Fachtagung

Die Stadt im Informationszeitalter
Virtuelle oder echte Urbanität? – Mutmaßungen und Bestimmungsversuche über die Stadt im 21. Jahrhundert

Freitag/Samstag, 15./16. Februar 2002, Erlangen, Baustelle Museumswinkel, Ecke Gebbertstraße/Luitpoldstraße, ehemaliges Industriegebäude der Siemens AG

Das Informationszeitalter, das bereits seit einigen Jahrzehnten angebrochen ist, verändert nicht nur unser Leben, sondern auch unsere bauliche Umwelt. Die Mutmaßungen über das, was durch die telematische Revolution unseren Städten widerfahren wird, reichen von der gänzlichen Auflösung der urbanen Strukturen, die in nur mehr in Netzen existierenden Cyber-Citys aufgehen könnten, bis hin zur Konsolidierung und Revitalisierung des Urbanen im Rahmen einer Neubewertung des Authentischen, die gerade durch die Verbreitung des Virtuellen und des Surrogats forciert wird.
Exponierte Vertreter verschiedener Disziplinen versuchen auf der Tagung, eine persönliche Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Stadt zu geben. Ihre unterschiedlichen Perspektiven fügen sich zu einem bunten, durchaus widersprüchlichen und gerade deswegen anregenden Mosaik zusammen.
Die Fachtagung wird von der Bayerischen Architektenkammer und der Stadt Erlangen in Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Franken und dem Bund Deutscher Architekten (BDA), Kreisverband Franken, im Rahmen des 1000-jährigen Stadtjubiläums 2002 veranstaltet. Eine Fortsetzung der Tagung ist für Herbst 2002 geplant.

Programm
Einführung:

Referate:

Gebühr
Architekten: € 60,–, Studenten: € 25,– (inklusive Abendempfang, ohne Übernachtung, Zimmervermittlung erfolgt über den Verkehrsverein Erlangen, Tel. 0 91 31/89 51-0)

Hinweis
Genauere Informationen zu Referenten und zum Tagungsprogramm erhalten Sie, wenn Sie unseren
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Des Weiteren können Sie sich auch im Deutschen Architektenblatt sowie im Internet unter www.byak.de, Nr. 02102, informieren.

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Zu den Referenten und deren Vorträgen

Prof. Dr. Kay W. Axhausen

Zur Biografie
Seit 1999 Professor für Verkehrsplanung an der ETH Zürich. Vorherige Stationen waren die University of Oxford, Imperial College, London und die Leopold-Franzens-Universität, Innsbruck.
Seine Forschungsschwerpunkte sind die Messung und Modellierung des Verkehrsverhaltens, insbesondere Verkehrstagebücher, Stated-Response-Ansätze, Entscheidungsmodelle und Mikrosimulation. Seine Arbeitsgruppe (www.ivt.baug.ethz.ch/vp.html) konzentriert sich im Moment auf Fragen des Freizeitverkehrs, der Verkehrsnachfrage in großen Netzen und der Wechselwirkung zwischen Raumentwicklung und dem Verkehrsverhalten. Er ist Mitglied im Herausgeberbeirat verschiedener internationaler Fachzeitschriften.

Zum Vortrag
Wechselwirkungen zwischen Kommunikation, Verkehr und Aneignung der Stadt
Der große städtebauliche Aufbruch des frühen 20. Jahrhunderts hat sich in der "Zwischenstadt" erschöpft. Die großen Visionen der Moderne, die mit den Namen Howard, Le Corbusier und Lloyd-Wright verknüpft sind, wurden transformiert durch die Realisierung der Wünsche nach individuellem Konsum, hier insbesondere nach Wohnraum und Geschwindigkeit der Raumüberwindung (d.h. dem persönlichen Motorfahrzeug). Verstärkt und gestützt durch die Telekommunikation in ihren verschiedenen Ausprägungen erweist sich die Zwischenstadt oder Netzstadt (Baccini und Oswald, 1998) als weitgehend planungs- und veränderungsresistent.
Verkehrsplanung und Verkehrsingenieurwesen haben sich seit ihrer vollen Entwicklung in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts jeweils in den Dienst der gültigen städtebaulichen Leitbilder gestellt. Am klarsten war dieser Gleichklang in den 50er und 60er Jahren, als Raumplanung, Stadtplanung und Verkehrsplanung für und mit dem Auto geplant haben. Das momentane fehlende Leitbild ist auch eine Krise der Verkehrsplanung, die sich aber in Reaktion darauf stärker als die Raumplanung zur Umsetzerin der Konsumentenwünsche umdefiniert hat; dies in Gleichklang mit den Ideen des "new public managements".
Der Vortrag versucht, diese Entwicklungslinien aufzuzeigen und zu diskutieren. Vor dem Hintergrund der sozialen und verkehrsmäßigen Externalitäten der Entwicklung wird im letzten Teil diskutiert, welche Handlungsalternativen der Verkehrsplanung offenstehen. Kernelemente dieser Diskussion sind die Begriffe "Bürger" und "Kunde", das Selbstverständnis der Bewohner einer Region und das Verständnis der verkehrsmäßigen Infrastrukturen als private oder öffentliche Güter. Dieses vereinfachende Schema erlaubt es, die wesentlichen Handlungsalternativen zu benennen (Axhausen, 1999).

