Vollrad
Kutscher – Top Rearguard
Städtische Galerie
Erlangen, Palais Stutterheim, Marktplatz 1
8. September bis 7. Oktober 2001
Di-Fr 10-18 Uhr, Sa/So 10-17 Uhr, Mo geschlossen
Zur Ausstellung
Vollrad Kutscher
zählt zu den wichtigsten deutschen Installationskünstlern der Gegenwart.
Doch nie zuvor war sein Werk so umfassend zu sehen wie jetzt auf dieser für
sechs Stationen konzipierten Tourneeausstellung, die einen Rückblick (Rearguard
= Rückspiegel) auf zwanzig Jahre seines Schaffens zeigt. Dabei werden in
den einzelnen Stationen unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und für jede
Station konzipiert Vollrad Kutscher den jeweiligen räumlichen Gegebenheiten
entsprechend ein eigenes Werk.
Kutscher, der Gastprofessuren und Lehraufträge an vielen deutschen Hochschulen und Universitäten hatte und hat, zuletzt in Gießen und Kassel, lebt heute in Frankfurt am Main. Das Individuum und die Gesellschaft, Identität, Ethik, Schönheit und Moral gehören zu seinen Themenkomplexen, die er auf vielen Ebenen und mit einer Vielzahl medialer und auch darstellerischer Mittel umkreist. Er arbeitet u.a. mit Fotografie, Fotogramm, Licht- und Videoprojektion, Skulptur, Malerei und Zeichnung, Raum- und Klanginstallati-on, Film und Performance.
Die frühen Arbeiten sind geprägt durch die Suche nach der eigenen Identität, nach dem Einssein mit sich selbst und mit der Natur. In seinen Selbstporträts, den Porträts von na-hestehenden Menschen und in den Gruppenporträts bezieht er in die Auseinandersetzung mit der Identität und der Individualität auch die Vergangenheit mit ein. In den jüngeren Arbeiten beschäftigt er sich zunehmend mit Fragen von Schönheit und Ethik, mit der Verquickung von Geld, Macht und Erotik. Dabei werden die Fragwürdigkeiten des Kunst-betriebs ebenso zum Thema wie etwa die wachsende Fremdenfeindlichkeit.
Vollrad
Kutscher vertritt in seinen komplexen Inszenierungen bei aller Perfektion in
Methode und Detail eine „Theorie des Unperfekten", die das Nichteindeutige
und das Veränderbare als eigentlichen Grund menschlicher Existenz ansieht.
Und die Fragen, die der Künstler an sich selbst stellt, richtet er immer
auch an die Gesellschaft.
Katalog
Verbindendes Element der sechs Ausstellungsstationen ist der gemeinsame deutsch/englische
Katalog, erschienen im Verlag für moderne Kunst Nürnberg. 135 Seiten,
75 farbige und 53 s/w Abbildungen, CD-ROM mit Werkverzeichnis, DM 58,–
Kontakt: Städtische Galerie Erlangen | Homepage des Kulturamts