einsatz.

Peter Kührt und seine Kollegen an der B 4 haben dafür drei "Qualifizierungsmodule" entwickelt: Finanzierung, Arbeits- und Berufswelt sowie Projektdarstellung und Arbeitsmarkt. Dabei lernen die Schüler unter anderem Buchführung, Tabel­lenkalkulation, Internet-Recherche oder Englisch. Für Kührt sind die kleinen Klassen mit ausschlaggebend für den Erfolg: Bei jeweils sieben Schülern und einem Lehrer sind alle Schüler permanent gefordert." Der kleine Kreis erschwere zudem den "Rückfall in alte schu­lische Verhaltensgewohnheiten", gemeint sind Schwätzen, geistiges Abtauchen oder einfach Desinteresse.

Für Unternehmen und Jugendliche sind die bisherigen Erfahrungen absolut positiv“, sagte Schulleiter Liebel in einer ersten Bilanz, "die Betriebe tasten sich mit der EQJ an die Ausbil­dung heran, und die Schüler bekom­men nach bisher oft enttäuschender Suche eine Chance zu zeigen, dass sie auch großes Inte­resse an einem Aus­bildungsplatz ha­ben. "

Nur eine Minder­heit von Firmen missbraucht,  so Peter Kührt, die gute Idee EQJ, um vorübergehend billige Mitarbeiter mit finanzieller Unterstützung des Staates einzustellen, ohne ernsthaft eine Ausbildung des Praktikanten in Erwä­gung zu ziehen. Nur Einzelne beschäftige einen EQJ-Mittarbeiter nach dem anderen. Zu Kührts Überraschung rechnen viele Betriebe die EQJ-Zeit sogar auf die folgende Lehrzeit an.

Zu den diesjährigen erfolgreichen EQJlern gehört Franziska Esrig. Nach dem Abschluss der Wirtschaftsschule hat sie gut 50 Bewerbungen geschrie­ben - vergeblich. "Mein erstes Vorstel­lungsgespräch war ein kompletter Reinfall", erzählt sie, "ich war total aufgeregt und habe ziemlich rumge­stottert." In ihrem neunmonatigen Praktikum bei einem Großhandelsun­ternehmen hatte sie Gelegenheit, die Kollegen langsam kennen zu lernen und sich zurechtzufinden. Jetzt liegt ihr Ausbildungsvertrag bereits auf dem Tisch ihres EQJ-Chefs.

Verbesserungen sind für Liebel und Kührt trotz des bisherigen Erfolgs möglich. Es würde die Arbeit der Päda­gogen an der B 4 wesentlich erleich­tern, wenn die Praktikanten alle zum gleichen Zeitpunkt mit der Schule beginnen könnten. Bisher verteilt sich der Start über mehrere Wochen.

Um möglichst alle Betriebe und in­teressierte Jugendliche zu erreichen, hat das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung im Rahmen eines vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Projekt eine Praktikums­börse entwickelt. Sie ist im Internet unter www.eqj-bayern.de zu erreichen. 

(Quelle: NN, 10.08.2006)

Anmerkung (aus Lehrerperspektive): Leider waren in der Klasse nicht nur sieben Schüler - es handelte sich vielmehr um sieben Schüler/innen aus zwei EQJ-Klassen mit insgesamt 56 Schüler/innen. Hier hatte der Journalist offenbar etwas missverstanden (was dann gleich zu besorgten Nachfragen der Regierung in Ansbach führte!). Sieben Schüler in einer Klasse werden wohl vorerst nur ein pädagogischer Traum bleiben... 


Nürnberger Nachrichten, Mittwoch, 23. Juli 2008 (Nürnberg Extra)

Einmal Politiker sein
Berufsschüler spielten einen Tag lang Landtag


VON MICHAELA ZIMMERMANN

Videoüberwachung in öffentlichen Räumen? Die angehenden Bankkaufleute an der Städtischen Berufschule 4 sind schwer dafür. In einem Planspiel "Der Landtag sind wir" verabschiedeten sie eine entsprechende Gesetzesinitiative.

Ihren Lehrer und Initiator des Spiels, Peter Kührt, überrascht das Ergebnis nicht: "Ich kenne meine Schüler, die sind fast alle eher konservativ, ganz selten, dass mal ein grüner Umweltaktivist dabei ist."

Kührt unterrichtet die angehenden Banker in Sozialkunde. Doch mit dem politischen Wissen war es bei ihnen bis vor kurzem nicht weit her. "Als ich die beiden 12. Klassen übernahm, war ich schockiert, wie blank sie waren." Der Studiendirektor wollte und konnte das so nicht stehen lassen und hatte eine Idee. Er bewarb sich beim Bayerischen Landtag um das Planspiel "Der Landtag sind wir" und bekam prompt den Zuschlag.

So konnte das Spiel in Kooperation mit dem Zentrum für angewandte Politikforschung der Universität München und der Forschungsgruppe Jugend und Europa beim Bayerischen Landtag in der Berufsschule über die Bühne gehen' Und die Jugendlichen lernten auf diese Weise, quasi durch die Hintertür, eine ganze Menge über die Landespolitik und die Funktion des Landtags.

53 Schülerinnen und Schüler machten mit und waren von Anfang an mit Feuereifer bei der Sache, erzählt Kührt. Ganz egal, welche Rolle sie bekleideten. Ob sie Mitglied einer der drei Fraktionen oder Vertreter der Presse mimten. Die Rollen wurden ausgelost, und so manch' einer sah sich der Herausforderung gegenüber, einen 72-jährigen Landwirt aus Niederbayern zu spielen. Mit 40 Jahren CSU-Mitgliedschaft auf dem Buckel und wild entschlossen, die Belange seiner Branche im Landtag zu vertreten. Peter Kührt war von der schauspielerischen Leistung seiner Schüler begeistert: "Es war wirklich fantastisch, wie überzeugend wie sie in die verschiedenen Rollen geschlüpft sind." Die Presse, natürlich NN und NZ, habe alle 20 Minuten einen neuen Text geliefert, und die Fraktionen bekriegt sich fast wie im richtigen Leben.

In einer inszenierten Talkshow, beim Bayerischen Rundfunk, traten die Fraktionssprecher schließlich gegeneinander an. Die Vertreter von SPD und Grünen, erzählt Kührt , seien chancenlos gewesen. Es war schnell klar, dass die CSU ihren Vorschlag, die Überwachung von öffentlichen Plätzen mittels Videokameras, durchdrücken werde. Praktischen Rat am Planspieltag holten sich die Schuler von einer, die weiß, wie der Landtag funktioniert. MdL Angelika Weikert (SPD) nahm sich viel Zeit, den jungen Erwachsenen zu erklären, wie es im Landtag läuft. So verwandelten sich die anfangs politikverdrossenen Berufsschüler auf einmal in ambitionierte Hobby-Politiker. Das Planspiel machte es möglicht. Studiendirektor Kührt freut sich über die Entwicklung. "Sonst haben all bei politischen Themen gestöhnt und die Augen verdreht.“ Auf einmal diskutieren die Schüler im Unterricht über politische Entwicklungen. Das Interesse zeigt sich auch daran, dass alle 53 jungen Planspieler sich zu einer Fahrt zur Besichtigung des Bayerischen Landtages angemeldet haben. Damit hatte selbst Kührt nicht gerechnet.

Bilduntertitel (das Foto wurde aus urheberrechtlichen Gründen nicht übernommen): Die "Presse" bei ihrer Arbeit. Alle 20 Minuten verfassen die Schüler einen neuen Artikel.


Nürnberger Zeitung vom 19.07.2008 (Nürnberg Plus)

Schüler der Berufsschule inszenierten den Landtag
Ist das alles nur ein Planspiel?


VON MATHIAS ORGELDINGER

So viel Präsenz war selten. Gleich drei Journalisten der NZ berichteten am Donnerstag von der konstituierenden Sitzung des Bayerischen Landtags, der ausnahmsweise in Raum 227 der Berufsschule 4 tagte. Thema des Planspiels: "Der Landtag sind wir."

Den "NZ-Redakteurinnen" Saskia Range und Sabrina Geitner fiel keine leichte Aufgabe zu. Sie sollten die traditionsreiche Zeitung im Boulevard-Stil aufziehen. "Schreibt frei von der Leber weg. Ihr müsst kreativ und schnell sein", forderte Bernd Knüfel, einer der Spielleiter, von der Forschungsgruppe Jugend und Europa" (FGJE) am "Zentrum für angewandte Politikforschung" der Universität München.

Das ließen sich die beiden angehenden Bankkauffrauen nicht zweimal sagen. Unbemerkt schlichen sie in den "Fraktionsraum" der "CSU" und schossen kompromittierende Fotos von "Abgeordneten". Dann rannten sie ins "Pressezentrum", das mit moderner Computertechnik ausgestattet war. Saskia rief die Internetseite der Zeitung mit den vier Buchstaben auf und klaute eine Überschrift. Darunter eine knappe Meldung. Zwei Fotos, blitzschnell von der Digitalkamera ins Layout gebracht. Fertig.

Während die Kolleginnen von der "NN" noch an einer seriösen "Bleiwüste" bastelten - deren Fotografin war gerade unauffindbar - hing der "NZ-Aufmacher" schon am schwarzen Brett des "Pressebüros": "Hippie-Alarm im Bayerischen Landtag. CSU-Abgeordnete wollen lieber Spaß, als sich um die Belange des Volkes zu kümmern". "Das war ziemlich gemein", bekannte Range. Nur ein Planspiel?

Die 49 Schüler aus zwei Bankfachklassen wurden nach den Mehrheitsverhältnissen im Maximilianeum aufgeteilt. Jeder bekam eine konkrete Rolle zugewiesen, die er ausfüllen sollte. Da gab es zum Beispiel den oberbayerischen Landwirt von der "CSU" oder den Unternehmensberater aus Ansbach von der "SPD".

"Als Abgeordnete müsst ihr die Interessen des gesamten bayerischen Volkes vertreten und seid nur eurem Gewissen unterworfen", dozierte Leo Meyer-Giesow von der Forschungsgruppe. In den Ausschüssen könne auf der Basis von Sachargumenten frei diskutiert werden, im Plenum müsse man allerdings die Beschlüsse der Fraktionsmehrheit vertreten, riet der Spielleiter. "Wie soll das funktionieren?", fragte ein Schüler. Nur ein Planspiel? "Wo der Sozialkundeunterricht zusammengestrichen wird, können die Jugendlichen nicht viel über Politik wissen", sagte Prof. Andreas Schumann, Lehrstuhlinhaber für Literaturdidaktik an der Universität Osnabrück.

Er hilft dem Spielleiterteam gelegentlich als "Springer" aus. Wenn die Jugendlichen in die Rolle von Abgeordneten schlüpften und in fünf Stunden einen Gesetzentwurf erarbeiteten, würden politische Entscheidungsprozesse direkt erlebbar, erklärte Schumann. Das Planspiel sei ein wichtiges Mittel der politischen Jugendbildung Die Schule habe das Szenario bestens vorbereitet.
 

Das Lob galt Studiendirektor Peter Kührt, der die Bankfachklassen betreut. "Bei den heutigen Jugendlichen darf man das Wort Politik nicht in den Mund nehmen",' so Kührt. Er sei gespannt, wie das fiktive Gesetz zur "Videoüberwachung in öffentlichen Räumen" formuliert werde. Die angehenden Bänker seien mehr dem konservativen Spektrum zuzurechnen, meinte der Berufsschullehrer.

Wie recht er hatte. Mit den Stimmen der "CSU" und einiger "SPDler" verabschiedete der "Landtag" in zweiter Lesung ein fiktives Gesetz. Dieses verpflichtet alle bayerischen Großstädte, ihre Innenstädte mit Videokameras zu überwachen. Nur die vier "grünen Abgeordneten" stimmten dagegen.

Doch zum Zeitpunkt der Abstimmung saß der echte NZ-Reporter schon wieder an seinem Arbeitsplatz. Wie sagte doch Spielleiter Knüfel: "Im Online-Zeitalter ist Schnelligkeit alles."

Bilduntertitel (das Foto wurde aus urheberrechtlichen Gründen nicht übernommen): Saskia Range übernahm den Part einer Redakteurin bei der Nürnberger Zeitung. Allerdings mutierte die seriöse NZ für dieses Planspiel zu einem reißerischen Revolverblatt ohne journalistisches Verantwortungsgefühl.


"B4 on Air" - ein Banklehrer informiert die Hörer von Radio Gong über die Finanzkrise

Auch wenn der Sachverstand von Lehrern in der Öffentlichkeit nur selten gefragt ist, die Finanzkrise macht es möglich. Am Montag, 20.10.2008, informiert Dr. Peter Kührt, ein Lehrer in Bankfachklassen an der Berufsschule 4, Kompetenzzentrum für Kaufmannsberufe, in einer Sondersendung von Radio Gong 97.1 über die Konsequenzen der Finanzkrise für Nürnberger Sparer und beantwortet Hörerfragen zur Geldanlage.

