Sonntag, 24.
Juni, 11.00 Uhr, Schlossgarten
Europa-Tage der Musik vom 20.6. bis 8.7.2001
SPACE
Rainer Glas - Chris Beier - Leszek Zadlo - Carola Grey
Schlossgartensuite zeitgenössischer Space-Jazz
Eigens für das heutige Konzert im Schlossgarten hat Rainer Glas die Schlossgartensuite konzipiert, in der Space Music Improvisationen, powervolle Eigenkompositionen und archaische Ethno-Musik, wie z.B. indianische Schamanengesänge miteinander verbunden werden. Space-Jazz nennt sich der ungewöhnliche Sound des Quartetts. Jazz der Sonderklasse, der die Kreativität jedes Einzelnen spürbar werden lässt und viel Raum bietet für offene Improvisationen.
Rainer Glas hat seine Bässe bereits seit 20 Jahren mit der Space-Boxzum Space-Basserweitert und erzeugt so mediative Klangflächen und groovende Ostinati als Background für Improvisationen. In seiner SPACE-Formation spielt er mit Leszek Zadlo, Chris Beier und Carola Grey, die auch alle Eigenkompositionen in das Solisten-Kollektiv einbringen. Rainer Glas war Kulturförderpreisträger der Stadt Erlangen 1980 und im gleichen Jahr Förderpreisträger der Deutschen Phonoakademie. 1979 gründetet er das Musikerlabel WOR. Seit 1981 ist er künstlerischer Leiter der Erlanger Jazz Workshops. Er ging im In- und Ausland auf Tournee und spielt Konzerte mit vielen internationalen Jazzmusikern.
Chris Beier glänzt gleichermaßen als virtuoser Pianist und als nonkonformistisch kreativer Komponist und Arrangeur" (Saarbrücker Zeitung). Mit ihm existieren ca. 25 CDs/LPs, darunter drei Solo-Einspielungen. Er war viele Jahre musikalischer Leiter am Nürnberger Schauspielhaus und schrieb zahlreiche Auftragskompositionen sowohl für die Konzertbühne als auch für Rundfunk- und Fernsehsender. Schon seit 1984 besteht eine enge Zusammenarbeit mit Rainer Glas und Leszek Zadlo. Beier spielte Konzerte u.a. mit Dick Heckstall-Smith/John Etheridge Group, Marion Brown, Joe Nay, Billy Elgart und Aladar Pege. 1986 war er Kulturförderpreisträger der Stadt Nürnberg. Seit 1987 ist er Leiter der Jazzabteilung am Konservatorium in Würzburg, außerdem langjähriger Dozent bei den Erlanger Jazz Workshops. Chris Beier schrieb zwei Bücher zum Thema Improvisation. Beier ist Tonkünstler im wahrsten Sinne des Wortes, denn er versteht es mit Tönen zu malen. (Süddeutsche Zeitung)
Leszek Zadlo zählt seit den 60er Jahren zu den eigenständigsten,
kreativsten und energiereichsten Saxophonisten und Flötisten in Europa.
Er ist Dozent für Saxophon an den Konservatorien Würzburg und München
sowie bei den Jazz Workshops in Erlangen. Als Leiter eigener Gruppen oder als
Gastsolist trat er bei allen wesentlichen Festivals in Europa auf. Es entstanden
über 80 CDs/LPs mit zahlreichen Stars der internationalen Jazzszene sowie
viele Produktionen für Funk, Film und Fernsehen (Tatort, Der Fahnder ...
). Ich habe selten Jazzimprovisationen von solcher nicht nur konzeptioneller,
sondern auch emotionaler Geschlossenheit gehört wie bei Leszek Zadlo. Da
muß man schon auf den späten Coltrane zurückgehen, um eine ähnlich
durchgehende Musizierhaltung, ein vergleichbares, die ganze Aussage durchziehendes
und tragendes Gefühl, Liebe nämlich, zu finden. (Süddeutsche
Zeitung)
Carola Noisy Mama Grey war schon immer eine Ausnahmeerscheinung
und zählt heute zu den meistgebuchten Schlagzeugerinnen. Als erste Frau
erhielt sie den Masters degree für Jazzschlagzeug an einer
deutschen Musikhochschule und wurde in jüngsten Jahren als Bandleaderin,
Komponistin und Schlagzeugerin von der Presse als Deutschlands Schlagzeugerin
Nr.1 und als Shootingstargefeiert. Nicht nur in ihrer Heimat,
geboren 1969 in der Nähe von München, sondern auch im Big Apple von
New York, wo sie bereits sechs Jahre lebte, hat sie sich etabliert. Sie absolvierte
ausgedehnte Asien-, Europa- und USA-Tourneen mit ihrer Gruppe NOISY MAMA, in
der bereits Ron McClure, Craig Handy, Lonnie Plaxico, Ravi Coltraine und Mike
Stern gespielt haben. Sie war erste Preisträgerin des Jazzpreises Burghausen
1998 und des Staatlichen Förderpreises für junge Künstler 1998
in Bayern. Seit 1988 spielt sie bereits mit Rainer, Chris und Leszek, so u.a.
auch im Overtone Orchestra zum Festival des Hörens 1993 in Erlangen.