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20. Erlanger
Poetenfest 2000
24.-27. August Die
Porträts
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Das Autorenporträt:
Peter Rühmkorf
"Wenn – aber dann"
Hajo Steinert im Gespräch mit
Peter Rühmkorf
Peter Rühmkorf liest aus seinem
Werk
anschließend Film "Bleib erschütterbar
und widersteh'", von Paul Kersten,1994, NDR, 45 min
Peter Rühmkorf, der wunderbare Lyriker und politische Essayist, der im letzten Jahr 70 wurde, ist nicht nur der tolldreiste Erotiker und Stimmungsvirtuose in allen Seelen- und Lebenslagen, der fröhliche Melancholiker und traurige Minnesänger unserer Zeit, sondern auch "der letzte Agitator in diesem Jahrhundert". Seine Gedichte sind bestimmt von einem hohen Maß an Authentizität. Manche Zeile wurde zum geflügelten Wort. Das verweist auf seine Popularität wie auf seinen Rang.
Samstag, 20.30 Uhr, Markgrafentheater
Eintritt: DM 10,-
Podium international:
Hugo Loetscher
"Welt erschaffen im Erzählen"
Wilfried F. Schoeller im Gespräch
mit Hugo Loetscher
Hugo Loetscher liest aus seinem Werk
Hugo Loetscher, der Meister der intellektuellen Widerborstigkeit, ist ein großer Reisender und ein unkonventioneller Kritiker seiner Zeit. Ein "Seilakrobat, der schwerelos über allen Genres tänzelt". 70 Jahre alt wurde er im letzten Dezember. Nicht nur Schriftsteller ist er, sondern auch ein Reporter, der die Ferne so nah heranholt, wie er seine Schweiz auf Distanz hält, als unermüdlicher Analytiker der politischen Verhältnisse. Engagiert, undogmatisch, hedonistisch und brillant. Eine ganze Ära des schweizerischen Intellektuellenlebens hat er mitgeprägt, stets geistreich, spitzzüngig und gut für ein Bonmot. Ein begnadeter Erzähler!
Sonntag, 20.30 Uhr, Markgrafentheater
Eintritt: DM 10,-
Friedrich Nietzsche, 100. Todestag am
25. August 2000
Rüdiger Safranski: "Nietzsche
- oder müssen wir wieder mit dem Hammer philosophieren?"
Hubert Winkels im Gespräch mit dem
Nietzsche-Biographen Rüdiger Safranski über den großen
Wertezertrümmerer
Lesung aus "Nietzsche, Biographie seines
Denkens"
Bis heute ist er umstritten. Wie kaum ein zweiter hat Friedrich Nietzsche (1844–1900) unser Denken beeinflusst. Zum 100. Todestag Friedrich Nietzsches legt Rüdiger Safranski, einer der profiliertesten philosophischen Schriftsteller der Gegenwart, der am 23. August in Naumburg den Friedrich-Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt erhält, eine große Nietzsche-Biografie vor. Das Werk wird gleichzeitig in sieben Sprachen übersetzt. Safranski stellt Nietzsches Philosophie auf die Bühne – als Kammerspiel und Welttheater. Er sei Dynamit, hatte Nietzsche von sich selbst gesagt. Was hat der Denker aus Weimar mit seiner Philosophie des "Willens zur Macht" angerichtet – im Guten wie im Bösen? Wie aktuell ist Nietzsche?
Samstag, 19 Uhr, Markgrafentheater
Eintritt: DM 10,-
Revue der Neuerscheinungen - "Boom ohne Ende"
Lesungen und Gespräche
Franzobel, Roland Koch, Ulrike Kolb, Klaus
Modick, Georg M. Oswald, Ralf Rothmann, Said, Elke Schmitter, Raoul Schrott,
Burkhard Spinnen, Peter Stamm, Alissa Walser, Gabriele Wohmann
Moderation: Verena Auffermann, Michael
Braun, Liane Dirks, Wilfried F. Schoeller, Hajo Steinert, Hubert Winkels
Die deutschsprachige Literatur erlebt derzeit einen enormen Boom. Beteiligt dabei sind in hohem Maße auch die Medien, die nicht müde werden, Literatur an den Leser zu bringen. Und die neueste Literatur ist nicht nur gut, sondern auch spannend. Sie beleuchtet die Gegenwartswelt komisch und anrührend, kühl und sarkastisch. Das Poetenfest stellt die Großen der Gegenwartsliteratur sowie die Newcomer vor.