Herr Dr. Kührt hat nicht nur viele Mitarbeiter Nürnberger
Kreditinstitute (mit)ausgebildet, er ist auch Autor zahlreicher
Veröffentlichungen im Bereich Volkwirtschaftslehre und hatte hierzu
auch mehrere Lehraufträge an Hochschulen und Universitäten.

Termin: Montag, 20.10.2008, 9-10 Uhr, anschließend Beantwortung von Hörerfragen

Quelle: http://www.nuernberg.de/internet/berufsschule_4/ (Rubrik Aktuelles vom 15.10.2008)


NÜRNBERGER NACHRICHTEN vom 06.03.2009

Für den Wahlsieg half den "Christen" auch kein Beten

65 Schüler der Berufsschule B4 lernen die Konflikte in einer Demokratie durch ein Planspiel hautnah kennen

VON ALEXANDRA HADERLEIN

Für zwei Tage lebten 65 Berufsschüler der B4 in ihrer eigenen Welt: Bei einem Planspiel der Friedrich-Ebert-Stiftung spielten sie zwei Tage lang das Szenario einer Staatsneugründung nach und schlüpften dafür in die Rollen von Politikern und Lobbyisten, um den Staat Fontanien nach ihren eigenen Vorstellungen im Sinne der Demokratie zu gestalteten.

Während die "Politiker", organisiert in insgesamt sechs fiktiven Parteien Wahlprogramme entwickeln, Wahlkampf betreiben und durch Plakate und Interviews versuchen, Stimmung zu machen, um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen, betreibt der andere Teil Lobbyarbeit. Die verschiedenen Gruppierungen und Vereine aus Kirche, Unternehmertum, Umwelt, Bildung und Familie versuchen ihrerseits, die Programme der Parteien dadurch zu beeinflussen.

Warum es solche Projekte braucht, erklärt Berufsschullehrer Peter Kührt: "Wir möchten, dass die jungen Menschen mehr Sensibilität für den Wert der Demokratie entwickeln und das später auf ihre Umgebung übertragen."

Sogar die Bäckerin ist integriert

Voller Eifer, Kreativität und Engagement betätigen sich alle Berufsschüler an dem Projekt, das die Regeln und Gegebenheiten aus der Wirklichkeit übernommen hat: Auch in dem fiktiven Staat mit 20 Millionen Einwohnern gibt es Migranten und verschiedene Glaubensrichtungen. 

Und auch die nahe gelegene Bäckerei kommt um Fontanien nicht herum: Auch sie wird zum Handlungsort, als das Presseteam des Planspiels bei der Verkäuferin nachfragt, was sie von den einzelnen Wahlkampagnen hält. Eine der größten, an der keiner vorbeikommt, hat das Team der Christlichen Volkspartei (CVP).

Sie denken nur noch in Fontanisch und versuchen, die vorgegebene soziale Situation der Fontanier mit allen Mitteln zu verbessern. Um auch wirklich jeden davon zu überzeugen, dass die CVP dies am besten kann, hat das Team schon auf dem Weg zum Plenarsaal, in dem das Planspiel stattfindet eine Unmenge an Wahlplakaten aufgehängt und tapezierte damit schon fast das ganze Schulhaus.

"Unsere Flyer haben wir jedem, auch nicht am Planspiel Beteiligten, in die Hand gedrückt. Sogar am Klo hängen unsere Wahlplakate, denn schließlich muss dort jeder hin", schildert Martina Stefan (20), die Beraterin des Parteichefs, die Überzeugungsstrategie.

Unstimmigkeiten in der Partei

Während die CVP am Ende bei der Wahl auf einem der vorderen Plätze landet, wird die Bürgerbewegung Grünes Fontanien den letzten Rang belegen. Eine Rechfertigung für den letzten Platz hat die Partei um Parteivorsitzenden Robert Reitz (23) schon gefunden.

"Wir hatten Unstimmigkeiten in der Partei, die Planspiel-Presse hat's aufgeschnappt und uns daraufhin ziemlich runtergemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Medien solch einen Einfluss auf die Demokratie und eine Partei haben können", erklärt Reitz.

Veränderter Blick auf Politik

Dass sich der Blick auf die Politik verändert hat, kann die 21-jährige Teilnehmerin Katharina Wallender nur bestätigen, die nun viel genauer das politische Geschehen im Fernsehen beobachten würde: "Ich habe in diesen zwei Tagen viel dazugelernt. Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, und ich habe gemerkt, dass es gar nicht so leicht ist, eine für alle akzeptable Mitte zu finden. 

Koalitionsverhandlungen führen

Die Mitte zu finden galt es letztlich auch nach der Wahl: 33 Stimmen hätte eine Partei zur alleinigen Regierung gebraucht. Doch weder die CVP noch die Partei für ein liberales Fontanien (PLF) erreichten die absolute Mehrheit. "Nun müsst ihr Koalitionsverhandlungen führen", schildert Reemt Behrens, Leiter des Projektspiels, das weitere Vorgehen.

Doch dabei zeigt sich, dass die Taktik der" Christen" nicht aufging: Letzten Endes bildeten die Liberalen mit den Sozialdemokraten eine Koalition und verdrängen die CVP auf den Platz der Opposition. Die Planspiel-Presse wird deshalb am Ende des zweiten Tages titeln: "Da half auch kein Beten!"

[Bilduntertitel: Heiße Debatten gab es bei der Elefantenrunde des PlanspieIs "Demokratielabor". Die eigene Partei durch ein gutes Wahlprogramm und eine perfekte Werbekampagne für sich zu gewinnen, war die Herausforderung – das Bild selbst wird hier nicht wiedergegeben]


NN-Online vom 06.03.2009

Berufsschüler spüren Demokratie hautnah

Ein Planspiel soll zeigen, dass Demokratie nicht einfach ist

NÜRNBERG - Während die «Politiker«, organisiert in insgesamt sechs fiktiven Parteien Wahlprogramme entwickeln, Wahlkampf betreiben und durch Plakate und Interviews versuchen, Stimmung zu machen, um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen, betreibt der andere Teil Lobbyarbeit. Die verschiedenen Gruppierungen und Vereine aus Kirche, Unternehmertum, Umwelt, Bildung und Familie versuchen ihrerseits, die Programme der Parteien dadurch zu beeinflussen.

Warum es solche Projekte braucht, erklärt Berufsschullehrer Peter Kührt: «Wir möchten, dass die jungen Menschen mehr Sensibilität für den Wert der Demokratie entwickeln und das später auf ihre Umgebung übertragen.«

Fiktiver Staat mit 20 Millionen Einwohnern

Voller Eifer, Kreativität und Engagement betätigen sich alle Berufsschüler an dem Projekt, das die Regeln und Gegebenheiten aus der Wirklichkeit übernommen hat: Auch in dem fiktiven Staat mit 20 Millionen Einwohnern gibt es Migranten und verschiedene Glaubensrichtungen.

Und auch die nahe gelegene Bäckerei kommt um Fontanien nicht herum: Auch sie wird zum Handlungsort, als das Presseteam des Planspiels bei der Verkäuferin nachfragt, was sie von den einzelnen Wahlkampagnen hält. Eine der größten, an der keiner vorbeikommt, hat das Team der Christlichen Volkspartei (CVP).

Sie denken nur noch in Fontanisch und versuchen, die vorgegebene soziale Situation der Fontanier mit allen Mitteln zu verbessern. Um auch wirklich jeden davon zu überzeugen, dass die CVP dies am besten kann, hat das Team schon auf dem Weg zum Plenarsaal, in dem das Planspiel stattfindet eine Unmenge an Wahlplakaten aufgehängt und tapezierte damit schon fast das ganze Schulhaus.

«Unsere Flyer haben wir jedem, auch nicht am Planspiel Beteiligten, in die Hand gedrückt. Sogar am Klo hängen unsere Wahlplakate, denn schließlich muss dort jeder hin«, schildert Martina Stefan (20), die Beraterin des Parteichefs, die Überzeugungsstrategie.

Die Macht der Medien

Während die CVP am Ende bei der Wahl auf einem der vorderen Plätze landet, wird die Bürgerbewegung Grünes Fontanien den letzten Rang belegen. Eine Rechtfertigung für den letzten Platz hat die Partei um Parteivorsitzenden Robert Reitz (23) schon gefunden.

«Wir hatten Unstimmigkeiten in der Partei, die Planspiel-Presse hat’s aufgeschnappt und uns daraufhin ziemlich rundgemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Medien solch einen Einfluss auf die Demokratie und eine Partei haben können«, erklärt Reitz.

Dass sich der Blick auf die Politik verändert hat, kann die 21-jährige Teilnehmerin Katharina Wallender nur bestätigen, die nun viel genauer das politische Geschehen im Fernsehen beobachten würde: «Ich habe in diesen zwei Tagen viel dazugelernt. Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, und ich habe gemerkt, dass es gar nicht so leicht ist, eine für alle akzeptable Mitte zu finden.«

Die Taktik der «Christen« ging nicht auf

Die Mitte zu finden galt es letztlich auch nach der Wahl: 33 Stimmen hätte eine Partei zur alleinigen Regierung gebraucht. Doch weder die CVP noch die Partei für ein liberales Fontanien (PLF) erreichten die absolute Mehrheit. «Nun müsst ihr Koalitionsverhandlung führen«, schildert Reemt Behrens, Leiter des Projektspiels, das weitere Vorgehen.

Doch dabei zeigt sich, dass die Taktik der «Christen« nicht aufging: Letzten Endes bildeten die Liberalen mit den Sozialdemokraten eine Koalition und verdrängen die CVP auf den Platz der Opposition. Die Planspiel-Presse wird deshalb am Ende des zweiten Tages titeln: «Da half auch kein Beten!«

Alexandra Haderlein
6.3.2009

© NÜRNBERGER NACHRICHTEN

Quelle: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=979164&kat=10


Nürnberger Nachrichten vom 19.06.2009


„Politik ist was für Erwachsene“
 Berufsschüler befragten 600 Jugendliche - Weit weg vom eigenen Alltag
 

VON SILKE ROENNEFAHRT

Ist die Demokratie ein Auslaufmodell? Schüler der Berufsschule B4 wollten es genau er wissen Lind luden 600 Gleichaltrige zu einer Online-Befragung ein - mit zum Teil erschreckenden Ergebnissen.

"Politik, das ist doch was für Erwachsene." Mit dieser Einstellung ging Christian Sekora an das Demokratieprojekt heran. Damals noch nicht volljährig, durfte der angehende Bankkaufmann nicht wählen und hatte auch sonst mit Politik nicht viel am Hut Mit unserem Alltag hat das, was die Parteien machen, nicht viel zu tun", sagt auch Luana Dietl. Und ihre Mitschülerin Marina Cupic (20) räumt ein, dass sie sich bei ihrer Wahlentscheidung daheim in Kroatien früher an den Eltern orientiert hat

Das hat sich gründlich geändert. Seit einem Jahr sind die Jugendlichen gemeinsam mit ihrem Lehrer Peter Kührt der Demokratie auf der Spur haben in einem Planspiel Parteien gegrundet, Koalitionsverhandlungen geführt und die Befragung organisiert. Den Anstoß dazu gab eine Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Erschreckendes zu Tage förderte. Jeder dritte Bundesbürger glaubt demnach nicht mehr daran, dass Demokratie Probleme löst. Jeder Fünfte hält die Demokratie als Regierungsform nicht für verteidigenswert. Und immerhin fast jeder Zweite will bei der Bundestagswahl im Herbst vielleicht zu Hause bleiben.

Ergebnisse, die quer durch alle Altersschichten gelten, wie Serge Embacher von der Friedrich-Ebert Stiftung betont. Immerhin: Das ausgeprägte Desinteresse der Jugendlichen an Politik, von dem in der Öffentlichkeit immer mal wieder die Rede ist konnte laut Embacher "überhaupt nicht" bestätigt werden.

Doch die angehenden Bankkaufleute aus Nürnberg wollten e genauer wissen. Sie befragten über 600 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren Und auch wenn die Schüler mit ihren bescheidenen Mitteln keine statistisch repräsentative Umfrage auf die Beine stellen konnten, so erreichten sie doch Teilnehmer alle Schularten und gehen davon aus, dass die Ergebnisse durchaus Rückschlüsse auf einen großen Teil der Altersgruppe erlauben.

