Fredder Wanoth – Der Stadtgründer
Architekturmodelle 1992– 2002

3. – 25. August 2002
Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18 Uhr, Sa+So 14-17 Uhr

Eröffnung
Freitag, 2. August 2002, 19 Uhr
Es sprechen:
Lisa Puyplat, Städtische Galerie Erlangen
Petra Weigle, Institut für moderne Kunst, Nürnberg
Städtehören
Musikperformance Stefan Poetzsch / Fredder Wanoth

Fredder Wanoth arbeitet vor Ort
3. / 4. / 10. / 11. August

the east begins in the west
Donnerstag, 8. August 2002, 20.30 Uhr
Bilderreise mit Fredder Wanoth durch Zeit und Raum
Prag, Krakau, Lemberg, Kiew und andere mittel- und osteuropäische Städte

Finissage
Sonntag, 25. August, 16 Uhr
Städtehören
Musikperformance Stefan Poetzsch / Fredder Wanoth

Baustelle Museumswinkel, Ecke Gebbert-/Luitpoldstraße, Erlangen
Telefon 0 91 31/86 10 51 und 86 28 39, Fax 0 91 31/86 21 17

 


Goethes dritte italienische Reise
Begrüßung: Lisa Puyplat
Einführung: Petra Weigle
Der Künstler
Der Künstler hinter der Kunst
Eröffnungsgäste

Zur Ausstellung
Der Modellbauer, Maler und Zeichner Fredder Wanoth präsentiert in dieser Ausstellung erstmals nahezu alle seine seit 1992 entstandenen rund 130 Architekturmodelle, von der Kiewer Fischkonservenkathedrale über den venezianischen Dogenpalast bis zum Josef-Hollacher-Building, sowie eine Anzahl von Skizzen und Skizzenbüchern, in denen er Ideen und Entwürfe für eine Phantasiestadt festhält. "Wanoths Stadtentwürfe lassen sich als anarchisch-skurrile Idealstadtplanungen verstehen, die das Vorhaben, ideale Städte am Reißbrett zu planen, ironisieren, indem sie als ‚ideal' nicht die architektonische Durchrationalisierung und Verplanung aller menschlichen Lebensbereiche gelten lassen, sondern das provokante Spiel der Phantasie".
Die Gebilde aus Holz, Papierresten und anderen Materialien, die Wanoth mit geheimnisvoll wirkenden Tinkturen und Lasuren bemalt, sind auch als Gegenentwurf zur funktionalen Ästhetik der architektonischen Moderne zu verstehen. Sie haben den Charme des Morbiden, wie er sich insbesondere in den Städten Ost-Europas und Italiens noch findet, deren urbane Vergänglichkeit Wanoth auch fotografisch mit Leidenschaft dokumentiert.
Fredder Wanoth, geboren 1957 in Beilngries, lebt in Nürnberg und arbeitet in Fürth. Er studierte an der Fachhochschule Nürnberg Visuelle Kommunikation und an der Akademie der Bildenden Künste Malerei. An der Kunstakademie von Krakau absolvierte er 1989/90 ein Gastsemester. In Nürnberg ist er Mitbetreiber der Galerie Bernsteinzimmer. 2001 erhielt er den Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg.

Mehr Bilder
Mehr Bilder
Mehr Bilder ...
Mehr Bilder ...
Mehr Bilder ...
Mehr Bilder ...
Mehr Bilder ...

Zur Klang-Montage "Städtehören"
Stefan Poetzsch gehört nicht zu den Musikern, die in jedem Klang an sich schon Musik hören. Mit dieser Grundeinstellung ging er an die von Fredder Wanoth gelieferten Stadt-Klänge heran, die dieser in Städten und Straßen des Ostens eher zufällig aufnahm, und mischte sie zu einer 4-kanaligen Klanglandschaft. Die zum Teil langandauernden, meditativ anmutenden originalen Aufnahmen brachte er in ein rein kompositorisches Konzept, welches sich nun als Musik bezeichnen lässt, da Puls, Rhythmik und kompositorisch-architektonische Strukturen erkennbar werden. Ganz gegensätzliche Klänge werden miteinander kombiniert, zunächst im Original vorgestellt und im Laufe des Stückes mit Effekten versehen, zerhackt, wiederholt, Details herausgearbeitet oder auch in veränderter Geschwindigkeit und rückwärts abgespielt. Zum Teil laufen bis zu sechs verschiedene Klänge, die an verschiedenen Orten in Osteuropa aufgenommen wurden, gleichzeitig ab, in anderen Momenten werden diese Aufnahmen zur gleichen Zeit, nur unterschiedlich geschnitten, räumlich anders aufgeteilt oder auch manipuliert abgespielt. Dieser Klangteppich ist nun wiederum die Grundlage für die kontrapunktierende Konzeption, die Stefan Poetzsch dazu in stereo live auf Violine/Viola unter Hinzunahme von Liveelektronik spielt.

Stefan Poetzsch
Zuhörer

"Städtehören" ist eine weitere Klangmontage von Stefan Poetzsch, die an eine Reihe von z.T. abendfüllenden multimedialen Projekten anknüpft; "Partigiani" (2000), "Sprachklangmoment" (2000), "Rhythmuslaboratorium" (2001), "Monsieur Gastaud" (2002).
Neben der Komposition und Improvisation ist Stefan Poetzsch immer an Konfrontationen mit anderen Kunstformen oder auch radiophonen Dimensionen interessiert. Poetzsch ist als Musiker in verschiedensten Projekten aktiv. Er konzertiert regelmäßig u.a. mit amerikanischen Musikern in Europa und den USA. Erst im Juni machte er neben verschiedensten Konzerten in Kalifornien und Boston, eine Soloeinspielung für Artship Records in San Francisco, bei der von ihm live erzeugte Klänge von Materialien eines riesigen Schiffes zusammen mit seiner akustischen Violine aufgenommen wurden. Seit 2000 hat Stefan Poetzsch sein eigenes Ensemble.
Die Klang-Montage "Städtehören" kommt auch zur Finissage am Sonntag, 25. August 2002, 16 Uhr, zu Gehör.

Eine Ausstellung der Städtischen Galerie Erlangen im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Stadt und Zukunft" zum 1000-jährigen Jubiläum der Stadt Erlangen 2002.

Kontakt: Städtische Galerie Erlangen | Stadt und Zukunft | 1000 Jahre Erlangen | Home