Samstag und Sonntag, 14–19 Uhr, Schlossgarten
Eintritt frei
Das literarische
Debüt
und
Die Preisträger des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes
2000
Lesungen und Gespräche
Georg Klein, Michael Kumpfmüller,
Andreas Maier, Susanne Riedel
Moderation: Verena Auffermann, Michael
Braun, Liane Dirks
Zur Poetenfest-Tradition gehörten
die Reihe "Das literarische Debüt" sowie die Präsentation der
Preisträger des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes.
Michael Kumptmüller erhielt für seinen Debüt-Roman "Hampels Fluchten" schon vor Erscheinen große Vorschusslorbeeren. Zu den Debüts dieses Jahres gehören außerdem Susanne Riedel mit dem vieldiskutierten Roman "Kains Töchter" und Andreas Maier mit dem Roman "Wäldchestag". In Klagenfurt bekam Riedel den "Preis der Jury", Maier den "Ernst-Willner-Preis". Den diesjährigen Hauptpreis in Klagenfurt, den Ingeborg-Bachmann-Preis, erhielt Georg Klein, der Senkrechtstarter der aktuellen deutschen Literatur.
Samstag und Sonntag, 14–19 Uhr, Schlossgarten
Eintritt frei
Raoul Schrott - Der "Erfinder der Poesie"
Lesung und anschließendes Gespräch mit Verena Auffermann
Der aussergewöhnliche österreichische Autor ist zugleich Poet, Schriftsteller, Wissenschaftler und ein Entdeckungsreisender zu den Ursprüngen der Dichtkunst, er ist Lyriker und dabei zugleich ein Übersetzer von hohen Graden. Aufsehen erregte seine vieldiskutierte Gedichtsammlung "Die Erfindung der Poesie - Gedichte aus den ersten viertausend Jahren". "Das Buch ist eine Sensation", befand die Kritik. Schrott liest aus seinen Gedichten wie aus seiner soeben erschienenen Novelle "Die Wüste Lop Nor". Der Kosmopolit lebt derzeit in Irland.
Samstag, 15.30 Uhr, Schlossgarten
Eintritt frei
Schriftsteller und
Intellektuelle unter der Diktatur
Wilfried F. Schoeller im Gespräch
mit Said
Die Repression gegen Schriftsteller und
kritische Intellektuelle wächst in aller Welt. Der Lyriker, Essayist
und Erzähler Said, der in Teheran geboren wurde und seit 1965 in München
lebt, hat sich stets politisch engagiert und persönlich, nicht zuletzt
auch als Leiter der deutschen Sektion von "Writers in Prison", für
verfolgte und inhaftierte Schriftsteller in aller Welt eingesetzt.
Kürzlich wurde er zum neuen PEN-Präsidenten
Deutschland gewählt, als erster Nichtdeutscher in diesem Amt. Damit
setzte der PEN ein Zeichen. Wilfried F. Schoeller spricht mit Said über
sein neues Amt, doch vor allem über die Situation der Schriftsteller
und der Literatur in Ländern, die unter einer Diktatur leiden.
Samstag, 17 Uhr, Schlossgarten
Eintritt frei
Buch in der
Diskussion
Vorhang auf: "Beste Deutsche Erzähler"
Eine Anthologie von Verena Auffermann
Sigrid Löffler im Gespräch mit Verena Auffermann
Nach dem Vorbild der erfolgreichen amerikanischen Tradition hat die Kritikerin Verena Auffermann in diesem Jahr erstmals eine Anthologie mit Arbeiten der besten deutschen Erzähler herausgegeben. Dies soll jährlich fortgesetzt werden. Von Ilse Aichinger über Georg Klein, Herta Müller, Lydia Mischkulnig, Hans Joachim Schädlich bis zu Peter Stamm waren und sind die von ihr ausgewählten Autoren nahezu alle beim Poetenfest zu Gast. Das Poetenfest startet zur Buchpremiere die neue Reihe "Buch in der Diskussion". Im Mittelpunkt des Gespräches: Was macht sie aus, die besten deutschen Erzähler? Sind es wirklich die Besten?