"Demokratie ist wichtig"

Heraus kam zunächst einmal Beruhigendes: Immerhin zwei Drittel der Befragten halten es demnach für wichtig, in einer Demokratie zu leben, und zwar unabhängig vom Geschlecht oder Schulabschluss. Und rund 70 Prozent denken auch, dass die Demokratie eine gute Staatsform ist und dass andere Regierungsformen keine Alter native wären. Die große Mehrheit fühlt sich ausreichend über Demokratie informiert, hat ihr Wissen aus der Schule (44 Prozent), den Medien oder der Familie. Wie viel von dieser Selbsteinschätzung zu halten ist, prüften die Schüler mit einer weiteren Frage ab und kamen zu ihrem wohl erschreckendsten Ergebnis: Jeder Fünfte hielt demnach die DDR für eine Demokratie, unter den Gymnasiasten liegt dieser Anteil sogar noch höher. Und immerhin 9,2 Prozent glauben, in einer Diktatur bessere persönliche Chancen zu haben.

Nur gut die Hälfte hält Parlamente für so wichtig, dass man sie "auf keinen Fall" abschaffen sollte, die anderen sind sich da nicht ganz so sicher. Und jeder Fünfte wünscht sich mehr extreme Parteien im Parlament, nur die Hälfte lehnt dies ab. 60 Prozent würden den Bundeskanzler gern direkt wählen, 82 Prozent möchten über umstrittene Gesetze selbst abstimmen. Das Gefühl, mit ihrer Stimme am Wahltag etwas bewirken zu können, haben dagegen nur 18 Prozent. Und dass sie nur zwischen " schlecht " und "noch schlechter" entscheiden können, glauben 60 Prozent.

Discobesuche und Alkohol erst ab 21 Jahren? Nur sieben Prozent würden sich gegen eine sie so direkt betreffende Gesetzesänderung auf politischem Wege wehren. „Ich würde versuchen, meinen Ausweis zu falschen", antworteten dagegen 20 Prozent.

40 Prozent haben kein oder wenig Interesse an Politik, weil sie sich "nicht damit auskennen", wie jeder Dritte antwortete. Ein Ergebnis, das in den Augen der Berufsschüler durchaus auch Chancen bietet. Wie sinnvoll politische Bildung ist, haben sie selbst erlebt. Er habe viel dazugelernt, sagt Sekora. Bislang sei das Thema für sie immer weit weg gewesen, ergänzen Nadine Graml und Sabrina Dingfelder. "Jetzt haben wir das Gefühl, was ändern zu können."


Nürnberger Zeitung vom 27. Juni 2009
 

Demokratie-Umfrage an der Berufsschule 4

Viele Politiker sind unglaubwürdig

Demokratie scheint langsam aus der Mode zu kommen. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2008 hat ermittelt, dass ein Drittel der Deutschen wenig vom demokratischen Gesellschaftsmodell hält. Dieses Ergebnis nahmen angehende Bankkaufleute der Berufsschule 4 zum Anlass für eine eigene Befragung unter Schülern der 9. und 13. Klassen.

Das Planspiel "Demokratielabor" und eine Projektwoche zur Wechselwirkung zwischen Armut und Rassismus wurden bereits an der B 4 durchgeführt. Die Befragung zum Demokratieverständnis von Jugendlichen bildet Teil drei des ganzjährigen Schülerprojekts „Auslaufmodell Demokratie?". Als Projektkoordinator federführend ist Peter Kührt. "Für die Befragung standen uns nur vier Tage zur Verfügung. Vieles geschah deshalb in der Freizeit der Berufsschüler erläutert der Studiendirektor.

Befragt wurden Angehörige unterschiedlicher Schularten, beide Geschlechter sind gleich stark vertreten. Der Fragebogen ist in fünf Komplexe gegliedert. 616 Bögen konnten letztendlich ausgewertet werden.
 

Die Einstiegsfrage lautet: "Glauben Sie, dass es für Jugendliche in Deutschland von Bedeutung ist, dass sie in einer Demokratie leben?" 62,8 Prozent antworteten mit " Ja ". Mehr als 80 Prozent stuften Demokratie als "gute Staatsform" ein. Sogar 85 Prozent gaben an, ihr Wissensstand bezüglich Demokratie sei gut bis ausreichend. Schule, Medien und Familie wurden als wichtigste Informationsqellen angegeben.

67,4 Prozent der über 18-Jährigen gehen nach eigenem Bekunden regelmäßig zur Wahl, egal ob Abiturient oder Hauptschüler. Fast zwei Drittel sahen die wichtige Funktion der Parlamente. Die Politiker der etablierten Parteien stuften etliche als zu glatt und unglaubwürdig ein. 20 Prozent wünschten sich extreme Gruppierungen in die Parlamente.

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wurde als zentrales politisches Ziel eingestuft. Fast 30 Prozent der Befragten sahen hier Nachholbedarf. 82,7 Prozent forderten, dass die Bevölkerung über umstrittene Gesetze selbst abstimmen darf. Auf die Frage "Haben Sie das Gefühl, mit Ihrer Stimme am Wahltag tatsächlich etwas zu bewirken?", antworten 17,9 Prozent mit "Ja".

Neue Politiker mit Charisma wie Barack Obama braucht das Land, meinten gut 40 Prozent. 82 Prozent würden akzeptieren, wenn in ihren Lieblingsserien "mehr aktuelle, politische Themen vorkommen würden". Ein Engagement von Promis bei politischen Veranstaltungen favorisierten hingegen wenige. Überhaupt kein Interesse an Politik hatten 10,4 Prozent, bei 30,5 Prozent war der Wissensdurst kaum ausgeprägt. Das Desinteresse wurde mit "keine Zeit“ oder "zu komplex" begründet.

Außerdem hagelt es harsche Kritik an Politikern ("Kein Bezug zur Jugend", "geldgeile Säcke"). "Diskothekenbesuch sowie Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit erst ab dem 21. Lebensjahr?" Bei dieser Frage erhitzten sich die Gemüter. Mit dem Fälschen. seines Ausweises liebäugelte jeder Fünfte. Viele entschieden sich letztendlich für Resignation: Die Antwortmöglichkeit "Ich kann sowieso nichts daran ändern", kreuzen 46 Prozent der Jugendlichen an.

Thomas Susemihl


Betrifft 4/08, Zeitschrift für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Nürnberg, Hrsg. Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Nürnberg 2008, S. 17

Leidenschaftlich lehren

Engagierte Pädagogen arbeiten am Imagewandel beruflicher Schulen

In der Bildungsdiskussion werden sie meist übergangen: die beruflichen Schulen. Doch in Zeiten von zu geringen Abiturienten-Zahlen schreibt ihnen die Bildungspolitik eine neue Rolle bei der Qualifizierung des Nachwuchses zu, wie das Amt für Berufliche Schulen (SchB) feststellt. Mehr Abiturienten und damit mehr Studienanfänger seien nicht allein über die Gymnasien zu bekommen, sagt Maria Richwien, pädagogische Mitarbeiterin bei SchB. „Die Steigerung der Quote läuft vor allem über die beruflichen Schulen." 950 Lehrkräfte unterrichten im laufenden Schuljahr an den 38 städtischen beruflichen Schulen rund 23 000 Schülerinnen und Schüler. Die größte Schülergruppe (18 700) stellen die Berufsschulen. Dort reicht das Spektrum von Fachklassen, in denen Jugendliche und junge Erwachsende aller staatlich anerkannten Ausbildungsberufe im dualen System ihr theoretisches Rüstzeug vermittelt bekommen, bis hin zu BVJ-Klassen für jugendliche Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz.

Diplom-Handelslehrer Dr. phil. Peter Kührt unterrichtet an der kaufmännischen Berufsschule B4 vorrangig Bankkaufleute. „Bei den Bankern ist das wie im Grundstudium. Meine Stimme musste ich schon seit Jahren nicht mehr erheben", sagt der 57-Jährige. Um Abwechslung in den Unterrichtsalltag zu bringen, führt er immer wieder Projekte mit seinen Schülern durch, wie zum Beispiel die „Wege aus der Schuldenfalle" oder die „JobConnection", eine Stellenvermittlungsbörse für arbeitslose Jugendliche. Zuletzt spielte er im Juni 2008 mit 47 Bankkaufleuten einen Tag lang Landtag, wobei die Teilnehmer „das wohl strikteste Überwachungsgesetz Europas verabschiedeten". Aktuell bereitet er eine Untersuchung über das Demokratieverständnis von Jugendlichen in Zusammenarbeit mit der Friedrich-EbertStiftung vor.

„Natürlich ist das immer ein Irrsinnsaufwand", resümiert Kührt. Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung: 100 bis 150 Stunden sind da schnell weg. Aber der Aufwand sei absolut gerechtfertigt. „Die Eindrücke sitzen tief, die Schüler verändern die Perspektive und befassen sich sehr intensiv mit einem Thema. Nach kurzer Zeit sind die Leute nicht mehr wiederzuerkennen. Das erreicht man mit normalem Unterricht nicht", sagt der drahtige Lehrer mit den durchdringenden blauen Augen, den auch nach knapp 30 Jahren Schuldienst noch immer „Neugierde und persönliches Interesse" antreiben. [..]  tom


Nünberger Nachrichten vom 30.04.2010

Schüler machen Geldanleger fit

Bank-Azubis entwickelten Internetplattform samt Risiko-Test

NÜRNBERG - Wie lege ich mein Geld an? Welche Anlageform ist für mich die richtige? Und was sind eigentlich Hybridanleihen? Eine neue Internetplattform will all diese Fragen beantworten. Entwickelt haben sie Schüler der Berufsschule B4.

Ein paar Mausklicks bringen es an den Tag: Ich bin ein »Spaziergänger«, will mein dank der Kurseinbrüche auf dem Aktienmarkt ohnehin stark geschrumpftes Restvermögen so sicher wie möglich anlegen und am liebsten jederzeit darüber verfügen können. Schließlich weiß man ja nie. Vom Wagemut eines »Drachenfliegers«, der kein Risiko scheut und dafür möglicherweise hohe Renditen einfährt, bin ich weit entfernt.

Konto oder Anleihe?

Nur ein paar Fragen galt es zu beantworten, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Damit weiß ich jetzt auch, dass für mich allenfalls Tagesgeldkonten, Tagesanleihen und ähnlich sichere Geldanlagen in Frage kommen - große Gewinne sind da leider nicht drin.

Was sich jetzt so einfach und spielerisch liest, hat Christina Kubitza, Nina Berger, Melanie Tröster und ihre Mitschüler eine ganze Menge Zeit gekostet. Ein Jahr lang hat die Gruppe an dem Projekt gearbeitet, anfangs, sagt Kubitza, »haben wir gedacht, dass wir es nie schaffen«.

Doch die Motivation bei den angehenden Bankkaufleuten, die demnächst ihre Prüfung ablegen, war groß. Sie alle erleben tagtäglich, wie sehr das Ansehen ihrer Branche in jüngster Zeit gelitten hat. Als die Schülerinnen in der Fußgängerzone Passanten fragten, wie die Banken das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen könnten, verschwiegen sie sogar, wo sie arbeiten, um wenigstens überhaupt eine Antwort zu bekommen.

70 Prozent haben kein Vertrauen in Banken

Ihr Lehrer Peter Kührt, der die Projektgruppe leitet, hat die passende Zahl dazu: 70 Prozent der Deutschen haben demnach kein oder nur wenig Vertrauen in die Beratung der Banken, alle wünschen sich mehr Transparenz und Aufrichtigkeit.

Und dazu wollen die Schüler mit ihrem »Anlage-Navigator« beitragen, der viel mehr bietet als den unterhaltsamen Selbsttest im Internet. Nicht »Zocker oder Profis«, sondern »ganz normale Leute« sollen sich schnell und leicht verständlich im Internet informieren können, sagt Kührt. Deshalb hat das Team Beschreibungen zahlreicher Geldanlagen erarbeitet und diese den jeweiligen Anlegertypen zugeordnet. Auf »Einschätzungen und Mutmaßungen« habe man dabei verzichtet. Die Nutzer finden zudem Videos und Power-Point-Präsentationen, die die jeweiligen Begriffe veranschaulichen. Denn einfache und verständliche Produktinformationen gibt es aus Sicht der Schüler bislang noch zu selten.

Die Profis überzeugt

Auch die bisherigen Risiko-Klassifizierungen fanden die jungen Leute verwirrend. Deshalb griffen sie auf das Bild eines Berges zurück, um die verschiedenen Typen zu beschreiben. »Je höher man kommt, desto höher ist auch die Fallhöhe«, sagen sie.

Mit ihrer Arbeit konnten sie sogar die Profis überzeugen. Die Seite sei »sehr gelungen«, sagt Stefan Hertel von der Sparkasse Fürth. »Ein paar Bereiche müsste man aber noch vertiefen.« Doch das Internetangebot sei in jedem Fall eine gute Vorbereitung vor dem Termin mit einem Bankberater, da ist sich Hertel mit seinem Nürnberger Kollegen Ansgar Hofmann einig. Ähnlich sieht es Christoph Hommel von der Verbraucherzentrale, der vor allem die anschauliche Darstellung lobt.