Literatur:
Axhausen, K.W. (1999): Bürger oder Kunde: Das Dilemma der Verkehrsteilnehmer, Arbeitsberichte Verkehr- und Raumplanung, 20, IVT, ETH, Zürich, 1999.
Baccini, P. und F. Oswald (Eds.) (1998): Netzstadt: Transdisziplinäre Methoden zum Umbau urbaner Systeme, vdf, Zürich.
Sieverts, T. (1997): Zwischenstadt, Vieweg, Braunschweig.

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Egbert Bruse

Zur Biografie
Geboren 1947.
1968 bis 1977 Studium in den Fachrichtungen Architektur und Stadt- und Regionalplanung sowie Ausbildung für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst Fachgebiet Städtebau.
Seit 1977 Bau- und Planungsdezernent, Beigeordneter in verschiedenen Städten und Geschäftsführer einer Entwicklungsgesellschaft GmbH.
1978 bis 1987 Lehrauftrag für Stadt-Geografie an der Universität Osnabrück.
Seit 1993/94 Bau- und Planungsreferent der Stadt Erlangen.

Zum Vortrag
Perspektive Erlangen: Die Stadtbaukunst - eine städtebauliche Idee wird Wirklichkeit. Am Beispiel des neuen Stadtteiles Röthelheimpark
Dargestellt wird:
· Entwicklung eines neuen Stadtteiles auf einer großen Konversionsfläche als ein Flächenrecycling und ein Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauches für die Stadterweiterung.
· Rahmenbedingungen, Vorgehensweise und Ablauf zur Planung und Umsetzung der städtebaulichen Maßnahme.
· Entwurfsidee und städtebauliches "Thema" des Rahmenplanes für den neuen Stadtteil Röthelheimpark sowie Einflussnahmen und Änderungen des städtebaulichen Rahmenplanes.

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Prof. Dr. Karl Ganser

Zur Biografie:
Geboren 1937 in Mindelheim/Schwaben.
Studien der Chemie, Biologie, Geologie und Geografie an der Universität München und an der Technischen Hochschule München.
Nach dem Studium Einarbeitung in die Fachgebiete Städtebau und Stadtsoziologie.
1964 Promotion zum Doktor rer. nat. an der TU in München mit einer Arbeit zur sozialräumlichen Analyse der Stadt München, errechnet aus den Ergebnissen zu politischen Wahlen.
Habilitation und außerplanmäßige Professur an der TU in München.
1967 befasst mit dem Aufbau der Stadtentwicklung bei der Landeshauptstadt München.
1971 Leitung der Bundesforschungsanstalt für Landeskunst und Raumordnung in Bonn, eine wissenschaftliche Einrichtung mit etwa 150 Beschäftigten, die für den Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau anwendungsorientierte Forschung organisiert.
1980 Abteilungsleiter im Städtebauministerium des Landes Nordrhein-Westfalen mit Zuständigkeiten für Stadterneuerung, Denkmalschutz, kommunalen Straßenbau und Bauleitplanung.
Mai 1989 bis Ende 2000 Geschäftsführer der Gesellschaft Internationale Bauausstellung Emscher Park mbH mit dem Auftrag, eine Internationale Bauausstellung zur ökologischen und sozialen Erneuerung eines alten Industriereviers zu realisieren.

