Shiro Matsui


Yoshitomo Nara


Satoru Takahashi


Kenji Yanobe

Trading Views

4 x japanische Kunst

Städtische Galerie Erlangen
15. April – 21. Mai 2000

Zur Ausstellung
Wie reagiert die Kunst auf den Ortsverlust, der zunehmend unser Leben im Zeitalter der sogenannten Globalisierung kennzeichnet? Vier japanische Künstler, die selbst seit Jahren eine nomadische Existenz zwischen östlicher und westlicher Kultur führen, reflektieren die Zerstörung des sozialen Raums (Yoshitomo Nara), die Auflösung der Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit (Satoru Takahashi), die Wahrnehmung des realen Raumes (Shiro Matsui) und die Bedrohungen durch den technischen Fortschritt im Atomzeitalter (Kenji Yanobe).

Shiro Matsui, der abwechselnd in Deutschland und Japan lebende Bildhauer ist Co-Kurator der Ausstellung. Sein bevorzugtes Material ist in den letzten Jahren Silikon, das er meist monochrom einfärbt und zu raumgreifenden In-situ-Installationen verarbeitet. Shiro Matsui ist ganz der sensiblen Wahrnehmung von realen Räumen verpflichtet. Dabei bezieht er sich auf die japanische Tradition, in der die Grenze zwischen innen und außen ein wichtiges Thema ist, d.h., in der die Wahrnehmung des umgebenden Raumes in Abhängigkeit zur körpergebundenen Wahrnehmung erfolgt.

Die Bilder und Skulpturen von Yoshitomo Nara spiegeln die sozialen und psychischen Deformationen der modernen Konsumgesellschaft. Seine Gemälde zeigen traurige Kinder, die isoliert und ohne erkennbaren sozialen Zusammenhang in monochromen Bildflächen stehen. In seinen Skulpturen folgt Yoshitomo Nara dem kindlichen Hang zur Maskerade und lässt Haustiere wie Kaninchen, Katzen und Hunde als Stellvertreter agieren.

Satoru Takahashi, der an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh lehrt, setzt sich mit den Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit und mit den Veränderungen der Wahrnehmung von Orten auseinander. In seinen interaktiven raumgreifenden Installationen ist der Betrachter Teilnehmer eines Spiels, d.h., er ist in das Spiel integriert, hat aber zugleich die Möglichkeit, sich und andere als Spieler zu beobachten.

Kenji Yanobes Maschinen sind seltsame Hybriden. Überlebensfahrzeuge und Schutzpanzer, wie ausgegraben oder rekonstruiert von Archäologen einer fernen Zukunft. Yanobe scheint als moderner Leonardo da Vinci seine Vorbilder direkt aus den Katastrophen-Comics oder Science-Fiction-Filmen zu beziehen, in denen Maschinenmonster die Mischung von Lust und Angst, mit denen wir der Maschinenwelt begegnen, ins Absurde steigern. Die Tatsache, dass sie nicht nur „Bilder“ von Maschinen sind, sondern auch tatsächlich funktionieren (in der Regel kann sie jedoch nur der Künstler selbst bedienen), macht sie auf beklemmende Weise zu unseren Stellvertretern.

Katalog
Zur Ausstellung liegen in Zusammenarbeit mit der Stadtgalerie Saarbrücken vier Kataloge im Schuber vor. 128 Seiten, 54 farbige Abbildungen, DM 38,–. Die Kataloge sind auch einzeln erhältlich.

Kontakt: Städtische Galerie Erlangen
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