Sonntag,
20. Juli 2003, 11 Uhr, Schlossgarten
Konzert im Rahmen
des Festivals “moving cultures”
Jacaranda
– Colors of Earth
Alphorn-Crossover
Weltmusik aus Deutschland
Fünf Musiker und Solisten
der Brandenburger Symphoniker fanden sich aus Lust am Experimentieren und mit
Sensibilität für neue Klangwelten zu einem einzigartigen Ensemble
zusammen: zwei Alphörner, Waldhorn, Didgeridoo, Saxophon, Flöte, Marimba,
Congas, Trommeln und Pauken – Instrumente, die ihrem Ursprung nach oft
tausende Kilometer voneinander entfernt sind, werden in einem Geflecht aus komponierter
und improvisierter Musik zu meditativen Klangräumen, exotischen Melodien
und mitreißenden Rhythmen verwoben: Alphorn-Crossover – Weltmusik
aus Deutschland.
Das Ensemble gab sich den Namen Jacaranda, ein blau-violett blühender Zierbaum,
der die Alleen Südamerikas, Afrikas und anderer tropischer Länder
säumt und Sinnbild einer üppigen exotischen Welt ist. Allein das Wort
fasziniert durch seinen innewohnenden Rhythmus und seine Assoziationsvielfalt.
Inzwischen ist Jacaranda Symbol für eine blühende musikalische Welt,
die einem Genre nicht wirklich zugeordnet und im weitesten Sinne als Weltmusik
bezeichnet werden kann. Wobei Weltmusik nur ein behelfsmäßiges Etikett
ist, mit dem sich kaum beschreiben lässt, auf welch außergewöhnliche
Weise das Ensemble immer wieder begeistert.
Die Kluft, die zwischen
den Herkunftsländern der Instrumente liegt, überbrückt Jacaranda
mit einem Klang-Geflecht in dem Elemente aus europäischer Klassik, Blues,
Jazz und traditioneller Musik aus Afrika und Asien auf kunstvolle, aber niemals
gekünstelte Weise miteinander verbunden werden.
Sebastian
Pietsch, Sopran-Saxophon, Glocke, Chimes, geboren 1965 in Berlin, wurde
schon während seines Studiums an der Musikhochschule Berlin bei den Brandenburger
Symphonikern engagiert. Neben seinen Aufgaben als Solofagottist, widmet er sich
seit 1986 zunehmend dem Saxophon. Auf diesem Tätigkeitsfeld wirkte er in
den verschiedensten Jazzbands mit und spielte Film- und Theatermusiken ein.
Richard J. Mosthaf, Didgeridoo, Alphorn, geboren 1962 in Stuttgart, wurde 1991 nach seinem Studium an der Musikhochschule in Nürnberg als Hornist bei den Brandenburger Symphonikern engagiert. Durch die Konzerttourneen des Orchesters wurde sein Interesse für die Klänge anderer Völker geweckt. Das Didgeridoo und das Alphorn faszinierten ihn in besonderer Weise. Schon vor der Gründung des Ensembles studierte er die komplizierte Spielweise des Didgeridoos bei verschiedenen Meistern dieses Instrumentes. Nachdem er 1997 „Jacaranda“ mitbegründete, versuchte er die Besonderheiten des Alphorns mit dem des Didgeridoos zu verbinden und entwickelte das in seinem Klang einzigartige „Alpendig“, das regelmäßig in den Jacarandakonzerten zu hören ist.
Thomas R. Hoffmann, Alphorn, Horn, geboren 1967 in Berlin, studierte an der Berliner Musikhochschule. Nach dem Studium erfolgte sofort das Engagement bei den Brandenburger Symphonikern. Als Solohornist des Orchesters, aber auch mit Solokonzerten bereiste er die ganze Welt. Die Auseinandersetzung mit den verschiedensten musikalischen Eindrücken, besonders in Südafrika, Amerika und Georgien, mündeten 1997 in der Idee „Jacaranda“ zu gründen. Seither ist für ihn die Beschäftigung mit dem Alphorn fast genauso wichtig wie sein Orchesterinstrument.
Kay Degner, Percussion, Marimbaphon, geboren 1973 in Gardelegen, war nach seinem Studium an der Berliner Musikhochschule als Stipendiat zu den Brandenburger Symphonikern gekommen. Als Mitglied von Ensembles verschiedenster Genres von Jazz bis Rock machte er zahlreiche Film-, Fernseh- und CD-Aufnahmen. Die Arbeit führte ihn 1999 zu Jacaranda. Hier bringt er sich besonders mit dem „Afrobeat“ ein. Diese besondere Art des Percussionspiels beeindruckte ihn so, daß er auf verschiedenen Reisen auf den afrikanischen Kontinent nach den Ursprüngen dieser Spielweise suchte.
Matthias Dressler, Percussion, Vibraphon, geboren 1965 in Berlin, wurde gleich nach seinem Examen an der Musikhochschule Berlin im Jahre 1986 als Solo-Schlagzeuger bei den Brandenburger Symphonikern verpflichtet. Neben der Mitwirkung in den Konzerten der Symphoniker und namhaften anderen Orchestern, widmet er sich immer wieder Produktionen experimenteller und genreüberschreitender Musik, so z.B. 1990 dem legendären Pink Floyd Konzert „The Wall“ in Berlin, wo er Percussion spielte, bis hin zum Europa-Konzert von „Metallica and Symphonic“ 1999 in Berlin. Der Wunsch, sich selbst musikalisch kreativ entfalten zu können und die gesammelten Erfahrungen zu bündeln, führte 1997 zur Gründung von „Jacaranda“.
Drei
Wochen lang vom 3. bis 20. Juli zeigten Künstler aus unterschiedlichen
Kulturkreisen, wie Migration und Globalisierung ihre Arbeit beeinflussen. Das
Festival „moving cultures“ thematisierte das Aufeinandertreffen
und den Austausch verschiedener Kulturen im künstlerischen Bereich und
spiegelte die so entstandene Lebendigkeit und Vielfalt bis hin zu neuen Ausdrucksformen
wider. Veranstalter des Festivals war die 1988 gegründete „Arbeitsgemeinschaft
Kultur im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach“,
bestehend aus den Kulturreferaten und Kulturämtern der vier Städte.
Das Festival klingt am heutigen
Sonntag mit dem Karneval der Kulturen in Nürnberg aus. Weit über 1700
Teilnehmer in über 60 Formationen internationaler Kulturvereine, Tanz-,
Theater- und Performancegruppen ziehen ab 13 Uhr in einer farbenfrohen Parade
durch Nürnbergs Straßen.
www.moving-cultures.de