Samstag, 18 Uhr, Schlossgarten
Eintritt frei
"Was zählt
ist das gedruckte Wort"
Sigrid Löffler über neue
Wege, die Literatur zu vermitteln
Hajo Steinert im Gespräch mit Sigrid Löffler
Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler ist eine der bekanntesten und streitbarsten dieser Republik. Das legendäre "Literarische Quartett" hat sie soeben im Zorn verlassen, ihr neues Projekt ist die Zeitschrift "Literaturen", die im September in Berlin herauskommt. Beim Poetenfest stellt sie nicht nur die Zeitschrift vor, sie macht im Gespräch mit Hajo Steinert darüber hinaus ihren Standpunkt einer profilierten Literaturkritik und -vermittlung deutlich.
Sonntag, 19 Uhr, Markgrafentheater, Oberes
Foyer
Eintritt frei
"Macht der Konzerne
– Tod den Verlagen? Der Buchmarkt im Umbruch"
Podiumsdiskussion mit Christoph Buchwald,
Suhrkamp; Michael Krüger, Hanser; Frank Trümper, S. Fischer;
Peter Wilfert, Rowohlt
Moderation: Verena Auffermann
Große Veränderungen und heftige Verunsicherungen beherrschen zur Zeit die deutschen Literaturverlage. Dafür sorgen nicht zuletzt die drei Großkonzerne Bertelsmann, Holtzbrinck und Springer. Sie schickten McKinsey in ihre Tochter-Unternehmen. Die entdeckten rote Zahlen. Verlagskonzentration ist nun die Devise. Entlassungen, neue Strategien und neue Chefs sind die Folgen. Und was einst ein stolzer unabhängiger Verlagsname war, ist heute oft nur noch ein Label. Dennoch ist vieles nur Talmi, was die Betriebsprüfer glänzen machen. Wenn Lektoren-Arbeit vernachlässigt wird, wenn Bestseller-Autoren wie Elfriede Jelinek oder Imre Kertész den Verlag wechseln, so gibt das nicht gerade positive Schlagzeilen. Dass die Berücksichtigung von Marktgesetzen in der Literaturbranche nicht selten einem Drahtseilakt ähnelt, haben viele Verleger des alten Schlages sehr wohl gewusst. Buchmarkt im Umbruch – aber wohin geht die Reise? Und wo bleibt die Literatur?
Donnerstag, 20.30 Uhr, Markgrafentheater,
Oberes Foyer
Eintritt frei
"Literatur und
Fernsehen – Quoten mit Fehden und Debatten?"
Podiumsdiskussion mit Martin Lüdke,
Klaus Modick, Wilfried F. Schoeller, Burkhard Spinnen, Mechthild Zschau
Moderation: Hajo Steinert
Der Streit um das "Literarische Quartett" haben es mal wieder gezeigt, wie sein vielstimmiges Echo in den Feuilletons Fernsehen wie Presse unverzichtbar fürs Buch und seine "Quoten" sind. Mit ebenso erbittert wie lustvoll geführten Streitereien, mit Leidenschaft und Eitelkeiten werden die Beziehungen und Hass-Lieben gepflegt. Zwiwschen den Medien und ihren Protagonisten, zwischen Autoren und Kritikern. Im Mittelpunkt steht dabei aber stets die Frage: "Wie kommt Literatur am besten an die Leser?"
Freitag, 20.30 Uhr, Markgrafentheater,
Oberes Foyer
Eintritt frei
Sonntagsmatinee:
"Deutschland, ein Lügenmärchen
– Wie käuflich ist die Republik?"
