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22. Mai - 13. Juni 1999
Städtische Galerie Erlangen, Marktplatz
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Öffnungszeiten: Di, Do, Fr 10-18
Uhr, Mi 10-20 Uhr, Sa und So 10-17 Uhr
„Die Stunde Null" vor Gründung der BRD dauerte mehrere Jahre und
der Amerikaner Tony Vaccaro war einer ihrer Chronisten. Er fotografierte
erste Lebensspuren nach der Apokalypse, erste Ansätze des Alltags
mitten in Ruinen, Gesichter, in denen wieder Hoffnung zu lesen war. "Ich
wollte der Welt zeigen, daß eine neue Ära begann", sagte der
Fotoreporter später über diese Aufnahmen.
Im Juni 1944 landete der G.I. Tony Vaccaro mit den amerikanischen Soldaten
bei Omaha Beach in der Normandie. Mit im Gepäck hatte er eine Argus
C-3 Kamera, ein Amateurmodell, das jedoch den Vorteil hatte, unverwüstlich
zu sein. Er fotografierte die vorrückenden Truppen auf dem Weg zum
Sieg. In der Zeit nach dem Kriegsende fotografierte Vaccaro die Zerstörungen
in Berlin und zahlreichen anderen Städten. Zunächst als Fotograf
für die Armee, dann im Auftrag des Außenministeriums und ab
1947 als Mitarbeiter der US-Army Zeitung „The Stars and Stripes" unterwegs,
wurde er zum Chronisten der frühen Nachkriegsjahre.
„Ich hatte eine Mission, die ich erfüllen wollte," sagte Vaccaro
in einem Interview. „Ich wollte Beweise sammeln gegen den Krieg, die Sinnlosigkeit,
die Zerstörung. Ich wollte die schärfste Anklage gegen den Krieg
vor-tragen."
Aber an pathetischen oder propagandistischen Bildern war er nicht interessiert.
Vielmehr wollte er mit seiner „instinktiven" fotografischen Dokumentation
einen Beitrag leisten zu einer Anthropologie des Krieges und der Not.
Die Fotografen der Besatzungsmächte hielten vor allem das Deutschland
fest, das sich schuldig gemacht hatte und dessen Alltag von Not, Schrecken
und Hoffnungslosigkeit geprägt war. Tony Vaccaro hatte deutlich eine
andere Sicht auf Deutschland. Mit seiner Kamera hielt er die "kleinen Leute"
fest. Sie waren erfüllt von Mut, Hoffnung, Improvisationsgaben und
einer tiefen Freude darüber, daß der Alptraum des Kriegs überstanden
war. Die Fotos des Amerikaners in Deutschland machen dies deutlich. Vaccaro
wollte zeigen, daß die Deutschen so sind wie alle anderen Menschen
auch und dokumentierte mit seiner Kamera ihre Versuche, zwischen den Trümmern
wieder ein Stück Normalität zu schaffen.
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