Silke Roennefahrt

 

Nünberger Zeitung vom 06.05.2010

Wie Spaziergänger und Drachenflieger investieren

Bank-Azubis entwickelten Internet-Plattform

»Welcher Anlagetyp sind Sie?« Diese Frage hört man vom Anlageberater in der Bank häufig. Die Reaktion der Kunden ist fast immer gleich: ahnungsloses Schulterzucken. Die Frage, ob man nun eher der konservative oder der risikobereite Geldanleger ist oder eine der Stufen dazwischen, ist schwierig zu beantworten. Damit Geldanleger selbstbewusster in solche Gespräche gehen können, haben die Bank-Azubis der Kaufmännischen Berufsschule 4 eine neuartige Internetplattform entwickelt, die jetzt online ist. Unter www.anlage-coach.de erhalten Anleger Auskunft über ihren Anlagetyp und die dafür geeigneten Geldanlagen.

Die 23 Azubis der Projektgruppe »Anlage-Coach« stellten gemeinsam mit Projektleiter Peter Kührt ihre Internetplattform vor. Expertenwissen steuerten Thomas Bieler (ING DiBa, Frankfurt), Stefan Hertel (Sparkasse Fürth), Ansgar Hofmann (Sparkasse Nürnberg) sowie der Verbraucherschützer Christoph Hommel bei.

»Viele Kreditinstitute haben durch die Finanzkrise große Vertrauensverluste erfahren. Deshalb haben wir uns damit beschäftigt, wie man das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen kann«, erklärt Kührt. Die Lösung war schnell gefunden: Bessere Risikoklassen-Einteilungen und bessere Produktinformationen müssen her.

Seit September haben die Azubis gegrübelt, wie man diesen Forderungen und Wünschen der Anleger gerecht werden könnte. Ihre Antwort: Die Internetplattform, die speziell unerfahrenen Anlegern dabei helfen soll, schnell zu ermitteln, welche Anlageformen sich für sie eignen – und bei welchen Vorsicht geboten ist. Auf der pfiffig gemachten, benutzerfreundlichen Website muss der Nutzer 20 Fragen beantworten. Zum Beispiel, wie lange er sein Geld anlegen und welche Rendite er erzielen möchte. Die Sicherheit spielt eine wichtige Rolle: Ist ein Kapitalschutz mit Einlagensicherung gewünscht oder kauft der Anleger eher spekulativ und nimmt dabei auch einen Totalverlust seines Kapitals in Kauf?

Nach Beantwortung aller Fragen ermittelt das System den Anlegertyp. Acht unterschiedliche Typen haben sich die Azubis ausgedacht, die spielerisch das Risikoverhalten der Anleger zeigen sollen. Es beginnt mit dem »Spaziergänger«, der unter der Risikoklasse »konservativ« läuft. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er sich absolute Sicherheit und Berechenbarkeit der Geldanlage wünscht. Zudem möchte er jederzeit in vollem Umfang über sein Geld verfügen können. Allerdings hat er dadurch auch keine hohen Renditeerwartungen. Ihm empfiehlt das Programm, Girokonten, Tagesgeldkonten oder Kreditkartenkonten zu eröffnen.

Auf der zweiten, etwas riskanteren Stufe, steht der so genannte »Nordic-Walker«. So wie sich der Sportler auch einmal in höheren Gefilden bewegt, jedoch stets auf dem Boden bleibt, verhält sich auch der ihm wesensverwandte Anleger: Er legt zwar immer noch konservativ an und möchte hundertprozentige Sicherheit, kann aber über sein Geld erst bei Fälligkeit verfügen, etwa bei Festgeldanlagen.

Über Typenklassen wie »Wanderer«, »Bergsteiger« oder »Gipfelstürmer« gelangt man zum risikofreudigsten, hoch spekulativen Anlegertyp: Der »Drachenflieger« geht volles Risiko, um einen großen Gewinn machen zu können. Auf der Website heißt es über ihn: »Eigentlich möchte er sein Kapital in kürzester Zeit verdoppeln oder verdreifachen. Dazu ist er bereit, ein immens großes Risiko einzugehen und den möglichen Totalverlust seiner Anlage in Kauf zu nehmen.«

Anlegern dieser Kategorie empfehlen die Azubis, auch Aktien von kleinen, völlig unbekannten ausländischen Unternehmen oder Optionsscheine mit in ihr Depot zu nehmen. Informationen über die diversen Geldanlageformen können ebenfalls auf der Website eingeholt werden.

Peter Kührt und sein Team sind mächtig stolz auf das gelungene Projekt. »Ich finde die Plattform gut, weil sie eine Stütze für den Anleger darstellt und ihm einen Anhaltspunkt bietet«, sagt die Auszubildende Alexandra Heubach. Ihr Kollege pflichtet ihr bei. »Außerdem kann man hier sicher sein, wirklich unabhängige Informationen zu erhalten. Wir wollen nichts verkaufen, sondern nur informieren«, erklärt Moritz Stubka.

Auch die Experten loben das »zeitintensive Projekt«, in dem viel Know-how stecke. »Der Test ist eine gute Vorbereitung für die Anleger, bevor sie sich beraten lassen. Denn dann können sie zumindest schon einmal sagen, zu welchem Typ sie gehören«, sagt Stefan Hertel, Leiter des Private Banking der Sparkasse Fürth. Das ahnungslose Schulterzucken gebe es in Zukunft dann wohl seltener.

www.anlage-coach.de

Kerstin Fellenzer 


Antenne Bayern vom 04.05.2010

Nürnberger Berufsschüler ermitteln die besten Anlagetipps

Da vielen Bankkunden oftmals schon bei der Beratung der Kopf schwirrt, haben Nürnberger Bank-Azubis mit ihrem Onlineprojekt "Anlage Coach" dem Fachchinesisch vieler Banken den Kampf angesagt.

Auf ihrer Internetplattform haben die Berufsschüler die wichtigsten Fragen und Antworten von Anlagekunden pfiffig zusammengefasst. Projektteilnehmerin Christina Kubitza sieht die Plattform als Chance für die Kunde ganz flexibel zu sein und zu sehen auf welcher Stufe, sie sich eigentlich bewegen.

Das Projekt ist wie ein Quiz aufgebaut. Mit maximal zehn gestellten Fragen kann man am Ende ermitteln, welche Anlagestrategie optimal für einen selbst ist.

Sollten Sie Interesse an diesem Projekt haben, dann schauen sie doch auf der Webseite der Nürnberger Berufsschüler vorbei: www.anlage-coach.de

Quelle: Antenne Bayern - Nachrichten aus Bayern

 


Betrifft: 2/10, Hrsg.: Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Nürnberg 2010

Geldanlegen in Zeiten der Krise

Berufsschüler landen mit Online-Plattform „Anlage-Coach" Volltreffer

Schüler der Kaufmännischen Berufsschule 4 haben zusammen mit ihrem Lehrer Dr. Peter Kührt eine Website entwickelt, die bereits für einiges Aufsehen gesorgt hat. Binnen kurzem hat es der Internet-Ratgeber „Anlage-Coach" auf Seite 1 der Suchmaschine Google geschafft. „Offenbar gibt es ein überwältigendes Interesse der Menschen in Deutschland nach verständlichen Erklärungen und nach unabhängiger, fairer Information", ist Dr. Kührt überzeugt. Er musste miterleben, wie die Finanz-, Banken- und Vertrauenskrise auch die Auszubildenden im Bankgewerbe, die ihre theoretische Ausbildung an der städtischen Berufsschule bekommen, schwer belastete. Die Probleme wurden im Unterricht intensiv thematisiert, die Arbeit mündete schließlich in ein neues Projekt des engagierten Lehrers, der in der Vergangenheit immer wieder mit aufsehenerregenden Experimenten von sich und seiner Schule reden gemacht hat.

Im letzten halben Jahr haben bis zu 70 Auszubildende verschiedener Nürnberger Banken an der Ausarbeitung und Umsetzung des Projekts „Anlage-Coach" mitgewirkt. „Bankazubis erleben die Auswirkungen der Finanzkrise täglich am Schalter", betont Dr. Kührt. „Die Vertrauenskrise der Kunden ist elementar. Bei Probeinterviews für unser Projekt in der Breiten Gasse wurden die Schüler von Passanten so beschimpft, dass sie sich nach drei Interviewversuchen nicht mehr zu sagen trauten, dass sie bei einer Bank arbeiten", berichtet er aus der Praxis.

Die neue Online-Plattform hat es in sich: Der Selbsttest verrät in maximal zehn Schritten, welcher Anlegertyp man ist, auf Basis eines sehr konservativ angelegten und verbraucherfreundlichen Rechenmodells, betont Dr. Kührt. „Wir haben bessere, trennschärfere und verbraucherfreundlichere Risikoklassen als das Wertpapierhandelsgesetz und alle Banken zusammen", erklärt der Lehrer. Das Angebot bietet zusätzlich verständliche Produktbeschreibungen für alle Geldanlagen, die für Kleinanleger in Frage kommen, in Text, Bild und Ton. Auch bevor städtische Bedienstete die Club-Anleihe zeichnen, sollten sie den Selbstcheck beim „Anlage-Coach" machen", empfiehlt der Lehrer. tom


Betrifft: 2/10, Hrsg.: Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Nürnberg 2010

Welcher Anleger-Typ sind Sie?

Lehrer Dr. Peter Kührt über „Spaziergänger" und „Gipfelstürmer"

betrifft: Das Fachchinesisch der Bankberater hat in der Vergangenheit so manchen Anleger in die Irre geführt. Wie führt der „Anlage-Coach" der Berufsschüler der B4 Anleger aus dem Labyrinth heraus?

Dr. Kührt: Wir haben einfache und verständliche Beschreibungen für über 50 Geldanlagen als Text und Video. Für komplizierte Anlageformen findet der User vertonte und animierte PowerPoint-Präsentationen. Und wir sagen klar und unmissverständlich, welches Risiko mit jeder Anlage verbunden ist.

betrifft: Worauf müssen Anleger achten?

Dr. Kührt: Wer sein Geld sicher zurück will, kann sich —je nach gewünschter Laufzeit— nur als „Spaziergänger" (Tagesgeld, Spareinlage, Kreditkartenkonto), „Nordic-Walker" (Festgeld) oder „Wanderer" (Sparbrief, Bundesschatzbrief, Bundesanleihe, Inhaberschuldverschreibung einer Bank) betätigen. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Gegenüber Bankberatern sollten Anleger ihr Anlageverhalten immer als „konservativ" (Risikostufe 1 nach dem Wertpapierhandelsgesetz) angeben. Nur dann ist sichergestellt, dass die Berater eine Anlage empfehlen, bei der das einbezahlte Geld auch sicher wieder zurückfließt. Bei allen anderen Risikostufen ist die Höhe der Rückzahlung ungewiss.

betrifft: Spaziergänger, Nordic-Walker, Wanderer? Was hat es damit auf sich?

Dr. Kührt: Der Online-Check unterscheidet acht verschiedene Anlagecharaktere — vom vorsichtigen „Spaziergänger" bis hin zum risikobereiten „Drachenflieger"— die sich die Schülerinnen und Schüler ausgedacht haben.

betrifft: Wo würden Sie sich selbst ansiedeln?

Dr. Kührt: Ich bin, wie vermutlich die meisten Menschen, als Anleger eine gespaltene Persönlichkeit: Hinsichtlich des weit überwiegenden Teils meines Vermögens bin ich stockkonservativ, also „Spaziergänger" bis „Wanderer". Mit einem kleinen Teil meines Geldes bin ich allerdings auch zu größeren Wagnissen und zum denkbaren Totalverlust meiner Anlage bereit (zum Beispiel Aktien, Aktienfonds = „Gipfelstürmer"). Ein „Drachenflieger", der sogar Verluste über seine Anlage hinaus riskiert, würde ich aber selbst durch einen Lottogewinn nicht werden.

betrifft: Worauf basiert der „Anlage-Coach"?

Dr. Kührt: Wir haben darauf geachtet, dass unser Programm objektiv rechnet und kalkuliert und ohne Mutmaßungen und Spekulationen auskommt. Entscheidend ist, was man maximal verlieren kann. Wenn Sie uns also sagen, dass Sie Ihren Kapitaleinsatz oder gar ein Vielfaches davon riskieren wollen, dann können Sie durchaus „Gipfelstürmer" oder „Drachenflieger" werden und Aktien und Optionsscheine kaufen. Wollen Sie dies aber nicht, dann dürfen Sie auch nur die für Sie geeigneten Anlagen tätigen. tom


Abendzeitung Nürnberg, 07.07.2010
(erster Artikel in einer Boulevardzeitung - zwischen "LKW zermalmt Autofahrerin..." und "Sex im Beichtstuhl?..."!!!)

