Nürnberg, 12 bis 16. September 2001

Die Internationalen Filmtage der Menschenrechte sind das erste Filmfestival in Deutschland, das sich dem Thema Menschenrechte widmet. Es füllt damit eine Lücke im deutschen Festivalangebot, die es in anderen Ländern längst nicht mehr gibt. Ein Filmfestival ist ein kulturelles Ereignis, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus strahlt. Nürnberg reiht sich nach neun Jahren wieder in die Liste der Festival-Städte ein. Das Festival wendet sich gleichermaßen an die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Nürnberg sowie nationale und internationale Gäste. Als besonders dialogfördernd erweist sich die Verbindung des Filmfestivals mit der zeitgleich stattfindenden Menschenrechtskonferenz und der Verleihung des "Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises". Aus diesem Anlaß sind bereits viele Menschen in der Stadt, die sich aktiv mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen. Nürnberg kann so zu einem Ort werden, an dem das Nachdenken über notwendige Veränderungen vorankommt.

Zielsetzung und Profil

Das Festival geht davon aus, daß die kulturelle Entwicklung auch die soziale Entwicklung beeinflußt. Der Film ist ein bedeutender Kulturfaktor und als das populärste und kraftvollste Medium besonders gut dazu geeignet. Ziel der Filmtage ist es, durch das Medium Film breiten Bevölkerungsschichten das Thema Menschenrechte näherzubringen. Die Filmtage sollen Diskussionen anstoßen und durch Information übereinander Kommunikation miteinander auslösen; dazu dient auch die Einladung vieler Regisseure und Gäste. Die Internationalen Filmtage der Menschenrechte präsentieren engagierte Produktionen aus aller Welt zum Thema Menschenrechte. Die Filme werden Menschenrechtsverletzungen konstatieren oder positive Beispiele zu deren Überwindung schildern. Sie machen auch Mut. Sie nehmen die Menschen ernst und beuten sie nicht aus. Diese Filme nehmen teil am Wettbewerb um den "Nürnberger Filmpreis der Menschenrechte". Eine internationale Jury, die sich aus Fachleuten auf den Gebieten des Films und der Menschenrechte zusammensetzt, wird die Prämierung vornehmen. Das von den Filmtagen gestiftete Preisgeld wird mit der Zweckbindung vergeben, den Einsatz des prämierten Films in Deutschland zu ermöglichen oder zu verbessern. Der Film soll nach dem Festival nicht verschwinden, sondern im Bewußtsein lebendig bleiben.

Veranstalter

Die Internationalen Filmtage der Menschenrechte sind ein unabhängiges Festival. Sie werden von dem gemeinnützigen Verein Internationale Filmtage der Menschenrechte e.V. konzipiert und organisiert.

Partner

Die Internationalen Filmtage der Menschenrechte bisher

Das Filmfestival fand 1999 erstmals zusammen mit der Internationalen Nürnberger Menschenrechtskonferenz und der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises statt. Die Filmtage waren ein großer Erfolg, sowohl was die Qualität der gezeigten Filme als auch den Zuspruch des Publikums betraf. Etwa 1.700 interessierte Besucher und Fachpublikum verfolgten 40 Vorstellungen und beteiligten sich angeregt an den Diskussionen nach Filmende. 15 Filmschaffende aus neun verschiedenen Ländern fanden den Weg nach Nürnberg und bereicherten das Festival nicht nur durch ihre Fachkenntnis. Unter ihnen befanden sich so namhafte Regisseure wie Volker Schlöndorff und Claude Lanzmann. "Ich finde, wichtig bei solch einem Festival ist das Gemeinschaftserlebnis. Es ist einfach etwas anderes, wenn Millionen von Zuschauern daheim alleine für sich etwas im Fernsehen anschauen. Hier kann man zusammen mit anderen etwas sehen und anschließend darüber diskutieren. Man muß sich mit dem Thema auseinandersetzen. Immer nur Fernsehen führt zur Verstopfung: Da kriegt man immer was rein und kann nichts raus lassen."
Volker Schlöndorff

"Während sich die Fungesellschaft um sich selbst dreht, ist die Frage der Menschenrechte in anderen Teilen der Welt eine Frage, die über Leben und Tod, über Teilnahme an der Gesellschaft oder den Ausschluß aus derselben entscheidet. Und auch bei uns ist die Frage der Menschenrechte keine, die vergangenen Zeiten angehört, erinnert sei an die Lage der Flüchtlinge in unserem Land, an Schubhaft und Abschiebung in eine ungewisse bis todbringende Zukunft. Um so größer ist das Verdienst der Veranstalter, den Mut zu haben, die 1. Internationalen Filmtage der Menschenrechte auf die Beine zu stellen, Filme zu zeigen, die keine blockbuster sind und nie sein werden."

Die Jury 1999: Wolfhard Gallhoff, Ullabritt Horn, Gabriele Müller, Bertoldt Kremmler und Klaus Wildenhahn

Kontakt

Internationale Filmtage der Menschenrechte
c/o Filmhaus
Königstr. 93
D-90402 Nürnberg
 
Tel. +49 911 231 8329
Fax +49 911 231 8330