großErnst Penzoldt – Zum 110. Geburtstag des Dichters
Bilderbriefe, Scherenschnitte, Illustrationen zur "Powenzbande"

Universtitätsbibliothek, Schuhstr. 1a, Erlangen
15. – 30. Juni 2002
Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-12.30 Uhr

Veranstalter:Städtische Galerie Erlangen in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Erlangen

Zur Ausstellung

Ernst Penzoldt ist einer der wenigen fränkischen Schriftsteller und Dichter, deren Werke zur Weltliteratur gezählt werden.
Als Sohn des Arztes und Universitätsprofessors Franz Penzoldt am 14. Juni 1892 in Erlangen geboren, zog er 1919 nach München, wo er Zeit seines Lebens als Schriftsteller, Bildhauer, Grafiker und Illustrator arbeitete. Seine 1929 veröffentlichte Novelle “Etienne und Luise” führte zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Erlanger Turnlehrer Loch, da eine gleichnamige Figur der Erzählung wegen ihrer pazifistischen Gesinnung als gegen den nationalsozialistischen Zeitgeist gerichtet galt. 1930 erschien Penzoldts berühmtester Roman “Die Powenzbande”. Seine Heimatstadt Erlangen wird darin als “Mössel a.d. Maar” mit hintergründigem Humor in einem Feuerwerk komödiantischer Geschichten dargestellt. Die Familie Powenz trägt viele autobiografische Züge, die Bürger des Städtchens sind lebensnah und zeitlos aktuell.
In den Nachkriegsjahren war Ernst Penzoldt neben Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger und Wolfgang Hildesheimer kontinuierlich an den Internationalen Theaterwochen des Erlanger Studententheaters beteiligt. Ernst Penzoldt starb am 27. Januar 1955 in München.
Die Ausstellung zeigt seine Scherenschnitte aus dem Besitz des Stadtmuseums, viele, z.T. unbekannte Illustrationen zur “Powenzbande”, sowie seine Bilderbriefe, die im Besitz seiner Tochter Ulla Penzoldt sind. Die Scherenschnitte weisen auf den Beginn seines bildnerischen Œuvres. Penzoldt hat sie insbesondere zur Wiedergabe des Kriegsgeschehens 1914-18 eingesetzt. Die Bilderbriefe, die in dieser Ausstellung erstmals gesamt präsentiert werden, geben nicht nur einen Einblick in die Privatsphäre Penzoldts, sondern auch Eindruck von seiner bildnerischen Arbeit in seinen letzten Lebensjahren.
Eröffnungsvortrag von Ulla Penzoldt: Wer war Ernst Penzoldt?”

Hinweis
Am Sonntag, 16. Juni, 11 Uhr, findet in der Universitätsbibliothek der Vortrag “Wo ich bin, ist es immer am schönsten!” von Volker Michels, Suhrkamp Verlag, über Ernst Penzoldt statt.
Der Ausruf “Wo ich bin, ist es immer am schönsten!” stammt aus dem Schelmenroman “Die Powenzbande”. Volker Michels, der gemeinsam mit der Tochter des Dichters, Ulla Penzoldt, das Gesamtwerk Ernst Penzoldts, die fast 3000 Seiten umfassende Edition beim Suhrkamp Verlag betreut hat, spricht über die zeitlose Aktualität eines Schriftstellers, “der uns Lust macht, jeden neuen Tag – allen Widrigkeiten zum Trotz – mit Neugier und Zuversicht zu beginnen".

Ausstellung und Vortrag zum 110. Geburtstag von Ernst Penzoldt werden unterstützt vom Jubiläumssponsor Urbana AG.
Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion der Städtischen Galerie Erlangen.

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