Sonntag, 11. Juli, 11.00
Uhr, Schlossgarten
Katarzyna Mycka & Franz Bach
Marimba duo
Das Programm
| Matthias Schmitt | Ghanaia |
| Andrew Thomas | Lord Cavendish
Strikes The Right Note |
| Keiko Abe Tambourin | Paraphrase |
| Maurice Ravel | Alborada del gracioso |
| Steve Reich | Nagoya Marimbas |
| Astor Piazzolla | Tangos |
Die Marimba ist ein
Instrument, das von Afrika über Mittelamerika nach Nordamerika und schließlich,
Mitte des 20. Jahrhunderts, nach Europa kam. Betrachtet man seine Klangkonzeption,
ist es eines der ältestesten, vielleicht sogar das älteste Musikinstrument.
1949 wurde in Vietnam von dem französischen Prähistoriker Georges
Condominas ein siebentöniges Lithophon (Steinklangplattenmarimbaphon) entdeckt.
Es wurde auf ein Alter von 5000 Jahren geschätzt. Die Platten dieser Steinmarimba
hatten eine Länge von 45 cm bis zu einem Meter exakt in einer japanischen
pentatonischen Skala gestimmt. Ähnliche Instrumente wurden auch in ägyptischen
Grabkammern und in Afrika gefunden.
Die Evolution der Marimba (ein naher Verwandter ist das Xylophon) von einem
meist schlecht gestimmten Instrument mit nur wenigen Tönen zu seiner heutigen
Größe von 2,5 Metern und 5 Oktaven, ging in Amerika vor sich. Um
1880 gab es einen Wechel vom einreihigen, diatonischen Instrument zu dem chromatischen,
zweireihigen, bei dem die Platten wie bei einem Klavier angeordnet sind. Wichtig
in der Entwicklung der Marimba war die Perfektionierung der Plattenstimmung,
das Hinzufügen von metallenen Resonanzröhren für größere
Lautstärke sowie das allgemeine industrielle Design, damit es den heutigen
Ansprüchen an ein Instrument genügt.
Die Marimba unterscheidet sich von den anderen xylophonartigen Instrumenten
durch den zusätzlichen akustischen Verstärker für jeden einzelnen
Ton. Dieser Verstärker besteht aus einer metallenen Röhre, deren Stimmung
exakt der , der dazugehörigen Holzklangplatte entspricht. Rosenholz oder
Palisander wird auch von den guatemaltekischen und mexikanischen Marimbisten
das singende Holz genannt. Die Marimbaplatten werden aus dem Herzholz
des Baumes geschnitten, das härteste und am besten klingende Holz.
Seit erst fünf Jahrzehnten gibt es die Marimba in der westlichen Musik,
und so sind auch alle genuin für dieses Instrument geschriebenen Werke
mehr oder weniger zeitgenössisch. Einer der ersten Komponisten war der
Amerikaner Paul Creston, der schon im Jahr 1935 ein Marimbakonzert komponierte.
Darius Milhaud schrieb ein Konzert für Marimba und Vibraphon im Jahr 1947,
und 1959 entstand das Marimbakonzert von Robert Kurka.
Heutzutage gehört die Marimba selbstverständlich zum Instrumentarium
der Percussionisten und wird an Konservatorien und Hochschulen systematisch
gelehrt. Laut Statistik spezialisieren sich besonders viele Percussionistinnen
während ihres Schlagzeugstudiums auf die Marimba. Eine von ihnen ist die
weltbekannte Marimbavirtuosin Keiko Abe.
Katarzyna Mycka, geboren 1972, begann mit 16, fasziniert von den vielfältigen Klangmöglichkeiten, das klassische Schlagzeug zu erlernen. Der Erfolg stellte sich für die junge Künstlerin schon bald ein. Denn bereits drei Jahre später, 1991, errang sie beim polnischen Schlagzeugwettbewerb in Opole den 1. Preis. Im darauffolgenden Jahr, 1992, wurde sie in Genf beim Concours International d'Execution Musicale als jüngste Teilnehmerin mit dem Sonderpreis, einem Auslandsstipendium für ihre weitere Ausbildung ausgezeichnet. Nach dem Studium an der Musikakademie Gdansk studierte sie in Stuttgart und am Salzburger Mozarteum. Im Laufe der Zeit begann Katarzyna Mycka sich mehr und mehr auf Marimba als Soloinstrument zu spezialisieren. Ihre Entscheidung, den Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens auf dieses Instrument zu verlegen, bestätigte sich schon bald durch zwei weitere 1. Preise bei internationalen Marimba-Wettbewerben: 1995 gewann sie den International Percussion Competition Luxembourg, wo ihr zusätzlich der Publikumspreis zuerkannt wurde, und 1996 den World Marimba Competition Stuttgart. 1997 war Katarzyna Mycka Finalistin beim ARD-Wettbewerb in München, hatte ihr Debüt beim Internationalen Schlagzeugfestival PASIC´97 in Anaheim (Los Angeles/USA) und erhielt vom Rotary-Club in Stuttgart einen Förderpreis für junge Künstler. 1998 verlieh ihr die Kunststiftung Baden-Württemberg ein Stipendium und im September gleichen Jahres trat sie beim Ersten Marimba Festival in Osaka (Japan) als Solistin auf. Die Polish Percussive Arts Society zeichnete sie 1999 mit dem Titel Botschafter der Polnischen Schlagzeugkunst aus. Als Solistin gastiert Katarzyna Mycka u.a. bei den Stuttgarter und Jenaer Philharmonikern, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, bei dem RSO Luxemburg und beim Bromberger Musikimpressionen Festival. Es folgten Einladungen zu Konzerten und Meisterkursen nach Polen, USA, Japan, Italien und in die Schweiz.
Franz Bach, geboren
1965 in Baden-Baden, erhielt mit 8 Jahren zunächst Klavierunterricht. 1978
begann er mit Schlagzeug am Badischen Konservatorium Karlsruhe. Von 1986-1990
absolvierte er sein Orchestermusik/Schlagzeugstudium an der Karlsruher Musikhochschule
bei Hans-Jörg Bayer und Jürgen Heinrich, danach ging er für ein
Aufbaustudium zu Professor Peter Sadlo nach Salzburg. Seit 1989 ist er Soloschlagzeuger
beim Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. 1993 wurde er als Dozent für Schlagzeug
an die Frankfurter Musikhochschule berufen. Gastdozenturen führten ihn
an die Hochschulen Freiburg und Mannheim, sowie zum Bundesstudentenorchester.
Herbst 1999 nahm er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in München
an. Der Kammermusik widmet er sich unter anderem als Mitglied im Deutschen Schlagzeugensemble,
dem Auriga Schlagzeugquartett und dem Ensemble für percussive Kunst München.
Er arbeitet mit hochkarätigen Instrumentalisten wie Gidon Kremer, Alexei
Lubimov, den Klavierduos Schumacher/Grau, Paratore, Stenzl, dem Nexus Schlagzeugensemble
und der Marimbaphonistin Katarzyna Mycka zusammen.
Bitte besuchen Sie die Web-Site: www.KatarzynaMycka.de