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Jack Nicholson

Es gibt kaum einen anderen noch aktiven Hollywood-Star, der auf eine derartig facettenreiche Karriere zurückblicken kann: Er ist der Schauspieler mit den meisten Oscars und Oscar-Nominierungen. Filme wie Roman Polanskis CHINATOWN (1974), Milos Formans EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST (1975) und Stanley Kubricks SHINING (1980) machten ihn zu einem der weltweit erfolgreichsten amerikanischen Schauspieler. Das Filmhaus Nürnberg widmet seinen Dezemberschwerpunkt einem filmischen Porträt des Schauspielers, Regisseurs, Drehbuchautors und Produzenten Jack Nicholson.

20 Filme

Zu sehen ist mit 20 Filmen eine Auswahl aus seiner fast 50-jährigen Filmkarriere und einer Rollenvielfalt, die von den Anfängen in B-Movie-Produktionen der 60er Jahre (THE LITTLE SHOP OF HORRORS, 1960) über Michelangelo Antonionis Klassiker BERUF: REPORTER (1974) bis DEPARTED: UNTER FEINDEN (2006) reicht.Jack Nicholson wurde am 22. April 1937 in Neptune City geboren. Nachdem er im Alter von 17 Jahren die High School erfolgreich abgeschlossen hatte, ging Nicholson nach Los Angeles, wo er bei Metro Goldwyn Mayer einen Job als Bürobote fand. Schon in jungen Jahren hegte er den Wunsch Schauspieler zu werden. Er nahm bei Jeff Corey Schauspielunterricht und schloss sich der Theatergruppe The Player´s Ring an. Nach kleinen Auftritten in Theaterstücken und TV-Produktionen feierte Nicholson in Roger Cormans Thriller CRY BABY KILLER (1958) sein Leinwanddebüt. Auch in den nächsten Jahren spielte er häufig in Filmen Cormans, für den er auch das Drehbuch zu DER TRIP (1967) schrieb.Nach zahlreichen weiteren Low-Budget-Produktionen (u.a. SCHLOSS DES SCHRECKENS, 1963) brachte Nicholson die Nebenrolle in Dennis Hoppers Kultfilm EASY RIDER (1969) den internationalen Durchbruch und die erste Nominierung für den Oscar. Zwei Jahre später erhielt er für sein Regiedebüt DRIVE, HE SAID (1971), für das Nicholson auch das Drehbuch schrieb, großes Kritikerlob. Auch im weiteren Verlauf seiner Karriere wechselte Nicholson hin und wieder auf die andere Seite der Kamera und führte Regie; 1978 bei dem Western DER GALGENSTRICK und 1990 bei DIE SPUR FÜHRT ZURÜCK, der Fortsetzung von CHINATOWN (1974).„Die Filme der 70er sind diejenigen Filme, die bleiben“, sagte Nicholson in einem Interview während der Berlinale 2004.

Superstar in den 70ern

Es waren auch die 70er Jahre, in denen Nicholson vom good actor zum Superstar aufstieg: Nach Erfolgen in Hal Ashbys DAS LETZTE KOMMANDO (1973) und Roman Polanskis CHINATOWN (1974), wurde er für die Hauptrolle in EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST (1975) schließlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet.Im Anschluss an mehrere kommerzielle Misserfolge erhielt Nicholson für seine Nebenrolle in ZEIT DER ZÄRTLICHKEIT 1983 seinen zweiten Oscar. Eine Liebesszene mit Jessica Lange in WENN DER POSTMANN ZWEIMAL KLINGELT sorgte 1981 für einen Skandal. Neben den Rollen als sympathische Identifikationsfigur bleibt Nicholson vor allem auch als diabolischer Bösewicht und Psychopath in Erinnerung. Sein wahnsinniges Grinsen in Stanley Kubricks SHINING oder in seinem finanziell größten Erfolg, Tim Burtons BATMAN (1989), waren prägend für sein Image.

Drei Oskars

In den 90er Jahren war Nicholson in Filmen wie JIMMY HOFFA (1992) oder neben Michelle Pfeiffer in WOLF – DAS TIER IM MANN (1994) zu sehen. 1997 wurde er für seine Rolle des ekelhaften Misanthropen in BESSER GEHT´S NICHT mit seinem dritten Oscar ausgezeichnet. Es folgten die Hollywood-Komödien und Kinokassenschlager ABOUT SCHMIDT (2003) und WAS DAS HERZ BEGEHRT (2004).Nach drei Jahren Pause ist es nun Regisseur Martin Scorsese, der Nicholson alias Mafiaboss Frank Costello mit dem Thriller DEPARTED: UNTER FEINDEN zurück auf die Leinwand holt. Und die Rolle des Bösewichts – eine Art Hommage auf Marlon Brando in DER PATE – scheint wie geschaffen für ihn zu sein.Das Porträt Jack Nicholson ist eine Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Nürnberg e.V. Unser Dank gilt Heidemarie Börnke.