Zum Vortrag:
Stadtstrategien
"Ich glaube nicht, dass Städte wirklich Strategien haben, und hätten sie welche, dann könnten sie sie nicht durchsetzen im Wirrwarr der mächtigen und weniger mächtigen Interessen. Sie spielen in diesem Interessengeflecht allenfalls mit, sind mehr Spielball als Spieler.
Das hindert nicht, dass es Pläne und natürlich auch diskutierte Strategien gibt, die ein Hauptziel in den Vordergrund stellen:
· die nachhaltige Stadt
· die soziale Stadt
· die Stadt der Baukultur
· die mediale Stadt
· die wachsende / die schrumpfende Stadt
Aber es sind immer nur Gruppen, die - und dies auch nur auf Zeit - mit Leitbegriffen versuchen, Akzente zu setzen.
Auch wenn es im Rückblick und im Ausblick ziemlich aussichtslos erscheint, eine rationale Stadtstrategie betreiben zu können, macht die Suche nach solchen und die Debatte über dieselben noch Sinn. Man/frau würden sonst die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgeben."

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Dr. phil. Dipl. Ing. Jörg Haspel, Landeskonservator

Zur Biografie:
1972-1980 Studium der Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart, Preis der Freunde der Universität Stuttgart 1980.
1975 -1981 Studium der Kunstgeschichte und Empirischen Kulturwissenschaft, Universität Tübingen.
1981-1982 Stipendiat der Robert Bosch Stiftung.
1982-1991 Kustos/Oberkustos und Referent der Kulturbehörde / Denkmalschutzamt der Freien und Hansestadt Hamburg.
Mitglied der Arbeitsgruppe städtebauliche Denkmalpflege und der Arbeitsgruppe Industriedenkmalpflege der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland.
Personalratsvorsitzender der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.
Lehraufträge für Kulturgeschichte und Denkmalpflege an der Universität Hamburg.
Seit 1992 Hauptkonservator/Landeskonservator und Leiter der Fachabteilung Bau- und Gartendenkmalpflege der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Berlin/Landesdenkmalamt Berlin.
Mitglied der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
Mitglied der Arbeitsgruppe fachliche Fragen des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz beim Bundesministerium des Innern.
Mitglied in der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.
Vorsitzender der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland (seit 1999).
Forschungs- und Veröffentlichungsschwerpunkte:
Bau- und Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Denkmalpflege
Lehraufträge für Architekturgeschichte und Denkmalpflege an der FU Berlin, Kunstgeschichte und TU Berlin / Aufbaustudiengang Denkmalpflege

