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Filmhaus im Künstlerhaus

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Sie sind hier: Filmhaus > Archiv > Werkschau Ingmar Bergman 2005
Foto: Ingmar BergmanDas Filmhaus widmet sein Programm der Monate Januar und Februar einem der größten Regisseure der Geschichte des Films. Ingmar Bergman hat zwischen 1945 und 1982 mehr als 40 Kinofilme gedreht und arbeitet seit seinem offiziellen Rückzug aus dem Filmgeschäft bis heute als Drehbuchautor und Regisseur von Fernsehproduktionen. Daneben inszenierte er stets am Theater – wo seine künstlerische Laufbahn auch begann.

Der 1918 in Uppsala geborene und als Sohn eines Pastors in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsene Bergman versucht sich bereits 17jährig als Autor von Theaterstücken. 1938 bricht er mit seinem autoritären Elternhaus, das er als Ort der Gewalt und der Demütigungen beschreibt. Der Hass auf seine bürgerliche Herkunft wird seine Filme später maßgeblich prägen. Er studiert Literatur- und Kunstgeschichte in Stockholm und inszeniert an Laienbühnen. 1942 bringt er das erste eigene Stück auf die Bühne: KASPARS TOD wird in der lokalen Presse wohlwollend rezipiert und verhilft Bergman zu einer festen Anstellung als Drehbuchautor bei Svensk Filmindustri. 1944 wird er als jüngster Leiter eines professionellen Theaters in Schweden an das Stadttheater Helsingborg berufen, und man verfilmt sein erstes Drehbuch. DIE HÖRIGE, unter der Regie von Alf Sjöberg realisiert, ist erfolgreich genug, um Bergman im Jahr darauf die erste Regiearbeit zu ermöglichen: KRISE.

Ein frühes Meisterwerk gelingt Bergman nicht. Seine ersten Filme zeigen einen Regisseur auf der Suche nach seinem Stil. Der Einfluss des poetischen Realismus des französischen Films der 30er Jahre wird deutlich, aber auch Anleihen beim Neorealismus und dem deutschen Expressionismus sind sichtbar. Bergmans Frühwerk ist von einem tiefen Pessimismus gekennzeichnet. Häufig beschreiben die Filme Generationenkonflikte, die Protagonisten sind zumeist junge Menschen, die an sich selbst und ihrer Umwelt leiden.

Das Jahr 1949, in dem Bergman drei Filme dreht, markiert einen wichtigen Einschnitt in seiner Filmografie. GEFÄNGNIS ist der erste Film, den er nach eigenem Drehbuch realisieren kann, DURST wird ein erster bescheidener Erfolg und AN DIE FREUDE lässt erstmals eine versöhnlichere Sicht der Welt erkennen. Im Jahr darauf entsteht EINEN SOMMER LANG, der erste Höhepunkt in Bergmans Filmwerk. Bergman hat die ihm eigene Ausdrucksform gefunden. Der Film leitet eine Serie von Filmen ein, in deren Zentrum Frauen stehen und es ist der Auftakt zu drei "Sommer-Filmen", die durch ihre Leichtigkeit überraschen.

In den folgenden acht Jahren dreht Bergman eine ganze Reihe von Meisterwerken. SEHNSUCHT DER FRAUEN (1952) schlägt zum ersten Mal komische Töne an, DIE ZEIT MIT MONIKA (1952) mit der Entdeckung Harriet Andersson bringt ihm vor allem in Frankreich Verehrung. Die Qualität des düsteren ABEND DER GAUKLER (1953) wird allerdings weder von der Kritik noch vom Publikum honoriert und Bergman sieht sich durch den kommerziellen Misserfolg von den Produktionsfirmen genötigt, publikumswirksame Filme zu drehen. Daraufhin entstehen in schneller Abfolge drei Filme, die sich durch eine heiter-gelassene Stimmung auszeichnen: LEKTION IN LIEBE (1954), FRAUENTRÄUME (1954) und DAS LÄCHELN EINER SOMMERNACHT (1955). Letzterer gewinnt 1956 zwei Preise in Cannes und macht seinen Regisseur in Europa berühmt. Der Erfolg ermöglicht Bergman die Realisierung seines Projektes DAS SIEBENTE SIEGEL (1956), einer Meditation über den Tod. Der Film bedeutet für Bergman den Durchbruch in den USA und sichert ihm seinen Platz unter den bedeutendsten Regisseuren der Welt.

Wir zeigen mit einer Ausnahme alle Filme in der (zumeist englisch) untertitelten Originalfassung. Ein Teil der Filme wird zusätzlich deutsch synchronisiert zu sehen sein, wobei die Qualität der Kopien aus den schwedischen Archiven denen der deutschen Synchronfassungen überlegen ist.

Retrospektive und Ausstellung sind eine Zusammenarbeit mit dem Svenska Institutet, Stockholm. Unser Dank gilt Jörgen Burberg und ganz besonders Patrik Axén. Für die freundliche Unterstützung der Veranstaltung bedanken wir uns außerdem bei der Schwedischen Botschaft, Berlin (Sonja Hammer, Dr. Aris Fioretos). Die Retrospektive wird im Februar fortgesetzt und endet am 2. März.