Anlage-Coach.de - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Süddeutsche Zeitung, 21.07.2010 (Wirtschaftsteil, S. 35)

Aufsehen bei Bankern

Berufsschüler betreiben erfolgreich Portal für Geldanleger

Nürnberg - Mit einem eigenen Internetportal für Geldanleger sorgen seit einigen Wochen 23 Nürnberger Bank-Berufsschüler in der deutschen Bankenwelt für Furore. Ihr Internet-basiertes Beratungssystem ist so einfach und transparent, dass es einige Banken demnächst in ihrer Kundenberatung einsetzen wollen. Nach maximal zehn Antworten weiß der Anleger bei www.anlage-coach.de, ob er bei der Geldanlage eher der Typ „Spaziergänger", der das Risiko scheut, „Wanderer" mit geringer Risikobereitschaft oder der ganz wagemutige „Drachenflieger" ist. Klare, auch für den Laien verständliche Risikokategorien für Geldanlagen - das war dem Projektinitiator, dem Nürnberger Berufsschullehrer Peter Kührt, von Anfang an wichtig. „Unsere Hoffnung ist, dass anlage-coach.de breit kommuniziert wird." Über den Erfolg von anlage-coach.de ist Kührt aber immer noch erstaunt: „Für ein Schülerprojekt ist das einfach der Hammer." Annika Willer sprach mit der Projektleiterin Carolin Wabra, 21, die eine Ausbildung .bei der Stadtsparkasse Nürnberg macht.

SZ: Woher kam die Idee für das Projekt?

Wabra: Wie es eben bei vielen Schulprojekten ist: zuerst vom Lehrer. Der meinte: Ihm reiche es mit der Finanzkrise, ob wir nicht Lust hätten, mal etwas Neues zu versuchen. Und wir haben es schließlich auch selbst ganz stark gemerkt: Wir alle haben 2008 mit der Aus-bildurig angefangen, mitten in der Finanzkrise. Da steht dann jemand am Schalter, hebt sein ganzes Geld ab, und sagt: „Jetzt lege ich's lieber unters Kopfkissen, als dass ihr mir wieder Mist damit baut." Das war ganz drastisch, so etwa: Ihr seid daran schuld, dass ich mein Geld verloren habe.

Und welche Schlüsse haben Sie daraus gezogen?

Wir haben das hautnah mitbekommen, wie Kunden zu viel Vertrauen in ihre Bankberater haben und am Ende bedröppelt dastehen. Wir wollen die Kunden richtig aufklären. Viele wissen zu wenig über die Produkte, vielleicht gerade noch, was Sparbuch, Girokonto und Tagesgeld sind.

Was können Sie da anderes liefern als ein Beratungsgespräch?

In Beratungsgesprächen bleibt oft nicht genug Zeit, nicht jeder sagt, wenn er etwas nicht versteht. Die Konditionen und Risiken sind oft anders, als die Kunden denken. Nicht jeder liest das Kleingedruckte. Und dabei ist es nun mal so: Der Bankberater hat auch eigene Ziele, und der Kunde bekommt nichts geschenkt,

Sie selbst werden ja auch Beratungsgespräche führen müssen...

Mir persönlich reicht es erst einmal mit verkaufen, gerade deshalb hat mir das Projekt so gut gefallen. Wir haben über 50 Produkte erklärt, saßen ewig an dem Test, welche Fragen man stellt, wie man die Anlagetypen einteilt.

Gut informierte Kunden werden es den' Bankberatern wohl nicht leichter machen, etwas zu verkaufen.

Ja, das ist eine zweischneidige Sache. Aber am Ende. stehen beide besser da: Wenn ein Anlagegeschäft schiefläuft, ist das auch für den Berater nicht gut. Man muss auch unsere Banken loben, die haben uns sehr bei dem Projekt unterstützt. Man merkt einfach, dass Banker als Berufsgruppe nicht mehr gut dastehen und Banken das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen müssen.

Und was für ein Anlagetyp sind Sie?

Ich bin der Spaziergänger! Ganz konservativ und spießig: Aber ich bekomme mein Geld zu 100 Prozent wieder, und das ist mir am meisten wert!


Süddeutsche Zeitung, 29.07.2010 (Beilage für Schule, Hochschule und Weiterbildung, S. 28)

Anlage-Coach.de - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Profil - Das bayerische Genossenschaftsblatt, Ausgabe 10/2010,
Hrsg.: Genossenschaftsverband Bayern e. V., S.36

Anlagetipps vom Azubi

23 angehende Bankkaufleute aus Nürnberg sorgen mit einem Geldanlage-Portal für Aufsehen

Man könnte meinen, Geldanleger und Bergsteiger hätten nicht viel gemeinsam? Weit gefehlt! Denn beide sollten die gleiche grundsätzliche Überlegung anstellen: Wie risikoreich darf die Aktivität eigentlich werden? Der Alpinist zum Beispiel geht die Gefahr ein, tief zu fallen. Für den Wanderer ist die Fallhöhe hingegen geringer, er wird dafür nie so hoch hinauskommen. Ähnliches gilt für den Geldanleger. Je mehr Rendite er will, umso höheres Risiko muss er eingehen.

23 angehende Bankkaufleute der Nürnberger „Berufsschule 4" haben den einleuchtenden Vergleich nun genutzt, um ein Internetportal zur Beratung in Finanzfragen zu entwickeln. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Peter Kührt erklären sie auf der Seite www.anlage-coach.de, welche Anlagevarianten für welchen Bankkunden infrage kommen und wie sie funktionieren.

Spaziergänger oder Gipfelstürmer?

Der Ratsuchende wird zunächst dazu aufgefordert, zehn Fragen zu seiner Risikoneigung zu beantworten. Anschließend stuft ein Rechenmodell den Teilnehmer in eine von acht Risikoklassen ein. Jede Kategorie entspricht symbolisch einem bestimmten Typus: Der eher konservative Anleger wird als Spaziergänger eingestuft, der risikobereite Charakter als Hochgebirgswanderer, und wer mit spekulativen Anlageformen sein Geld zu mehren sucht, entpuppt sich als Drachenflieger. Mit diesen eingängigen Vergleichen kann auch der Laie die verschiedenen Anlageformen verstehen.

Auf Medienwirbel folgt die erste Kaufofferte

Mit ihrem Projekt haben die Auszubildenden großen Wirbel ausgelöst. Was als Schülerprojekt startete, interessiert inzwischen immer mehr Banken und Medien. „Die letzten Monate waren sowas von aufregend. Mal sehen, wo das alles noch hinführt", sagt Initiator Peter Kührt. Nach der Lokalpresse berichteten inzwischen auch die Süddeutsche Zeitung und Antenne Bayern über die jugendlichen Anlageberater. „Die bayerische Landesbank setzt den Anlagecoach inzwischen zur internen Ausbildung und Prüfungsvorbereitung ein", weiß Kührt. Selbst die Kaufofferte einer Bank erreichte den Lehrer. „Die habe ich allerdings abgelehnt, da wir vorläufig unabhängig bleiben wollen", so Kührt weiter.

Hinter der Internetseite steckt viel Mühe. Über sieben Monate arbeitete Kührt mit den 23 Bankazubis daran. Nur eine sechstägige Freistellung seitens der Banken machte das Projekt überhaupt möglich. Denn neben dem unkomplizierten Selbsttest enthält der Anlagecoach eine Menge harter Fakten. Die Schüler erklären in Powerpoint-Präsentationen sowie Audio- und Videobeiträgen über 50 verschiedene Formen der Geldanlage, von der Aktie über die Floateranleihe bis hin zum Pfandbrief. Sie definieren jede davon in einfacher Sprache und ordnen sie einer der acht Risikokategorien zu.

Integration in die Bankberatung

Inzwischen erreichen Projektleiter Kührt immer mehr Zuschriften von Bankberatern, die von der Webseite begeistert sind oder sie sogar ihren Kunden empfehlen. Und er hat auch schon eine Vorstellung, wie es in Zukunft weitergehen könnte: „Viele Leute kaufen ja heute Finanzprodukte ohne sie überhaupt zu verstehen. Man könnte den Anlagecoach in Wartezonen von Banken zur Vorbereitung auf das Beratungsgespräch einsetzen", wünscht sich der Berufsschullehrer. nb


Südseiten, Das Magazin der Bayerischen Börse 3/10, S. 6

Geldanlage ohne Fachchinesisch

Angehende Bankkaufleute haben an der Kaufmännischen Berufsschule 4 in Nürnberg die Geldanlage-Informationsseite www.anlage-coach.de entwickelt. Nina Berger, Auszubildende der Deutschen Bank, erklärt die Hintergründe des Projekts.

Frau Berger, wie kam es zur Entwicklung der Webseite?

Wir haben gemeinsam mit unserem Berufsschullehrer nach einem Thema für ein Projekt gesucht. Das war mitten in der Finanzkrise - und deshalb haben sich besonders viele Menschen mit dem Thema Geldanlage beschäftigt. Zum Beispiel weil sie sich gefragt haben, wie sicher ihr Erspartes eigentlich ist. Das habe auch ich jeden Tag bei der Arbeit in der Bank erlebt. Deshalb haben wir uns entschlossen, Wissen über die Geldanlage zu vermitteln.

Sie haben zunächst einmal eine Umfrage zu dem Thema gemacht, um herauszufinden, was genau die Menschen beim Thema Geldanlage beschäftigt. Sind Sie dabei auch auf die oft beklagte mangelhafte Allgemeinbildung in Sachen Geld gestoßen?

Ja, sind wir. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass sich viele Menschen sehr wohl für das Thema interessieren. Nur wissen sie nicht, wie sie sich informieren können. Denn mit der Sprache der Banken können die Meisten wenig anfangen, die schreckt sie eher ab. Deshalb haben wir beschlossen, für unsere lnternetseite einen anderen Ansatz zu wählen. Wir wollten das Thema anschaulich und in einfachen Worten erklären, ohne Fachchinesisch zu benutzen.

Und welche Reaktionen haben Sie bekommen?

Durchweg positive. Sogar meine Großeltern waren begeistert, obwohl die sich sonst nur selten mit dem Internet und Geldthemen beschäftigen. Besonders gut angekommen ist unser Online-Test, bei dem man herausfinden kann, welcher Anlagetyp man ist. Dort bekommt man am Ende ein anschauliches Ergebnis präsentiert - mit einer Liste von Anlageformen, die zu den eigenen Wünschen passen.


Nürnberger Nachrichten 20.11.2010, S. 14

Bank-Azubis erhielten Preis

Die Projektgruppe „AnlageCoach.de" der städtischen Berufsschule 4 erhielt den renommierten „TheoPrax-Preis" der deutschen Fraunhofer Institute. 23 Bank-Auszubildende aus mehreren Kreditinstituten hatten an der Schule eine Internetplattform für Geldanleger entwickelt, die auch in Fachkreisen auf große Zustimmung gestoßen war. Mit dem „TheoPrax-Preis" werden Projektarbeiten in Schulen und Hochschulen belohnt, die sich durch innovative Lösungsvorschläge, kreative Umsetzungen und gesellschaftsrelevante Auswirkungen auszeichnen.


Nürnberger Nachrichten („Nürnberg Extra“) vom 23.11.2010

Gipfelstürmer gehen hohe Risiken bei der Anlage ein

Gefahrvolle Bergwelt als Muster: Angehende Bankkaufleute haben ein Beratungsportal für Kunden entwickelt

VON HORST PETER WICKEL

Angehende Bankkaufleute aus Nürnberg haben für Sparer und Anleger ein viel beachtetes Beratungsportal im Internet entwickelt.

Sind Sie nun ein Wanderer oder ein Gipfelstürmer? Oder gar ein Drachenflieger? „Um die verschiedenen Anlegertypen zu charakterisieren, haben wir die Bergwelt gewählt", sagt Sabine Zakel von der Sparkasse Nürnberg. Denn dort wird proportional abgebildet, wie risikoreich verschiedene Formen der Geldanlage zu beurteilen sind." Dass wachsende Erträge viel mit größeren Risiken zu tun haben und dass die Fallhöhe extreme Werte erreicht, muss man der 23-jährigen Sparkassenangestellten nicht erklären.

Kein Schubladendenken

Als sich vor einigen Monaten mehr als 20 Bank-Berufsschüler aus der Nürnberger Berufsschule 4 zusammenfanden, um gemeinsam mit ihrem Lehrer Peter Kührt ein neues Beratungsportal im Internet 'zu, entwickeln, einigten sie sich schnell darauf, die gefahrvolle Freizeitwelt der Berge als Handlungsort zu nutzen. „Natürlich wollen wir die interessierten Anleger bei der Typisierung nicht in Schubladen stecken", betont Zakel, die nach bestandener Prüfung inzwischen als Beraterin bei der Sparkasse Nürnberg arbeitet.

Trotzdem: Die von Banken und anderen Finanzdienstleistern gern gewählten drei oder fünf Risikoklassen waren den Jung-Bankern einfach zu wenig. Nun wissen .Online-Surfer nach maximal zehn Antworten, welcher Anlegertyp sie sind und welche Produkte zwischen Aktien und Zertifikaten am ehesten für sie infrage kommen.

