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4. 26. Juli Städtische Galerie Erlangen, Marktplatz 1 Der Wiener Erich Lessing ist Fotograf und zugleich Büchermacher. 1923 wurde er in Wien geboren. Im Dezember 1939 konnte er nach dem Anschluß Österreichs an NaziDeutschland noch nach Palästina auswandern, arbeitete u.a. als Karpfenzüchter in einem Kibbuz und fand schließlich zu seinem Jugendhobby, der Fotografie zurück. U.a. auch als Fotograf bei der britischen Armee in Israel. 1947 kehrte er nach Österreich zurück und wurde Fotoreporter bei der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press. Später arbeitete er als freier Photograph für Zeitschriften wie Heute, Quick, Life, Paris Match, Epoca und viele andere. Seit 1951 ist Erich Lessing Mitglied der FotografenKooperative Magnum mit Sitz in Paris und New York. In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit gehörte er zu den bekanntesten ReportageFotografen der Welt. In seinen Reportagen berichtete er von einem Europa, in dem eine neue Friedensordnung entstand, doch zugleich bereits das Potential für kommende Konflikte gelegt wurde. Er begleitete Adenauer und de Gaulle, Maurice Schuman und Kurt Schumacher. Er beobachtete sie auf den großen Konferenzen und in den Pausen dazwischen. Seine erschütternden Bilder von der Revolution in Ungarn 1956 gingen um die Welt. Er spürte die Armut der ersten Nachkriegsjahre auf und die hoffnungsvollen Schritte des Neuanfangs in Deutschland und Österreich. Ende der sechziger Jahre begann Erich Lessing, die Fotografie mit dem Büchermachen zu verbinden. Nicht mehr das aktuelle Geschehen und die SchwarzWeißFotografie, sondern die Geschichte und die Farbfotografie wurden nun zu seinem Tätigkeitsfeld. Es entstanden Bildbände über Musiker, Bildende Künstler und Wissenschaftler der Vergangenheit, in denen er FotoInszenierungen mit originalen Dokumenten verband, um so Leben und Umfeld des Porträtierten möglichst lebensnah wieder erstehen zu lassen. Ein weiteres Thema war die Kulturgeschichte von Ländern und Epochen. Diese Bildbände sind im Gegensatz zu anderen ihrer Art nicht enzyklopädisch, sondern erzählerisch angelegt. Die Fotografien haben in ihrer Zusammenstellung epischen Charakter und sind im Einklang mit den Texten wie zu Symphonien komponiert . So entstanden bisher allein vier große Bildbände auch über das Land Israel als Land der Bibel. Mit seiner fotografischen Arbeit besetzt Erich Lessing in exemplarischer Weise zwei unterschiedliche Felder der klassischen Fotografie. In beiden war und ist er höchst erfolgreich. Ein in der Geschichte der Fotografie sehr seltenes Zusammentreffen. |