Podiumsdiskussion mit Friedrich Dieckmann,
Sigrid Löffler, Claus Noé, Michael Rutschky, Rüdiger Safranski,
Moderation: Wilfried F. Schoeller
Gemeinschaftswerte und Leitbilder scheinen in der heutigen Gesellschaft eine zunehmend geringere Rolle zu spielen. Politiker werden gekauft, von links bis rechts. Argumente verschwinden im Medienwirbel oder werden im Keim erstickt. Dies hat auch eine Veränderung des Demokratie-Verständnisses zur Folge. Und es gerät in den Hintergrund, dass Solidarität und Zivilcourage, Menschenrechte und Chancengleichheit stets aufs Neue eingefordert werden müssen. In dieser Situation hat das Verstummen der Intellektuellen eine neue Bedeutung. Ist es ein Schweigen aus Resignation, ein Schweigen aus Anpassungszwängen und Existenzängsten? Ist es ein Spiegel der allgemeinen Befindlichkeit? Wenn ja, wohin steuert diese Republik?
Sonntag, 11 Uhr, Redoutensaal
Eintritt frei
Gutenberg 2000 - "Zwischen Gutenberg und Gates"
Diskussion mit Lageberichten im Übergang
vom Buchdruck zur Internetkultur
Teilnehmer: Hans J. Becker, Herbert Heinzelmann,
Heiko Idensen, Michael Köhler, Susanne Berkenheger
Donnerstag, 18 Uhr
"Odysseen im Netzraum" - Schreiben im
Internet
Workshop mit Heiko Idensen und Frank Kilian
Donnerstag, ab 15 Uhr
Präsentationen von Netzliteraten
und eine Kommunikationsschaltung zur log.lounge, Nürnberg
Freitag, 15-21 Uhr
"Gutenberg goes digital" - Das Buch
der Bücher in Hypermedia
vorgestellt von Hans J. Becker
Freitag, 18 Uhr
"Das Museum moderner Poesie - Vom Futurismus
zur Cyberlyrik"
Ein virtueller Rundgang präsentiert
von Michael Köhler
Freitag, 18.30 Uhr
Peter Rühmkorf: Zu Leben und Werk
Eine Ausstellungs-Premiere. Die Dokumente zu Leben und Werk des Dichters und Essayisten Peter Rühmkorf stammen aus dem Privatbesitz des Dichters und werden in dieser Ausstellung zum großen Teil erstmals öffentlich präsentiert. Zu sehen sind u.a. Fotos, Autografen, Erstausgaben, Plakate, Manuskripte, Briefe, "Capriccios", leichthändig "nebenbei" entstandene Zeichnungen, Tondokumente sowie Filme. Dabei zeigt sich auch, dass die Biografie des Dichters eng verknüpft ist mit einem großen Teil bundesrepublikanischer Geschichte.
22. August – 3. September
Di–Fr 10–18 Uhr, Sa und So 10–17 Uhr
Städtische Galerie Erlangen, Palais
Stutterheim, Marktplatz 1
Eintritt: DM 3,-
"Die schönsten Bilderbücher der letzten zwei Jahre"
Zum Poetenfest-Jubiläum zeigt die Städtische Galerie eine Ausstellung mit den schönsten Bilderbüchern der letzten zwei Jahre von Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und Illustrationen von Klaus Baumgart, Christiane Pieper und Eva Schwab. Viel Gelegenheit zum Schauen und Schmökern.
22. August – 3. September
Di–Fr 10–18 Uhr, Sa und So 10–17 Uhr
Städtische Galerie Erlangen, Palais
Stutterheim, Marktplatz 1
"20 Jahre Erlanger Poetenfest"
Zum Poetenfest-Jubiläum eine Plakat-Revue aus zwanzig Jahren.
24.– 27. August, Markgrafentheater, Foyers
geöffnet während der und eine
Stunde vor den Veranstaltungen
"Buchhandlung Barbara Wien, Berlin-Mitte"
Mit Büchern, Bildern und Objekten ist die Buchhandlung Barbara Wien aus Berlin zu Gast in der Galerie Beck. Barbara Wien verbindet in ihrem Programm Kunst und Literatur, Bild und Wort. Der Buchhandlung ist eine Galerie und ein Verlag angeschlossen. Im Verlagsprogramm u.a. Arbeiten von Hans-Peter Feldmann, Thomas Kapielski, Katrin von Mallzahn, Eva von Platen, Tomas Schmit und Emmett Williams. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Erlangen.
20. August – 16. September
Di–Fr 13–19 Uhr, Sa 11–14 Uhr
Galerie Hartmut Beck, Theaterstr. 1