Neben Sabine Zakel kamen Bank-Auszubildende der Sparkasse Nürnberg, der Deutschen Bank, der HypoVereinsbank, der Commerzbank, der Ing-Diba und der Santander Consumer Bank bei dem Projekt zusammen.

Zwar hatten sogar mehr als 40 Nachwuchs-Banker ihr Interesse an dem jüngsten Internet-Projekt der Berufsschule angemeldet; aber nur rund die Hälfte von ihnen bekam die Erlaubnis ihres Arbeitgebers, an dem Vorhaben mitzuwirken. Immerhin war eine sechstägige Freistellung für das Projekt vom Ausbildungsbetrieb erforderlich.

Ausgangspunkt für das Online-Portal war die Finanzkrise, deren Auswirkungen selbstverständlich auch die Nachwuchs-Banker. zu spüren bekamen. Bei. Kundengesprächen mussten sie feststellen, dass viele Geldanleger nur wenig über den Kapitalmarkt, aber auch über ihre eigenen Erwartungen und ihre Risikobereitschaft wissen. Zahlreiche Umfragen und Studien der vergangenen Monate machen deutlich, was die Anleger von ihren Finanzberatern erwarten. Ganz weit oben in der Kunden-Wunschliste steht fast immer die Verständlichkeit.

Bei einer Infratest-Befragung im Auftrag der Direktbank Ing-Diba beispielsweise gaben 87 Prozent der 2500 Befragten an, dass sie sich einfachere und bessere Geldanlagemöglichkeiten von ihrer Bank oder Sparkasse wünschen. Denn 86 Prozent haben der Umfrage zufolge den Eindruck, dass Finanzangelegenheiten in den vergangenen Jahren immer komplizierter geworden sind.

Gut erklären

Bei einer repräsentativen Umfrage . von TNS Sofres im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International in elf europäischen Ländern kam heraus, dass für. die Mehrheit der Deutschen bei• der Finanz- und Vorsorgeplanung kein Weg an einem qualifizierten Berater vorbeiführt. „Die Finanzbranche hat derzeit die einmalige Gelegenheit, die Anlageberatung und damit den Dreh-und Angelpunkt der Kundenbeziehung neu zu definieren", sagt Christian Wrede, Sprecher der Geschäftsleitung von Fidelity International in Deutschland.

Und Oliver Klink, Leiter der Allianz Bank, kommentierte die Ergebnisse 'der diesjährigen Allianz Bank Money-Trends mit den Worten: „Gute Beratung muss auch gut erklären können. Das gilt heute noch mehr als früher. Den Bedürfnissen der Sparer und Anleger kommen, verständliche Finanzprodukte mehr entgegen als undurchsichtige Anlagekonstruktionen."

Zu einfach bei der Beratung dürfen es sich die Finanzprofis also nicht machen. So erwarten nach Allianz-Angaben neun von zehn Deutschen, dass ihr Berater individuell auf ihre finanzielle Gesamtsituation eingeht.

Misstrauen gewachsen

Seit der Krise sind Geldanleger nach Beobachtungen vieler Vermögensberater einfach anders. „Ihr Misstrauen ist gewachsen", sagt Bernd Sonntag, Vermögensberater bei der Sparkasse Hochfranken. Der Sicherheitsgedanke habe absoluten Vorrang, spekulative Ansätze seien völlig in den Hintergrund geraten. Sonntag sagt: „Vertrauen ist zwar noch da, aber vieles, sehr vieles wird hinter fragt."

Geldhäuser sollten die Chance nutzen und auf diese Fragen verlässliche Antworten liefern. Die Einsicht bei vielen Mitarbeitern ist da: „Auch die Sparkasse Nürnberg profitiert ja langfristig gesehen nicht davon, wenn man den Kunden über den Tisch zieht", meint denn auch Sabine Zakel und erklärt: „Man will ja, dass die Kunden wiederkommen und sich bei ihrer Bank sicher wissen."

Die Sparkasse bietet Interessierten auf ihren Internet-Seiten den Zugang zum Online-Anlage-Coach des Banker-Nachwuchses. Der Leitfaden könne zwar die persönliche Beratung nicht ersetzen, sagt Sparkassen-Sprecherin Tina Schmidt. Das Programm biete aber eine gute Hilfe, um sich vor dem Gespräch mit dem Bankberater einen ersten Überblick zu verschaffen.

Für ihre Mühe wurden die Auszubildenden belohnt: Ihre Internet-Plattform hat die Jury des TheoPrax-Preises überzeugt, der von den deutschen Fraunhofer Instituten vergeben wird.

Im Internet finden Sie unter www.anlage-coach.de die Informationen der Nürnberger Bank-Azubis.


Zahlreiche weitere Presselinks zum Projekt "Anlage-Coach.de" finden Sie in der Rubrik Projektgruppe von www.anlage-coach.de


Nürnberger Nachrichten vom 09.04.2011 ("Nürnberg Extra")

Polieren am Image

Azubis geben Senioren Tipps zur Geldanlage

Erst entwickelten sie eine Internetplattform, die über Geldanlagen informiert, jetzt suchen sie den Austausch im direkten Dialog: Angehende Bankkaufleute luden in der Berufsschule 4 Senioren in ihre „Investors Lounge" ein - mit dem Ziel, das Image des Berufes zu verbessern.

Das Bild von der Branche ist schlecht. „Sie lassen den Kunden unwissend, machen ihn nicht gescheiter." „Sie denken nur an den Vorteil der Bank." „Es taucht der Verdacht auf, dass die Angestellten umsatzorientiert sind und ihre Kunden manipulieren." Drei von etlichen negativen Urteilen über den Berufsstand der Anlageberater, die die Börsengruppe des Computerclubs Nürnberg 50 plus unter ihren Mitgliedern gesammelt hat.

Entstanden vor zehn Jahren, als von der weltweiten Finanzkrise noch keine Rede war, dient die Gruppe dem regelmäßigen Erfahrungsaustausch. „Wir beraten uns gegenseitig", sagt der Leiter der lockeren Runde, Fritz Burtak. Das mache ein Stück weit unabhängiger von den Tipps der Experten. in die Berufsschule ist der 73-Jährige trotzdem gerne gekommen. Er habe keine Vorurteile gegenüber dem Nachwuchs, versichert Burtak.

Die angehenden Bankkaufleute jedoch haben sehr wohl. das Gefühl, dass sie für die Fehler anderer mitverantwortlich gemacht werden. Viele Kunden redeten sich erst einmal den Frust von der Seele, sagt Julian Söder. „Ich wurde früher schlecht beraten", diesen Satz bekam der 22-Jährige schon des Öfteren zu hören. Es sei schwer, darauf zu reagieren, sagt Söder, der bislang ohnehin nur unter den Augen eines erfahrenen Kollegen seine Tipps weitergeben darf. „Wir lernen ja gar nicht, wie wir damit umgehen sollen."

Auch sonst haben er und seine Mitschüler gelegentlich mit ihrer Jugend zu kämpfen. „Sie sind zu jung, Sie können das noch nicht", mussten sich Valerie Friedrich und Luisa Weise sagen lassen, als sie am Bankschalter ihre Dienste anboten. Komme es zu einem längeren Beratungsgespräch, könne er solche Vorurteile jedoch erfolgreich widerlegen, sagt Tim Schemm (23).

Projekt als Chance

Deshalb sehen die Auszubildenden auch die „Investors Lounge" als Chance an. Angestoßen hat das Projekt ihr Lehrer Peter Kührt, der mit seinen Schülern vor einem Jahr schon die Internet-Plattform „Anlage-Coach" entwickelt hat (wir berichteten). Mit Hilfe eines kurzen Tests können Anleger ergründen, wie risikofreudig sie sind - und sich anschließend über die zu ihnen passenden Anlageformen informieren. Leichte und verständliche Informationen für „ganz normale Leute" haben die Schüler zusammengetragen, sagt Kührt, der  das Projekt nach wie vor für aktuell hält. Denn die meisten Institute hätten nicht viel aus der Bankenkrise gelernt: „Im Moment wird schon wieder alles verkauft, auch viele riskante Anlagen."

Bei den kurzen Vorträgen über verschiedene Anlageformen, die die Schüler vorbereitet haben, steht deshalb auch das Kriterium der Sicherheit an erster Stelle. „Die Infos sind Grundlage für einen lockeren Erfahrungsaustausch, der sich, wie Kührt hofft, im kommenden Schuljahr fortsetzen soll. Die Premiere war aus seiner Sicht in jedem Fall gelungen.           Roe

Die Börsengruppe des Computerclubs trifft sich alle zwei Wochen von 14 bis 16 Uhr im Heilig-Geist-Haus, nächster Termin ist der 21. April. Anlagetipps der Schüler sind nachzulesen im Internet unter www.anlage-coach.de


 Jugend für Europa, Beiträge zum Thema Europäische Bürgerschaft, 20.04.2011

"Wirtschaft für Jugendliche – spannender als Promis und Königshäuser"

Näheres unter http://www.jugendfuereuropa.de/jfe/news/7458/

 


Nürnberger Nachrichten, 16.07.2011, S.9

Maly: "Die schwerste Entscheidung meiner Amtszeit"

Jugendliche der B4 hielten mit OB Maly eine Stadtratssitzung

Nürnberg  - „Ohne Jugend ist kein Staat zu machen.“ Unter diesem Titel haben sich 50 angehende Bankkaufleute der Berufsschule4 drei Tage lang in Begleitung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Nürnberger Kommunalpolitik befasst. Gestern konfrontierten sie Oberbürgermeister Ulrich Maly in einer „Ratssitzung“ mit Forderungen.

Um es vorwegzunehmen: Wer die echte Ratssitzung am Mittwoch und die gespielte am Freitag verfolgt hat, muss feststellen: Mit dieser Jugend ist ein Staat zu machen! Das dickste Lob kam von Maly selbst: „Es macht Spaß mit euch! Die eine oder den anderen sieht man irgendwann im Rat wieder.“

Dabei hatte es anfangs gar nicht danach ausgesehen. Zum Start des Planspiels am Mittwoch in der Schule kamen Peter Kührt von der B4 Zweifel. Die Begeisterung der Politik hielt sich in Grenzen, er schaute eher in gelangweilte Gesichter. „Es gibt leider ein gewisses Desinteresse der Jugendlichen an Politik und, was schlimmer ist, eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber der Demokratie“, bedauert Harald Zintl von der Ebert-Stiftung. „Doch das Interesse unserer Schüler ist bei dem Planspiel mit jedem Tag gewachsen“, freut sich Kührt. „Ihr wart stark“, zollte auch er den jungen Erwachsenen zum Schluss Respekt.

Die Schüler hatten für ihr Politik-Projekt fünf Fraktionen gegründet, von der „Jugendpartei Nürnberg“ über das „Bündnis junger Frauen“ bis zu „Die Aktiven“. Im Stadtrat holten sie sich am Mittwoch erste Anregungen. Am Donnerstag folgte ein Treffen mit sieben Stadträten. Gemeinsam formulierten Schüler und „Profis“ Anfragen und Anträge für die Sitzung mit dem Oberbürgermeister. Die Themen setzten die Jugendlichen.

Der größte Aufreger ist die Erhöhung der VAG-Fahrpreise um bis zu 30 Prozent. Der Antrag der „Aktiven“, dies zurückzunehmen, fand eine große Mehrheit. „Durch die höheren Preise werden Busse und Bahnen unattraktiver“, meinte ein Schüler. Die Sorge: Verärgerte Fahrgäste steigen aufs Auto um. „Die Folgen sind mehr Umweltverschmutzung, Lärm, Staus und Straßenschäden.“ Erstaunlich offen sagte Maly: „Ihr habt recht. Das ist die wohl schwerste Entscheidung in meiner Amtszeit.“ Doch er erklärte, dass der VAG jedes Jahr 15 Millionen Euro fehlten, daher führe an der Fahrpreiserhöhung kein Weg vorbei.

Dafür sorgte der OB mit einer Ankündigung für zufriedene Gesichter. Die „Partei mit Herz“ wollte wissen, ob die U-Bahn auch nachts fahren könne wie der NightLiner am Wochenende. Das bringe nicht wirklich etwas, so seine Antwort, weil der Betrieb sehr teuer sei und längst nicht alle Fahrgäste an den Linien wohnen. Doch Maly kündigte an, dass spätestens in anderthalb Jahren wohl der NightLiner auf den Donnerstag ausgeweitet wird. „Da sind sich alle Fraktionen einig“, sagte er; auch wenn es die VAG im Jahr 330000 Euro koste.

