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Städtische Galerie Erlangen 
18. März – 9. April 2000
Di–Fr 10–18 Uhr, Sa/So 10–17 Uhr 

Die Bauten des Architekten Heinz Bienefeld zählen zu den wichtigsten der Architekturgeschichte. Bienefeld ist dennoch einem breiten Publikum weitgehend unbekannt geblieben, da er es nicht verstand, wie manche seiner Kollegen, sich selbst zu inszenieren. Bienefeld verwandte für jedes einzelne Gestaltungselement viel Zeit und Überlegung. Handwerk, ja Meisterwerk bestimmen die Verarbeitung seiner Bauten, die Verknüpfung von Tradition und Moderne sein Werk. Posthum erhielt er vom Bund Deutscher Architekten den Großen Preis. Die Ausstellung, die vom Deutschen Architektur-Museum in Frankfurt übernommen und in Zusammenarbeit mit dem Verein BauLust e.V. Nürnberg veranstaltet wird, ist auch der Versuch einer verspäteten Würdigung des großen Architekten. 

 
Einen „außerordentlichen, eigenwilligen, selbstbewussten, aufrechten, seine Überzeugungen niemals verratenden, gestaltungsbesessenen, unaufhörlich nach der wirklichen Schönheit suchenden Architekten“ nannte ihn Manfred Sack in seiner Laudatio, als der Bund Deutscher Architekten Heinz Bienefeld 1996 posthum mit dem großen BDA-Preis ehrte. Die Leistungen Bienefelds wurden zu spät entdeckt. Heute gibt es keinen Zweifel mehr – so urteilte das Deutsche Architektur-Museum Frankfurt, dass der vor allem im Rheinland wirkende Architekt, der auch schon mal als „deutscher Scarpa“ tituliert wurde, einer der überragenden Baukünstler unseres Jahrhunderts war. 
Heinz Bienefeld stammt aus einer Handwerkerfamilie. Seine Ausbildung erhielt er an den Kölner Werkschulen. Dort war er Meisterschüler, später Assistent von Dominikus Böhm. Prägend war die Mitarbeit (ab 1958) im Büro des Kirchenbaumeisters Emil Steffann. Zu Beginn der 60er Jahre machte sich Bienefeld selbstständig. Er blieb dem Sakralbau zwar treu. Doch die Mehrzahl seiner Bauten waren individuelle Wohnhäuser: rau verfugte, geschlossene Backsteinmauern nach außen, dahinter Hauszellen und Hofräume von überraschender Intimität und Weiträumigkeit, penibel durchgebildet bis in winzigste Details. 
Die überragende Qualität Bienefelds resultiert aus der beständigen Auseinandersetzung mit Tradition und Moderne gleichermaßen. Dass ihm die Versöhnung der scheinbar unversöhnlichen Strömungen gelungen ist, gibt seinem Werk überzeitliche Bedeutung. Als Heinz Bienefeld 1995 starb, rühmten die Nachrufe ihn als „Baumeister der Bescheidenheit“ und als „Architekten der Stille” – das späte Eingeständnis, dass er zeitlebens unterschätzt worden war. 
Dem Deutschen Architektur-Museum Frankfurt gebührt das große Verdienst, die erste umfassende Retrospektive dieses hervorragenden Architekten erarbeitet zu haben. Die Ausstellung zeigt viele Facetten des Lebenswerkes von Heinz Bienefeld am Beispiel von fünf Häusern auf: Fotos, Pläne, Zeichnungen, Skizzen, Aquarelle sowie Studienmodelle und eine ungewöhnliche Materialsammlung. Dank der Initiative und der finanziellen Förderung des BauLust e.V. Nürnberg kann nun das Werk des großen Architekten Heinz Bienefeld in der Städtischen Galerie Erlangen gezeigt werden. 
 
 
 
Kontakt: Städtische Galerie Erlangen
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