Vom 22.4. bis zum 24. 3. findet in Nürnberg der Bundeskongress der kommunalen Kinos zum Thema "Zukunft der kulturellen Kinoarbeit". Er ist der erste seiner Art. Über 70 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik haben sich mittlerweile angemeldet. Unterstützt wird der Kogress vom FFF: FilmFernsehFond Bayern, BKM: Der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg.Weitere Informationen und Anmeldung über Filmhaus Nürnberg 0911/ 231 58 23, filmhaus@stadt.nuernberg.de
Ablaufplan:
FREITAG, 22.4.:
16:00 Uhr:
Begrüßung und Information zum Ablauf des Kongresses
16:30 Uhr:
Vorstellung der neuentdeckten Laurel & Hardy Kurzfilme (Filmmuseum München
17:00 Uhr:
Zwei Eingangsreferate zur zukünftigen Positionierung der Kommunalen Kinos in Deutschland. Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Notwendigkeiten, Positionierung innerhalb der Kinolandschaft (Christiane Schleindl, Gisela Gerst)
17:30 Uhr:
Eingangsreferate von 6 Vertretern kommunaler Filmarbeit aus unterschiedlichen Größenordnungen (Einwohnerzahl, Umfang des Angebots, Schwerpunkte, Überschneidungen Kommunales Kino/Programmkino): FILMMUSEUM FRANKFURT,
KINO 46 BREMEN,
KOKI KONSTANZ in Absprache mit
KINO WEITWINKEL SINGEN,
KINO.PLUS, Dortmund,
LATÜCHT FILM & MEDIEN E.V., Neubrandenburg,
DIE LINSE, Münster
18:30 Uhr:
Open Space im Festsaal: An 6 Ständen stehen die Vertreter der unterschiedlichen kommunalen Kinoarten, die sich bei den Eingangsreferaten vorgestellt haben und beispielhaft für die Arbeit der anderen Kinos stehen. Sie diskutieren mit den Kongressteilnehmern über folgende Themen: Organisation, Programm, Schwerpunkte, Beschäftigungsverhältnisse, technische Standards, Probleme und Zukunftsperspektiven.
19:30 Uhr:
Abendbuffet
20:30 Uhr:
Ergebnisse des Open Space, Ergänzungen, Besprechung der Arbeitsgruppen für den nächsten Tag
21:30 Uhr:
Filmprogramm und Coming Together
SAMSTAG, 23.4.:
10:00 Uhr:
7 Eingangsreferate à 10 Minuten, 5 Minuten Nachfragemöglichkeit:
- Karl-Heinz Schmid, Kino 46, Bremen: "Organisationsmodelle kommunaler Kinos“"
- Birgit Kohler, Arsenal, Berlin: "Was macht das Wesen eines kulturellen Kinos aus am Beispiel Arsenal Berlin?"
- Jens Schneiderheinze, Die Linse, Münster: "Kommunale Kinos versus Programmkinos"
- Svenia Alsmann, Koki Freiburg: "Bestandsaufnahme Ist-Zustand der kommunalen Kinos "
- Gisela Gerst, Kino Guckloch, Villingen-Schwenningen: "Weiterbildung für Koki-Mitarbeiter"
- Alfred Tews, Kino plus, Dortmund: "Schule und kommunale Kinos"
- Christiane Schleindl, Filmhaus, Nürnberg: "Verbandsarbeit, Netzwerke und Zusammenarbeit"
12:00 Uhr:
Mittagessen
14:00 Uhr:
7 Arbeitsgruppen mit max. 10 Teilnehmern, in denen das Gesamtthema in seinen Facetten diskutiert wird. An den Arbeitsgruppen nehmen die Referenten und Experten zu den einzelnen Themen teil.
16:30 Uhr:
Kaffeepause
17:00 Uhr:
Zusammenfassung der Ergebnisse in den Arbeitsgruppen
18:30 Uhr:
Abendessen
19:30 Uhr:
Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen durch Moderatoren im großen Forum. Abgleichung der brisanten Themen zur sonntäglichen Zukunftsdiskussion.
