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22. April - 16. Mai 1999
Städtische Galerie Erlangen, Marktplatz
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Öffnungszeiten: Di, Do, Fr 10-18
Uhr, Mi 10-20 Uhr, Sa und So 10-17 Uhr
Zur Ausstellung
Die Fotografin Luzia Simons, die als gebürtige
Brasilianerin in Paris Geschichte und bildende Kunst studierte, lebt und
arbeitet seit 1986 in Deutschland. Seit 1988 ist sie Dozentin für
Bildnerisches Gestalten der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende
Kunst, Stuttgart. Zunächst arbeitete sie als Bildhauerin, ehe sie
in den achtziger Jahren zur Fotografie fand.
In ihren Fotoserien geht es um Wirklichkeit
und deren Verfremdung. Zur Thematik der "camera obscura" - Serie gehört
vor allem der - meist männliche - Akt und das Stilleben. Der "Schlüsselloch-Effekt"
des camera- obscura- Prinzips, das die Fotografin hier anwendet, beläßt
die Bedeutung der Aufnahmen stets in der Schwebe. Es ist ein erotischer
Blick auf das jeweilige Gegenüber, den jeweiligen Gegenstand, dessen
besonderer Reiz in der Mehrdeutigkeit liegt. Doch sind die Arbeiten auch
Reflexionen darüber, was Fotografie, das Bilden mit Licht, eigentlich
ist.
Die dramatische Lichtregie im Kontrast
von Licht und Schatten, die Fragmentierung des Geschehens ruft den Eindruck
hervor, als passiere etwas Unerhörtes. Blick und Licht sind nur auf
ein Detail gerichtet, das Unerhörte, offen für Deutungen, vollzieht
sich in der umgebenden Dunkelheit, anders ausgedrückt, im Kopf des
Betrachters.
Peter Weiermair schreibt im Katalogbuch:
"Das Bild wird bei dieser Metholde explizit zum Ausdruck des konzentrierten
Blicks. Der Akt, manchmal kniend, von rückwärts konzipiert, wird
zu einem Gefangenen des Blicks, der auf dieses Objekt (erotisch/ästhetisch)
fällt. Seine Haltung ist offen für eine Reihe von Deutungen und
inhaltliche Zugänge. Handelt es sich bei dem Dargestellten um einen
Tänzer, um ein erotisches Ritual oder eine sportliche Konditionsübung?
Wie zufällig (fast vegetativ) sind diese Haltungen, die das Fotoauge
in einem Bruchteil einer Sekunde festhält. Obsessive Beobachtung oder
kühl distanziertes Registrieren?"
Hinweis
Neuerdings setzt Luzia Simons bei ihren
fotografischen Arbeiten auch den Computer ein. Mit ihm fügt sie den
Schwarz-Weiß-Aufnahmen Farbe hinzu. Sie gewinnt ihr trotz des "technologischen"
Herstellungsprozesses erstaunlich malerische Effekte ab. Beispiele dieser
Serie sind unter dem Titel "Hinter den Spiegeln" parallel zur Ausstellung
in der Städtischen Galerie in den Foyers des Markgrafentheaters, jeweils
1 Stunde vor Beginn der Abendvorstellungen zu sehen.
Buch
Es ist ein Fotobuch erschienen, 80 S.,
32 s/w Abb., Verlag der Allerheiligenpresse, Innsbruck, 1998, Text von
Peter Weiermair, in der Ausstellung DM 33,-
im Buchhandel DM 49,- |