Zum Vortrag:
"Aus der Vergangenheit in die Zukunft" - Geschichte und städtebauliche Denkmalpflege"
Eine Zukunft für unsere Vergangenheit!" Unter diesem Motto stand 1975 das Europäische Denkmalschutzjahr, das eine in der Geschichte der deutschen Denkmalpflege wohl einmaligen und breit getragenen Aufschwung des konservatorischen Anliegens einleitete. Vor dem Hintergrund eines gesellschaftlich breit akzeptierten Denkmalbewusstseins wurden Denkmallisten im großen Maßstab aktualisiert und fortgeschrieben, Denkmalgesetze verabschiedet - nicht zuletzt in der DDR -, regionale Denkmalämter der Länder ausgebaut und lokale Denkmalbehörden in den Kommunen neu aufgebaut, erhaltende und denkmaldienliche Planungs- und Förderinstrumente im Städtebau geschaffen, neue Denkmalinitiativen und Denkmalstiftungen ins Leben gerufen, um öffentliche und private Investitionen verstärkt in den Bestand zu lenken, und unzählige Denkmale durch Instandsetzung und Wiederherstellung, durch Modernisierung oder Umbau gesichert sowie einer sinnvollen Weiter- oder Umnutzung zugeführt. Erhalten beziehungsweise reaktiviert werden konnten zahlreiche Denkmale der Geschichte und der Kunst, geblieben beziehungsweise neu entstanden sind auch Arbeitsplätze und Beschäftigungsangebote, gewahrt blieb ein Stück Vertrautheit, gestiftet wurde ein Stück Identität mit und deshalb auch Engagement für unsere historisch geprägte Umwelt.
Eine Fortsetzung dieser Erfolgsstory der letzten Generation im neuen Jahrhundert scheint freilich ungewiss, ja unwahrscheinlicher denn je. Denn: das Denkmal als historische Ressource hat keine Konjunktur und ohne Konjunktur können oder wollen wir uns keine Denkmale mehr leisten. Ja, mehr noch: angesichts einer stagnierenden Wirtschaftsentwicklung und stellenweise rückläufiger Bevölkerungszahlen nimmt mancherorts die Zahl untergenutzter oder leerstehender Denkmale bedrohliche Ausmaße an. Nicht nur denkmalgeschützte Industrie- und Gewerbestandorte, Kasernen- oder Infrastrukturanlagen, sondern selbst Kirchen oder Schulen haben mit ihrer angestammten Funktion auch die wirtschaftliche Grundlage für eine sinnvolle bauliche Unterhaltung verloren. Hinzukommt: Mit der wirtschaftlichen und schleichenden substanziellen Erosion des Denkmalbestandes geht eine Art Erosion des Denkmalbegriffs einher, genauer: der fachliche und gesellschaftliche Konsens über das Denkmal als materiell glaubwürdiges Zeugnis der Vergangenheit ist brüchig geworden zugunsten einer Strategie der pluralistischen Vergegenwärtigung von Geschichte durch historische Baudenkmale, vereinzelt auch durch dogmatische oder eben detailgetreue Nachbauprojekte (Rekonstruktivismus), durch historisierende Nachschöpfungen verlorener Baudenkmale, durch konservative Neuinterpretationen oder spielerische Reaktivierung einzelner historischer Facetten oder gar durch eine inszenierende Visualisierung ehemaliger Stadtbildzustände im Sinne einer gelegentlich als "virtuelle Denkmalpflege" apostrophierten Entwurfshaltung und Stadtgestaltung.
"Auf dem Weg ins 21. Jahrhundert" habe sich, so hieß es neulich anlässlich einer Standortbestimmung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, das aufklärerische Motto der 68er-Generation ("Eine Zukunft für unsere Vergangenheit") in die zeitgeistige Suche nach einer passenden "Vergangenheit für unsere Zukunft" verkehrt. Der Denkmalpflege-Beitrag auf der Erlanger Fachtagung (unter-)sucht in einer unübersichtlichen Gegenwart und im Zeichen einer nachhaltigen Entwicklung Wege für eine Zukunft unserer Vergangenheit.

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Prof. Dr. Ing. Vittorio Magnago Lampugnani

Zur Biografie:
Geboren 1951 in Rom, Schweizer Schule in Rom, Deutsche Schule Rom (Neusprachliches Gymnasium), Studium der Architektur an den Universitäten Rom und Stuttgart, 1973 Diplom, 1977 Promotion an der Universität Stuttgart, 1978 Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg, 1979 Mitglied des Deutschen Werkbundes, 1983 Dottore in Architettura an der Universität Rom, 1987 Preis des Comité International des Critiques d'Architecture, 1991 Mitglied des Bundes Deutscher Architekten.
1974-1980 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Grundlagen der modernen Architektur und Entwerfen der Universität Stuttgart, 1981-1982 Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes im Berliner Künstleraustauschprogramm, 1981 und 1982-1983 Forschungsförderung des American Council of Learned Societies an der Columbia University in New York, 1983 Professor an der internationalen Sommerakademie für Bildende Künste in Salzburg, 1984-1985 Professor an der Graduate School of Architecture der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, 1985-1986 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, 1990-1994 Universitätsprofessor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) Frankfurt am Main, seit 1994 ordentlicher Professor für Geschichte des Städtebaus an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und seit 1998 zudem Vorsteher des Departements für Architektur.
1984 Ausstellung "Das Abenteuer der Ideen. Architektur und Philosophie seit der industriellen Revolution" in der Berliner Neuen Nationalgalerie (1985 unter dem Titel "L'avventura delle idee nell'architettura 1750-1980" im Palazzo della Triennale in Mailand). 1987 Ausstellung "Le città immaginate: un viaggio in Italia", ebenfalls im Palazzo della Triennale (mit Vittorio Savi), 1990-1995 Direktor des Deutschen Architektur Museums in Frankfurt am Main; dort zahlreiche Ausstellungen, Symposien und Vortragsreihen. Daneben 1994 Ausstellung "Rinascimento, Da Brunelleschi a Michelangelo: La rappresentazione dell'architettura" im Palazzo Grassi in Venedig (mit Henry Millon); 1995-1996 in der National Gallery Washington D.C., im Musée des Monuments historiques, Paris, und im Alten Museum, Berlin.
1981-1985 Mitglied des Redaktionsausschusses der Fachzeitschrift "Casabella", Mailand. 1986-1990 stellvertretender Herausgeber von "Domus", Mailand. 1990-1995 allein verantwortlicher Herausgeber.
1980-1984 wissenschaftlicher Berater der Internationalen Bauausstellung Berlin (Die Neubaugebiete), seit 1980 eigenes Architekturbüro: erst in Berlin, dann in Mailand. Wichtige Projekte: Wohn- und Geschäftshäuser in Santiago de Compostela (1990 ff.), Bürokomplex im Block 109, Berlin (1991-1996), Wohnhausgruppe in Maria Lankowitz, bei Graz, 1995 ff.
Wissenschaftliche Buchpublikationen (Auswahl):
Architektur und Städtebau des 20. Jahrhunderts, Hatje 1980
Lexikon der Architektur des 20. Jahrhunderts, Hatje 1983
Architektur als Kultur. Die Ideen und die Formen, DuMont 1986
Antonio Sant'Elia. Gezeichnete Architektur, Prestel 1992
Moderne Architektur in Deutschland 1900-1950: Reform und Tradition, Hatje 1992
Moderne Architektur in Deutschland 1900-1950: Expressionismus und Neue Sachlichkeit, Hatje 1994
Die Modernität des Dauerhaften. Essays zu Stadt, Architektur und Design, Wagenbach 1995