21:00 Uhr:
Filmprogramm und Coming Together
SONNTAG, 24.4.:
10:00 Uhr:
Zukunftsdiskussion: Eingangsreferat und moderierte interne Diskussion zur Vorbereitung der weiteren Schritte und Maßnahmen
12:00 Uhr:
Mittagessen
13:30 Uhr:
Tour de Culture durch Nürnberg mit Stephan Grosse-Grollmann für Interessierte. Geplante Stationen: Von den Katakomben des Kulturzentrums K4 über die Kunsthalle durch das Multiplex CineCitta. Vom Krakauer Turm über die Stadtmauer durchs Rathaus. Über den Henkersteg und den Unschlittplatz durchs Germanische Nationalmuseum und durch das Neue Museum. Dauer: 2 Stunden.
15:30 Uhr:
Ende des Kongresses
Theoretischer Hintergrund:
In Deutschland existieren, nach über 30 Jahren wechselvoller Geschichte, die unterschiedlichsten Arten kommunaler Kinoarbeit. Vom Filmmuseum bis hin zur Volkshochschulabteilung, vom Kulturamt bis hin zum Filmhaus in einem Kulturzentrum. Aber auch ein Mix aus mehreren Organisationsformen ist zu finden. Die technische Ausstattung reicht vom vollausgestatteten Kinobetrieb, der auch Sonderformate wie Archivstummfilmkopien, oder Digitale Formate abspielen kann, über Alternativkinos im Stil der 70er Jahre, bis hin zum Multifunktionsraum mit unzureichender Technik. Hinzu kommt noch die besondere Situation der kommunalen Kinos im Osten, die bis vor 15 Jahren eine völlig andere Kinokulturarbeit betrieben haben.
Je nach Unterstützung der Kommunen und dem Engagement der Organisatoren existieren vorbildliche Einrichtungen kommunaler Filmarbeit. Auf der anderen Seite fehlt sie in einigen Kommunen völlig. konnten Kommunale Kinos noch nie ohne Einnahmekalkulation arbeiten. Jedoch müssen sich die kommunalen Kinos Deutschlands als jüngste geförderte Kultursparte immer mehr gegenüber anderen Kulturinstitutionen der Kommunen existenziell behaupten. Zusätzlich müssen sie die Gradwanderung zwischen Kommerz und kultureller Unabhängigkeit weiter ausloten, ohne ihren Grundaufgaben untreu zu werden. Sie sollen zudem kreativer Teil der Kinolandschaft der Städte sein. All dies wird bei der desolaten Haushaltslage der Kommunen, aber auch nach den GATS Abkommen und der rasenden Entwicklung auf dem digitalen Kinomarkt noch weiter zur Existenzfrage. Damit wird es auch zur Existenzfrage für die Zukunftssicherung der filmkulturellen Versorgung Deutschlands, die nicht den reinen Marktgesetzen unterworfen werden darf. Kommunale Filmarbeit muss sich neu profilieren und definieren, um sich weiterentwickeln zu können.
Es ist an der Zeit eine kritische gemeinsame Bestandsanalyse zu wagen und perspektivische Zukunftsmodelle zu entwickeln. Je nach Größe der Städte oder Größe und Form der Institutionen sollten sie beispielhaft für ganz Deutschland sein. Sie sollten dem europäischen Vergleich standhalten und gleichzeitig die nationalen kinokulturellen Besonderheiten berücksichtigen. Der Bundeskongress der kommunalen Kinos soll dazu ein konstruktiver Anfang sein. Wichtige Themen, die hierbei angegangen werden müssen: Zukunftsperspektiven, Profilierung innerhalb der kulturellen Sparten, Programmatische Schwerpunkte, technische und organisatorische Standards im europäischen Vergleich. Film und Bildung, Weiterbildungsmöglichkeiten, Förderungsmöglichkeiten.



