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Jacqueline Salmon – 
entre centre et absence

Städtische Galerie Erlangen
9. September – 1. Oktober

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Die Fotografin Jacqueline Salmon, die in Paris und Lyon lebt und arbeitet,  ist bekannt geworden durch ihre fotografischen Porträts verlassener Orte.
Doch nicht Architektur oder Landschaften stehen im Zentrum ihrer Aufnahmen, sondern Bilder, die für den Betrachter zu Metaphern der Abwesenheit und zum Imaginationsraum werden können. Für Jacqueline Salmon sind Architekturräume Orte verdichteter Zeit, in der sich die reale Geschichte des Ortes mit der Imagination des Betrachters überlagert.
Ihre Arbeiten realisiert Jacqueline Salmon in der Regel als Werkgruppen in einer intensiven Beschäftigung mit Thema und Objekt über eine längere Zeit hinweg. Die Werkreihe „entre centre et absence“ („Zwischen Zentrum und Abwesenheit“) verbindet Porträts von Künstlern, Schriftstellern und Denkern mit Porträts von Orten, so dass sich ein Ort für den Betrachter in einen Ort des geistigen Werkes verwandelt. Es entspinnen sich „Wahlverwandschaften“ zwischen Gesichtern und Orten.
Zu den Porträtierten gehören u.a. Claude Lévi-Strauss, Pina Bausch, Jacques Derrida, Gerhard Richter, Merce Cunningham, Robert Wilson, Jochen Gerz, Sarkis, Nagib Machfus und viele andere. Die meist in Form von Diptychen präsentierten Schwarzweißfotografien stehen für die Geschichte der Kunst und der Ideen unserer Zeit. Als Ganzes gesehen sind die Diptychen dieser Reihe der Versuch einer Künstlerin, auf das Echo dieser Ideen in der eigenen Identität zu achten, letztlich ein Selbstporträt, das die Frage nach dem Selbstporträt des Betrachters stellt.
Eine weitere in der Ausstellung präsentierte Serie unter dem Titel „Chambres précaires“ sind Farbfotos, die im Winter 1997/98 in Obdachlosenasylen in Paris entstanden sind. Es sind Orte, die nur vorübergehend von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden: das abbruchreife Gebäude des ehemaligen Finanzministeriums, Warteräume eines Rehabilitationskrankenhauses der Emmaus-Brüder, ausrangierte Eisenbahnwaggons der SNCF sowie ein Hausboot der Heilsarmee, von der Umgebung durch hohe Gitter abgetrennt. Den Obdachlosen ist zwar Anonymität garantiert, ein System der Kontrolle jedoch erlaubt es Ihnen, höchstens drei Nächte in Folge zu übernachten. Die Fotografien sind jeweils kurz nach Verlassen der Orte entstanden. Sie zeigen eine Seite unserer Kultur, die meist verdrängt wird und im System der öffentlichen Bilder keinen Platz hat. Es sind eindringliche Dokumente der Armut und der gesellschaftlichen Isolation.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Stadtgalerie Saarbrücken, der Kunsthalle Erfurt, dem centre d’art contemporain Passage, Troyes, und dem Musée Paul Dini, Villefranche-sur-Saône. Leihgaben kamen von der Galerie Michèle Chomette, Paris.

Katalogbuch
Im Kehrer-Verlag Heidelberg ist ein Katalogbuch erschienen, erhältlich in der Ausstellung DM 35,–, im Buchhandel DM 79,–

Kontakt: Städtische Galerie Erlangen
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