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Werner Lauff

Zur Biografie:
Ausbildung:
Rechtswissenschaften:
1985 erstes juristisches Staatsexamen mit Prädikat nach Studien an den Universitäten Münster, Saarbrücken und Bonn
Journalismus:
1979 Einjährige Ausbildung am Centre de Formation et de Perfectionnement des Journalistes in Paris
Studienbegleitend:
Deutscher Bundestag, 1980 bis 1984 Wissenschaftlicher Assistent des medienpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag (Prof. Dr. Hans H. Klein) sowie des Vorsitzenden des Rechtsausschusses (Herbert Helmrich).
Konrad-Adenauer-Stiftung, Stipendiat des Instituts für Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Wissenschaftliche und journalistische Tätigkeit.
Zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Veröffentlichungen (siehe http://lauff.org).
Berufsweg:
1985 bis 1987 Abteilungsleiter Elektronische Medien beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Bonn.
1987 bis 1992 Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbandes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; damit verbunden: Geschäftsführer des Verbandes der Hörfunk-Betriebsgesellschaften und Geschäftsführer der Pressefunk Nordrhein-Westfalen GmbH & Co. KG (Hauptgesellschafter der "radio NRW GmbH").
1992 bis 1998 Geschäftsführer der Tochtergesellschaften für elektronische Medien der Zeitungsgruppe WAZ; unter anderem: Geschäftsführer von 14 Lokalradio-Betriebsgesellschaften, Geschäftsführer der Westfilm Medien GmbH (TV-Studiobetrieb), Geschäftsführer der teuto Tele GmbH (TV-Nachrichtenagentur).
Vorstandsmitglied der "D&D Entertainment Group N.V.", Brüssel (TV-Produzent mit dem Schwerpunkt Fiction / Entertainment).
Geschäftsführer der Cityweb Online GmbH (regionaler Online-Dienst der Zeitungsgruppe WAZ; Portal; Internet Service Provider).
Mitglied des Aufsichtsrats der "radio NRW GmbH".
Vorsitzender des Verbandes der Betriebsgesellschaften.
Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Pressefunk Nordrhein-Westfalen.
Mitglied des Aufsichtsrats von RTL Television.
Geschäftsführer der BW TV GmbH (Holding von Bertelsmann und WAZ; hält 37 Prozent der Anteile an RTL Group).
1998 bis 2001 im Hause Bertelsmann, davon zunächst drei Monate als Vice President AOL Europe, ab Januar 1999 Geschäftsführer der Bertelsmann Broadband Group GmbH & Co. KG, Hamburg / Köln.
seit September 2001 Director Entertainment & Media bei PricewaterhouseCoopers Unternehmensberatung GmbH.