Politik kann doch Spaß machen

Die Schüler bohrten auch nach, was aus dem Z-Bau wird (Maly: „Wir investieren zehn Millionen Euro“), und wollten wissen, wie viel Geld die Stadt für den Ausbau des Frankenschnellwegs erhält. „Wir verhandeln noch mit dem Freistaat“, erklärte er. Er gehe davon aus, dass im Oktober eine Entscheidung verkündet wird. „Dann tagt das bayerische Kabinett in Nürnberg. Das ist doch ein wunderbarer Augenblick für die Staatsregierung, die Förderquote zu verkündigen.“ Dass dann die Staus und Umfahrungen bei den jahrelangen Bauarbeiten „fürchterlich“ werden, räumte er auf Nachfrage ein. Maly: „Dafür bauen wir ja für 100 Jahre.“

Gerungen wurde um den Ausbau der Kleinkinderbetreuung durch Eltern und mehr Parkplätze am Augustinerhof (beides abgelehnt). Zustimmung gab es für die Sanierung von Jugendeinrichtungen und höhere Investitionen — auch durch Land und Bund — in Wohnraum für Junge.

Nicht nur für Lisa Misof (18) war das Projekt eine Selbsterkenntnis. „Politik kann doch attraktiv sein“, stellte sie fest. „Ich habe damit vorher nichts am Hut gehabt.“ Vor allem das Argumentieren habe ihr Spaß gemacht. Mario Galazzo (18), bereits aktiv in der Kirchengemeinde, kann sich vorstellen, nun auch politisch aktiv zu werden.

ANDREAS FRANKE


Nürnberger Nachrichten, 16.07.2011, S.11

DER STANDPUNKT

Lehrstunde für Demokratie

Schüler begeistern im Rathaus mit Politikfähigkeit

VON ANDREAS FRANKE

„Demokratie braucht Demokraten." Dieser  Satz von Friedrich Ebert, 1919 erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt in Deutschland, hat auch heute noch seine        Berechtigung. Die nach ihm benannte Stiftung stellt leider fest, dass gerade bei vielen jungen Menschen das Verständnis für die Demokratie fehlt - oder schwindet. Umso bemerkenswerter ist das, was da nun im Nürnberger Stadtrat stattfand.

50 Berufsschüler „spielen" für zwei Stunden Parlament. Hinterher war nicht nur Oberbürgermeister Ulrich Maly von der lebhaften, fairen und ernsthaften Debatte der jungen Erwachsenen sichtbar begeistert. Auch die Schüler selbst erkannten sich kaum wieder.

In nur drei Tagen ist bei vielen die Erkenntnis gereift, dass Kommunalpolitik doch gar nicht so spröde ist wie angenommen. Nicht nur ihr Gespür für brennende Themen wie Nahverkehr, Fahrpreise, Kinderbetreuung oder Jugendeinrichtungen zeigt, dass es doch sehr viele Demokraten unter den jungen Menschen gibt. Ihr Interesse muss nur geweckt werden. Auch ihre Diskussionskultur nötigt Respekt ab. Mancher Politiker hätte gestern im Rathaus etwas von den Schülern lernen können.


Nürnberger Zeitung, 19.07.2011

Stadtratsluft zum Probeschnuppern

Nürnberg  - Unter dem Motto „Ohne Jugend ist kein Staat zu machen“ bot sich zwei Klassen der Berufsschule 4 die Gelegenheit, am dreitägigen Planspiel Kommunalpolitik in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung teilzunehmen.

Einmal Stadtrat sein: Beim Planspiel Kommunalpolitik in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung hatten angehende Bankkaufleute die Gelegenheit, in den Sitzungsalltag zu schnuppern.

Die angehenden Bankkaufmänner und -frauen bekommen hierbei nicht nur einen theoretischen Überblick über regionale Politik, sondern können in Gesprächsrunden und Sitzungen aktiv und kreativ mitwirken.

Bereits seit 1925 arbeitet die Stiftung, als älteste und größte ihrer Art, auf die politische Bildung von Menschen aller Schichten hin. Am ersten Projekttag lernen die Jugendlichen das Einmaleins der Kommunalpolitik. Begriffe, die man immer wieder hört, werden erklärt und bekommen für die jungen Menschen eine Bedeutung. Dann werden interessante Themen aus der Kommune gesammelt, bei denen Handlungsbedarf besteht, und anschließend Fraktionen mit einem Vorsitzenden und Stellvertretern gebildet. Besonderer Höhepunkt ist der Besuch einer echten Stadtratssitzung. Die Berufsschüler können hier der Diskussion über kommunale Angelegenheiten beiwohnen und den Oberbürgermeister und die Stadträte im Umgang miteinander erleben.

Am zweiten Projekttag erarbeiten die Schüler Anfragen und Anträge für eine gespielte Sitzung. Mitglieder des Nürnberger Stadtrates stehen hier beratend und leitend zur Seite. „Wir wecken das Politikinteresse der Jugendlichen, da unser Team selbst sehr jung ist und wir das politische Geschehen lebhaft erfahrbar machen“, so Sarah Gailer. Die 22-jährige Studentin leitet mit drei weiteren Betreuern das Projekt. Besonders effektiv sei der direkte Kontakt mit „echten“ Politikern. Das Konzept scheint bei den Schülern aufzugehen: „Gerade das persönliche Gespräch mit den Politikern lässt uns die Politik ganz anders erleben, als wir es aus den Medien kennen, und Politik gehört einfach zum Allgemeinwissen“, sagt Elena Steigerwald.

Junge Leute sind nicht faul und Politiker nicht verstaubt

Vorurteile auf beiden Seiten werden abgebaut – weder ist die Jugend so politikverdrossen, uninteressiert und faul noch sind die Politiker verstaubt und langweilig, wie oftmals fälschlicherweise angenommen wird. „Ich halte unsere Jugend nicht für uninteressiert – im Gegenteil, die jungen Leute können aus einem großen Pool wie dem Internet und dem Fernsehen sehr viel Wissen schöpfen und sind viel informierter als wir damals“, so Theodoros Agathagelidis, seit 16 Jahren Stadtrat in Nürnberg. Er setzt sich auch dafür ein, sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht ab 16 Jahren zu ermöglichen.

Für den betreuenden Lehrer Peter Kührt ersetzen solche Projekte, die den Unterricht anschaulicher und erlebbar machen, jedoch nicht den klassischen Unterricht. Für die Persönlichkeitsentwicklung seien sie aber von enormem Wert. Zusätzlich zum Ablauf des Kurses wurden den Schülern unterschiedliche Aufgaben wie Fotodokumentation, Filmdokumentation, Bauen einer Internetseite zum Projekt und finanzielle Organisation zugeteilt. „Diese Zusatzaufgaben, mit ihren positiven Ergebnissen, formen die Persönlichkeit, und Erfahrungen im Projektmanagement sind einfach zentrale Aufstiegsqualifikationen in der Arbeitswelt“, so Peter Kührt.

Das Finale am dritten Tag krönt das Planspiel mit einer gespielten öffentlichen Sitzung. Oberbürgermeister Ulrich Maly eröffnet die Sitzung. Für die nächsten zwei Stunden sind die Jugendlichen Stadträte von Nürnberg und stellen ihre Anfragen an den OB. Unter den Augen von Freunden, Familie und der Presse argumentieren sie zielgerichtet über die Themen, die ihnen am Herzen liegen, und stimmen schließlich über Anträge ab.

„Wir werden hier richtig mit Politik konfrontiert und werden sogar ein Teil davon, so macht das Lernen viel mehr Spaß“, so Schüler Michael Petsch. Der 18-Jährige sieht es als Privileg, sich ein Politikverständnis anzueignen. Es gäbe schließlich Länder ohne Demokratie und Beteiligungsmöglichkeiten. Und weil Kommunalpolitik vor der Haustür stattfindet, gehe sie jeden etwas an.


CCN 50 plus Informationen, Heft 23, Sep-Dez 2011, S.12f.

Bank - Azubis treffen Börsensenioren

Angehende Bankkaufleute der Berufsschule 4 luden am 7.4.2011 unsere Mitglieder der Fachgruppe Börse zu einem Treffen.

Das Projekt wurde initiiert durch den Klassleiter Dr. Peter Kührt (Bild) und vorn CCN 50 plus dankbar aufgegriffen.

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter OSDir. Liebel nutzten die Bank-Azubis die gebotene Chance zu 100% für eine positive Darstellung des Bankensektors.

Unsere Teilnehmer trafen hervorragend vorbereitete, hoch motivierte Bank-Azubis an, denen die Freude an Ihrem Beruf bei allen Vorträgen und Gesprächen anzumerken war.

Vorgestellt wurden verschiedene Anlageformen, von konservativ bis zu hochspekulativ. Für uns war, obwohl wir bei unserer Fachgruppe Börse doch denken, ein bisschen Ahnung zu haben, sehr viel Neues dabei.

Beim anschließenden „Small Talk" hatten wir dann Gelegenheit zu detaillierten Fragen und Diskussionen, was auch eingehend genutzt wurde.

Mehr Info zu unserem Treffen mit den Bank-Azubis der Kaufmännischen Berufsschule 4 erhalten Sie auf nachstehender Website.

http://b4wertpapiertag.jimdo.com/

Einen Besuch wert ist auch die von den Bank-Azubis zusammen mit Dr. Kührt erstellte Website

www.anlage-coach.de

Diese Website vermittelt jede Menge Info über Geldanlagen, bietet einen Test Ihres Anlegerprofils, und - lesenswert - einen Hinweis auf Risiken im Börsengeschäft.

Warum eigentlich Geld anlegen an der Börse. Ein Besucher unseres Internet-Cafes beim CCN 50 plus sagte mir einmal:

„Da ist mir mein sauer verdientes Geld zu schade dafür."

Nun, man kann auch sagen:

„Es ist mir zu schade, auf einem Bankkonto mit 2% oder gar 0,25% dahin zu schlafen".

Was bekannterweise nicht einmal einen Inflationsausgleich ergibt.

Aber Geldanlagen über diesem Wert kommen in den Bereich des Spekulativen. Natürlich gibt es auch derzeit immer noch „Schnäppchen" von 3% oder 4% Verzinsung, aber was darüber hinaus geht ist eindeutig spekulativ!

Und da hilft nur Information und letztendlich die Bereitschaft zu Risiko und die Erkenntnis der Tatsache „Gier frisst Hirn".

Die Fachgruppe Börse im CCN 50 plus trifft sich im 2-Wochen-Rhythmus immer Donnerstag um 14:00 in der Konrad-Groß-Stube im Heilig-Geist-Spital, zu erreichen über den Kreuzigungshof.

CCN-Mitglieder sind herzlich eingeladen, mal bei den Treffen der Börsengruppe vorbeizuschau und ihr Wissen um die verschiedenen Anlageformen zu erweitern.

Fritz Burtak


Nürnberger Nachrichten, 29.10.2011 (Nürnberg Extra, S. 2)

Gefahren im Internet

Die Projektgruppe „Netzchecker" der Berufsschule 4 führt für alle Nürnberger Schülerinnen und Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe einen Videowettbewerb zu den Gefahren im Internet durch. Klassen oder Schülergruppen können sich an dem Wettbewerb mit selbst gedrehten Videos beteiligen. Der Hauptpreis beträgt 300 Euro. Teilnahmebedingungen sind im Internet unter der Adresse www.netzchecker.wordpress.com zu finden. Einsendeschluss für die Videobeiträge ist der 30. März 2012. Die Preisverleihung findet am 25. April 2012 statt.


Nürnberger Nachrichten, 04.01.2012

Beweist euch als Checker im Internet

Berufsschüler rufen zu Videowettbewerb auf — Geldpreise für witzige Beiträge

Rund 90 Prozent allerJugendlichen in Deutschland sind täglich im Internet unterwegs. Dank Flatrates kann man dauernd online sein, dank Smartphone und Tablet überall. Vor allem um Kommunikation geht es laut der aktuellen JIM-Studie (Jugend, Information, Multimedia) den 12- bis 19-Jährigen im Netz, 78 Prozent sind Mitglied in Online-Netzwerken. Dabei sein und mitmachen ist eine Sache. Wissen, wie's geht und wo Fettnäpfen und Risiken lauern, eine andere.

Genau darum geht es  beim Wettbewerb „Netzchecker", den Schüler der  Nürnberger Berufsschule 4  auf die Beine gestellt haben. Gesucht wird der cleverste und witzigste Netzchecker, der mit seinem Beitrag jugendliche User fürs Surfen im weltweiten Datenmeer fit macht.

Dafür rufen die Bank-Azubis, die sich das Internet- Projekt als Thema in der Abschlussklasse überlegt haben, zu einem Videowettbewerb auf. „Wir wollten bewusst kein Bankthema machen, sondern etwas, das alle Jugendlichen interessiert", erklärt Berufsschulerin Cathleen Streidt. Gefragt sind bis zu eineinhalb Minuten lange Videobeiträge zum Thema „Sicher Surfen und richtiges Verhalten im Internet“. ,,Es geht uns nicht darum, nur Gefahren darzustellen, sondern auch die Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen, die das Internet bietet", ergänzt Mitschülerin Susanne Franz.