Bibliografie:
Zahlreiche Veröffentlichungen in den Themenbereichen Medien, Recht und Gesellschaft; Nachweise unter http://lauff.org

Zum Vortrag:
Urbs digitalis. Die Stadt und das Netz
"In einem Zeitraum, der nur ein Lidschlag in der Geschichte der Menschheit ist, haben Digitalisierung, Datenkompression und Datenübertragung unser Leben deutlich verändert. Diese Prozesse werden sich durch Broadband-, Always-On- und Punkt-zu-Punkt-Technologien in den nächsten Jahren noch verstärken, wenn nicht potenzieren. Welche dieser Technologien werden Erfolg haben, welche sind Träumerei, welche sind bedrohlich? Welche Auswirkungen werden technologische Veränderungen auf unser tägliches Leben im privaten und beruflichen Bereich haben? Wie werden wir wohnen, kommunizieren, Kultur und soziale Kontakte erleben? Können Kommunen diese Entwicklungen aufgreifen und steuern? Oder spielt das Konstrukt ‚Stadt' künftig kaum noch eine Rolle? Was
müssen wir tun, um die neue Techniken so zu nutzen, dass sie zu mehr Kommunikation, mehr Partizipation und mehr Interaktion führen?"

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Peter Schneider

Zur Biografie:
1940 in Lübeck geboren.
Bis zum Kriegsende Aufenthalte in Königsberg und in Sachsen
1945-1950 Grainau (Bayern).
1950-1959 Freiburg im Breisgau.
1959-1964 Deutsch, Geschichte, Philosophie an den Universitäten Freiburg, München und Berlin.
1966-1972 in den Studentenbewegungen in Berlin und Trento (Italien) aktiv.
1972 Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen in Berlin.
Seit 1972 häufige Aufenthalte in Italien, seit 1985 als writer in residence und Gastprofessor an amerikanischen Universitäten, darunter Stanford, Princeton, Dartmouth, Harvard, Washington University (St. Louis), Georgetown University
1996/1997 als Fellow des Woodrow Wilson Center in Washington D. C.
2000/2001 als Parker Distinguished Writer in Residence an der Georgetown University, Washington D.C.
Insgesamt liegen 20 Bücher vor, darunter Romane, Erzählungen und Essays, einige davon sind in 20 Sprachen übersetzt worden. Außerdem mehrere Drehbücher, u. a. zu den Filmen "Messer im Kopf" ("Knife in the Head"), Regie: Reinhard Hauff, und "Das Versprechen" ("The Promise"), Regie: Margarethe von Trotta. Die Erzählung "Vati" wird gerade mit Charlton Heston verfilmt, Regie: Egidio Eronico
Reportagen und Essays in Der Spiegel, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, New York Times, Harper's Magazine, New Republic, Newsweek, Time Magazine, Le Monde, Liberation, Dagens Nyheter, Larepubblica, Corriere della Sera u. a.

Zum Vortrag:
Die Entdeckung Berlins im Jahre 2002
Versuch eines Berliners, sich im vereinten Berlin zurechtzufinden

"Die Konstellation war einzigartig, die Herausforderung ohne Beispiel: eine Millionenstadt ohne Mitte, eine Metropole, in deren Zentrum Millionen von Quadratmetern neu zu bebauen waren. Was haben die Berliner und Ihre Architekten aus dieser Chance gemacht? Was ist, was wird Berlin, wie Denken sich die Deutschen ihre Hauptstadt? Die Stadt hat sich so rasch und radikal verändert wie zuletzt wohl nur im Krieg. Dabei ist es keineswegs das Ausmaß der kriegsbedingten Verheerungen, das den Berliner Fall einzigartig macht. Seltsam, unerhört und nicht ohne absurde Komplikationen ist die Konstellation zweier Stadthälften, die sich auf eine dauerhafte Trennung eingerichtet hatten und über Nacht in die Lage geraten waren, sich an ihrem Rand, jetzt wieder Mitte, einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt zu schaffen. Die Stadt, in der es über vierzig Jahre lang alles doppelt gab - Staatsopern, Fernsehtürme, erste und zweite Fernsehprogramme, Regierungs- und Fußballmannschaften, Wetterkarten, Weltbilder und Berliner, sucht eine neue Balance, kurz, ihren Rhythmus."

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Dr. Werner Sewing

Zur Biografie:
Geboren 2.1.1951 in Bielefeld.
1969-1975 Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Bielefeld, an der Freien Universität Berlin.
1975-1976 Lehrbeauftragter am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin.
1978-1983 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziologie der Technischen Universität Berlin (TU). Lehre und Forschung im Bereich politische und allgemeine Soziologie. September 1982 Visiting Scholar, Department of Political Science, Mc Gill University, Montreal.
1983-1986 Lehrbeauftragter für Stadt- und Regionalsoziologie an der Technischen Universität Berlin.
1986-1992 Lehrbeauftragter für Architektursoziologie an der Technischen Universität Berlin, Freie Mitarbeit in Architektur- und Stadtplanungsbüros.
1986-1987 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der zentralen Berlin- Ausstellung des Senats von Berlin.
1990-1993 Gastdozent für Stadt- und Architektursoziologie an der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB, heute Bauhaus-Universität) in Weimar.
1990-1994 Freie Mitarbeit in Berliner Planungs- und Architekturbüros.
1993-1995 Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Stadtsoziologie und Architektursoziologie an der HAB Weimar.
Promotion an der TU Berlin: "Politik der Architektur".
1995- Ende 2001 Wissenschaftlicher Assistent im Lehrgebiet Planungs- und Architektursoziologie an der TU Berlin.
1999 Februar bis Mai 1999: Visiting Professor, UC Berkeley, Architectural History.
2001 Visiting Lecturer und Visiting Critic an der Architectural Association in London. Gastkritiker am Bauhauskolleg Dessau.
Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der "Bauwelt Fundamente".

Ausgewählte Veröffentlichungen zur Architektursoziologie
- Steinernes Berlin?, Wissenschaftliche Zeitschrift der HAB Weimar, Heft 3, 1995
- Architektur und Gesellschaft, Deutsches Architektenblatt, Heft 4,1996
- Städtisches Wohnen, Arch+, Heft 134/135, 1996
- Docklands oder Charlottenburg?, Architektur in Berlin, Jahrbuch, Hamburg 1996
- "Disney meets Rossi", Total digital, Architektur im digitalen Zeitalter, hrsg. von Tom Fietz, TU Cottbus 1997
- Die Platte als Problem, Wohnbaukongress Zukunft Wohnen, November 1996, Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Infrastruktur,Tagungsband, Erfurt, 1997
- Planwerk Innenstadt Berlin, Centrum. Jahrbuch Architektur und Stadt. 1997-1998, Braunschweig/Wiesbaden 1997
- Gebaute Stadtkultur: Architektur als Identitätskonstrukt, Stadt und Kultur: stadtsoziologische Analysen hrsg. v. Volker Kirchberg und Albrecht Göschel, Opladen,1998
- Wie planbar ist die europäische Stadt?, Archithese, Heft 3, 1998
- Zwischen Hochkultur und Populärkultur. Neotraditionalismus in den USA und in Großbritannien, Die Alte Stadt, Heft 4, 1998
-Wiederaufbau in der 'Viersektorenstadt', 1945 - 1957, Wohnen in Berlin. 100 Jahre Wohnungsbau in Berlin, Katalog zur Ausstellung April bis Juni 1999. Berlin 1999
- "Standard - Typus - Norm, Rationales Bauen nach dem Bauhaus". Dessau 1999
- Große Geste ohne Absturz ins Erhabene. Die nordischen Botschaften in Berlin, Centrum, 2000-2001, Braunschweig/Wiesbaden 2000
- Die Stadt in zwei Staaten. Große Gesten in Ost und West, in: Visionen einer besseren Stadt. Städtebau und Architektur in Berlin 1949 - 1999. Hrsg. v. AIV Berlin, Berlin 2000
- Herz, Kunstherz oder Themenpark? Deutungsversuche des Phänomens Potsdamer Platz., in: Der Potsdamer Platz. Urbane Architektur für das Neue Berlin. Berlin 2000
- Über das Verschwinden der Öffentlichkeit aus dem städtischen Raum, Centrum, 2001/2002
- Berlin: Vom Mythos zur Metropole?, in: Städte im Globalisierungsdiskurs, hrsg. v. Helmut Berking und Richard Faber, Würzburg 2002

Zum Vortrag:
Gesellschaftsraum Stadt: Singles, Szenen oder Stadtbürger? Zur Soziologie der
postindustriellen Stadt