Sehr gelungene Filme kommen auf die Webseite des Projekts (netzchecker.wordpress.com) und  auf Youtube, die drei besten Teams werden mit 100, 200 und 300 Euro belohnt. Mitmachen können Schüler(gruppen) und Klassen ab der 5. Jahrgangsstufe bis zur Berufsschule. Einsendeschluss für die Videos ist der 30. März. Alle Infos  zum Wettbewerb findet ihr auf der Netzchecker-Webseite und auf facebook.com/netzchecker     

ban


Nürnberger Zeitung, 23.07.2012 ("Nürnberg plus")

Investors Lounge für Senioren - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Nürnberger Nachrichten, 27.09.2012 ("Nürnberg Extra")

Innoward Bildungspreis 2012 - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg

Die Meldung ist etwas irreführend. Richtig ist: Die Berufsschule 4 hat beim "Innoward 2012" mit ihren Bankazubis auf einem Kongress der Versicherungswirtschaft gegen 17 Projekte von großen und bekannten Versicherungsunternehmen im Bereich "Berufliche Erstausbildung" einen tollen 2. Platz erzielt. Den ersten Platz haben wir nur ganz knapp verfehlt. Der Grund für diese 'Falschmeldung' dürfte in der starken Verkürzung auf wenige Zeilen liegen. Die zugrunde liegenden Presseerklärungen der Stadt Nürnberg hatten daran auf jeden Fall keine Schuld.
http://www.nuernberg.de/presse/mitteilungen/presse_33017.html (24.09.2012)
http://www2.nuernberg.de/presse/mitteilungen/presse_33065.html (27.09.2012)


Nürnberger Nachrichten, 30.04.2013 ("Hilfe für die Helfer", S.25, ein Bericht über unseren "Weissen Ring um B4 und B14" am 29.04. als Solidaritätsaktion zugunsten des WEISSEN RING e.V. und dem Gedanken des Opferschutzes), ebenso Nürnberger Zeitung vom 30.04.2013 in der Beilage "Mehr Nürnberg"

Projekt Weisser Ring - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Nürnberger Nachrichten, Samstag, 20. Juli 2013, Seite 36 (ebenso: Nürnberger Zeitung)

WIRTSCHAFT    

Was ist nachhaltig?

Azubis und Senioren prüfen gemeinsam Geldanlagen

VON USCHI ASSFALG

Diskussion über nachhaltige Geldanlagen: Die Bank-Azubis der Berufsschule 4 treffen sich mit der Börsengruppe des Computerclubs Nürnberg 50plus und tauschen Rechercheergebnisse aus - auch beim Smalltalk am Buffet.      

Wohin mit dem Geld, wenn man nicht will, dass damit Unternehmen und Konzerne unterstützt und finanziert werden, die sich weder um die Umwelt noch um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und sonst was scheren? Die Bank-Auszubildenden der Nürnberger Berufsschule 4 untersuchten Geldanlagen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit — gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren der Börsengruppe des Computerclubs Nürnberg 50plus.

Das Wort „Nachhaltigkeit" wird inzwischen fast schon inflationär verwendet. Aber was bedeutet der Begriff eigentlich? „Ökonomisch, ökologisch, sozial", antwortet Marie Kemmler wie aus der Pistole geschossen. Die 19-jährige ist Auszubildende im dritten Jahr bei der Deutschen Bank. Gemeinsam mit 23 Klassenkameraden hat sie an einem Kriterienkatalog mitgearbeitet, anhand dessen beurteilt werden kann, inwieweit die jeweilige Anlage nachhaltig ist.

Im Idealfall erhält der Anleger demnach mit Sicherheit sein Geld in voller Höhe zurück. Das versteht man unter ökonomischer Nachhaltigkeit. Wenn die Investition keine Umweltschäden verursacht und möglichst noch einen Beitrag zum Umweltschutz leistet, spricht man von ökologischer Nachhaltigkeit. Sozial nachhaltig sind Geldanlagen, die keinen Schaden für die Menschheit verursachen und keinen Profit aus dem Leidanderer Menschen ziehen. Stattdessen leisten sie einen Beitrag zum öffentlichen Gemeinwohl und beuten weder Arbeitnehmer noch Zulieferer aus.

Weil in der Realität keine 100-prozentige Nachhaltigkeit existiert, arbeitet der Katalog mit Qualitätsstufen. Unter dem Gesichtspunkt „Nachhaltigkeit" betrachtet bedeutet rot: ablehnen, Gelb heißt bedenklich und grün steht für empfehlenswert. Die jeweiligen Kriterien sind in einem übersichtlichen Beurteilungsraster aufgelistet. Das Gesamturteil für jedes analysierte Produkt wird in Form eines Würfels mit den auf die einzelnen Aspekte jeweils zutreffenden Ampelfarben dargestellt. So sieht man auf einen Blick, was davon zu halten ist.

21 realexistierende Geldanlagen klopfen die 24 Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit nach dieser Methode zusammen mit den Senioren ab. Entsprechend der Erkenntnis „Homepages sind geduldig" taugen ihnen dabei die Selbstdarstellungen der Unternehmen nicht als verlässliche Informationsquelle.

Jung und Alt werfen ihren Erfahrungsschatz zusammen und versuchen via Internet so viel wie möglich darüber herauszufinden, was wirklich hinter der jeweiligen Anlage steckt. Ist beispielsweise Palmöl wirklich umweltfreundlich oder wird die Fläche für die Plantagen womöglich durch umweltzerstörende Brandrodung gewonnen? Die Gruppe findet es heraus. Alle drei sichtbaren Seiten des Würfels zeigen Rot.

Was nachhaltige Geldanlagen anbelangt, stehen in den institutionellen Einrichtungen die Ampeln ebenfalls auf Rot. In den Videointerviews, die mit Hilfe des Medienzentrums Parabol gefilmt wurden, hört man die Bankberater unisono sagen „die Nachfrage ist eher gering" oder „das ist Sache des Kunden". Aktive Vermarktung - Fehlanzeige.

Bei ihren Auszubildenden würden sie offene Türen einrennen. Alexander Weiß, Auszubildender in der Teambank, prophezeit den nachhaltigen Geldanlagen eine gute Entwicklung. „Hier ist der Markt noch nicht abgegrast." Stephan Jonack von der Cortal Consors Bank findet diese Form der Investition persönlich ebenfalls spannend, zumal die Klasse im Rahmen des Projekts viel darüber erfahren konnte. „Aber wir sind eine Onlinebank und da hat Nachhaltigkeit auf absehbare Zeit nicht die Priorität."

Nachhaltige Geldanlagen? „Jein", sagen die Senioren um Fritz Burtak. „Für uns ist die Wirtschaftlichkeit vorrangig." Die Zurückhaltung scheint allgemeiner Natur zu sein. Trotz beachtlicher Steigerungsrate ist der Anteil nachhaltiger Anlagen, gemessen am Gesamtmarkt, mit rund 1,3 Prozent noch sehr gering. Das Volumen betrug 2012 nach dem jüngsten Marktbericht des Forums Nachhaltige Geldanlagen 73,3 Mrd. €.


Investors Lounge für Senioren - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg

Artikel über das Projekt "Nachhaltige Geldanlagen" in den "CCN 50 plus Informationen", Heft 28 / Nov. 2013, S.12 f.


Nürnberger Nachrichten vom 01.02.2014, Azubi-Beilage, S.11 ("Bankkaufleute lockt man mit Geld")

Flucht der Bankazubis - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Nürnberger Nachrichten, 20.03.2015

Projekt Image Bankkaufmann - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Nürnberger Nachrichten, Geld richtig anlegen, 11.07.2015, S. 32
(ebenso: Nürnberger Zeitung, Geld richtig anlegen, 11.07.2015, S. 32)

Investors Lounge für Senioren 2015 - Peter Kührt - Berufsschule 4 Nürnberg


Zeitungsartikel über das Projekt "Finanzchecker" in den Nürnberger Nachrichten (06.07.2016, S.16)

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Lesbare Darstellung

oder als Text:

Wenn der Pinguin auf der Banane ausrutscht
Berufsschüler werden im Internet zu „Finanzcheckern"


VON STEFANIE GOEBEL

Finanz- und Versicherungsthemen sind in der Regel trocken, kompliziert und recht langweilig - aber trotzdem wichtig, auch für. Jugendliche. Deshalb erstellen Nürnberger Berufsschüler Erklärvideos und Animationen für junge Leute, damit diese nicht mehr ahnungslos sind. Wir haben die „Finanzchecker" der Berufsschule 4 bei ihrer Projektarbeit besucht.
Ein Moment der Unachtsamkeit, und schon liegt der Pinguin auf dem Boden - ausgerutscht auf einer glitschigen Bananenschale, die achtlos von Jugendlichen im Treppenhaus weggeworfen wurde. Mit dieser Szene leiten die Schüler der Versicherungsklasse das Video zum Thema „Unfallversicherung" ein. Seit Beginn des Schuljahres nehmen sie zusammen mit vier Bankklassen am Projektunterricht von Lehrer. Peter Kührt teil, dem das Projekt schon lange vorschwebte. „Die Banken und Versicherungen kämpfen damit, junge Leute mit ihren Produkten zu erreichen. Hier wird viel experimentiert. Das machen wir auch und wollen über YouTube mit Videos Jugendliche erreichen", erzählt der Lehrer zur Idee. Anfangs waren die Versicherungsschüler nicht so begeistert von diesem Projekt: „Es war total unstrukturiert, keiner wusste, wohin es geht", erinnert sich Benjamin (23).
Als der Lehrer für längere Zeit erkrankte, mussten sich die Azubis zusammenraufen - „und jetzt stehen wir alle hinter dem Projekt und haben es gut im Griff! " Die Themen, zu. denen die jungen Leute Videos erstellen, wurden vorher in verschiedenen Umfragen abgefragt.
So ergab sich eine Top Ten. „Wir fragten.Jugendliche, welche Versicherungen ihnen wichtig sind und welche nicht", erzählt Kevin (22). „Uns überraschte, dass manche als wichtiger erachtet wurden, die wir gar nicht so auf dem Plan hatten, zum Beispiel Wohngebäude- und Rechtschutzversicherung. Mittlerweile haben wir die Themen Haftpflicht, Unfall, Berufsunfähigkeit und Reise in Videobeiträge umgesetzt, der Rest folgt bis August."

YouTube-Format als Vorbild

Als Vorbild haben sich die -Berufsschüler ein YouTube-Format genommen, das bei jungen Leuten gut ankommt: Ein Experte steht vor der Kamera und erklärt die jeweilige Versicherung - kurz, knapp und witzig.
„Dabei fällt es uns schon schwer, uns zum Teil dümmer zu stellen, als wir sind. Denn wir lernen in der Ausbildung die Versicherungen viel ausführlicher kennen, als wir , sie im Video rüberbringen können", sagt
Benjamin. Zu jedem Themenkomplex ist neben dem Expertenvideo auch ein „Pinguin" oder eine Animation geplant, die das Ganze etwas auflockern. Der Pinguin zeigt immer eine Situation: Zum Beispiel tritt er einmal auf eine Brille, das ist ein Fall für die Haftpflichtversicherung. Oder er wird am Strand plötzlich krank, es geht also um Krankheit im Urlaub.
Während die einen Schüler an einem neuen Video drehen, schneiden die anderen im Projektraum die einzelnen Szenen, erstellen Animationen oder kümmern sich um die Homepage finanzchecker.jimdo.com. Auf diese werden alle Videos hochgeladen, zudem kann man sich noch mehr über Finanz- und Versicherungsthemen informieren.
Die Bankklassen haben zum Beispiel die Themen Geldanlagen und Kredite in Videos inszeniert oder Allgemeines wie: Was hat es mit der Lohn- und Einkommensteuer auf sich? Was ist ein PayPal-Konto? Wie funktioniert eine Kreditkarte? Oder wie überweist man Geld?
Mit ihrem Projekt wollen die Azubis also auf die wichtige Finanz- und Versicherungswelt aufmerksam machen und junge Leute davor schützen, unwissend Probleme mit Banken oder Versicherungen zu bekommen, zum Beispiel, wenn sie ihr Girokonto überziehen. Weiterhin bewerben sich die Schüler auch um Preise bei verschiedenen Wettbewerben.
Zwei Erfolge können jetzt schon verzeichnet werden: Wenn man die „Finanzchecker" googelt, tauchen sie schon auf der ersten Suchseite auf. Zudem stellt die VR-Bank Asperg bei Ludwigsburg den Azubis die Domain www.finanzecker.de für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung. Klickt doch gleich mal rein - und macht euch schlau!


Nürnberger Nachrichten, 16.07.2016, S. 32

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