Unter den Bedingungen der Globalisierung und der telematischen Revolution haben sich die Städte weltweit als Zentren des Wachstums behauptet. Stadt als Kommunikationsort ist von der virtuellen Realität der Netzwerkgesellschaft nicht ersetzt, sehr wohl aber verändert worden. Die medialen Images und die Erwartungen des Stadttourismus (filmed on location) haben zu einer neuen Form des Stadtkonsums geführt. Die postindustrielle Stadt als Inszenierung dient den pluralen Milieus, Szenen und Lebensstilen als Bühne ihrer Selbstdarstellung. Städte sind zusehends zu Zentren der Individualisierung geworden, stabile Milieus durch kurzlebige Szenen verdrängt und Familien mit Kindern nach Suburbia ausgewandert. Gerade die neuen Mittelschichten der Dienstleistungsbranchen haben als "urbane Unternehmer" die innerstädtischen Wohnquartiere gentrifiziert. Die Simulation von schöner alter Stadt hat seit der Postmoderne zum Paradox einer Revitalisierung des öffentlichen Raums unter dem Primat des Privaten geführt. Es ist zu fragen, ob die Rede von einer Krise des öffentlichen Raums und einer Disneyfizierung der Stadt berechtigt ist. Kehrseite dieser Renaissance der Städte ist die Verdrängung aller weniger zahlungskräftigen Gruppen. Hierzu gehören in Wachstumszentren, etwa in München und in den Global Cities auch weite Teile der Mittelschichten. Gleichwohl ist die dramatische Warnung vor einem Verlust der Integrationskraft der Städte, vor einer "Krise der Stadtgesellschaft" in Deutschland wenig begründet. Großstädte waren immer durch geringere Integration und höhere Segregation gekennzeichnet. Daher ist auch die neuerliche Beschwörung eines am mittelalterlichen Ideal gewonnen Stadtbürgertums als Basis der Zivilgesellschaft entweder nur Nostalgie oder die Verbrämung partikularer Interessen. Gefährdet ist die politische Kultur der Stadt, die in der Spannung zwischen privatisiertem Stadtkonsum und dem Stadtmanagement und Marketing zu bloßer Folklore zu werden droht. Die bereits vor hundert Jahren von Patrick Geddes vorausgesagte Auflösung der Stadt in der Region hat heute in allen globalen Wachstumsregionen neuartige Integrationsprobleme erzeugt, die auch in Deutschland mit traditionellen Idealen von der "Europäischen Stadt" allein nicht mehr zu bewältigen sind. Für die "überschätzte Stadt" könnte die Zukunft in einem neuen politischen Selbstverständnis der Region liegen. Nach dem überraschenden Hauptstadtboom der letzten Jahre könnte die Zukunft der Stadtregionen in einer kreativen urbanen Neudefinition föderaler Traditionen gesucht werden.

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Wolfgang Weinzierl

Zur Biografie:
1945 in Ingolstadt geboren.
1966-68 Semester Studium der Architektur an der TU München sowie
1968-72 Landschaftsarchitektur an der TU München (Weihenstephan), Diplomarbeit am Lehrstuhl für Städtebau und Landesplanung.
1972-77 zusammen mit Dipl. Forstwirt Hubert Weinzierl, Büro für Landschaftsplanung in Ingolstadt.
Seit 1977 als selbstständiger Landschaftsarchitekt freiberuflich tätig, seit 1977 Mitglied der Bayerischen Architektenkammer. Derzeit Büro mit 11 Mitarbeiter/innen. Zwei Arbeitsschwerpunkte
- Landschaftsplanung/landschaftspflegerische Begleitplanung, städtebauliche Planung
- Grünordnungs-/Freiraumplanung
Dabei: ständige, fachübergreifende Zusammenarbeit mit Stadtplanern, Architekten, Verkehrsplanern, Naturwissenschaftlern, Ingenieurplanern etc.
Teilnahme an über 40 z.T. landschaftsplanerisch-städtebaulichen wie auch gestalterisch-architektonischen Wettbewerben.
Seit 1977 Fachpreisrichter bei zahlreichen Ideen- und Realisierungswettbewerben.
Seit Herbst 1998 Mitglied in der Beratergruppe "Städtebau und Ökologie" für die Messestadt München-Riem.
Von 1983-95 Vertreter der Landschaftsarchitekten in der Arbeitsgruppe Aus- und Fortbildung der Bayerischen Architektenkammer.
Bis heute Mitwirkung an zahlreichen Seminaren und Fachtagungen sowie bei deren Vorbereitung.

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