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Foto: FilmmusikfestplakatDer spannenden Beziehung von Film und Musik nachzuspüren durch Werkgespräche, Filme, aber vor allem auch durch Konzerte, ist Hauptanliegen des Filmmusikfestes Nürnberg.

Auf das diesjährige Thema brachte uns der Gast des ersten Festes, der Filmkomponist Michael Nyman. Er sprach von den unerschöpflichen Möglichkeiten für Komponisten, mit den verschiedenen Ebenen des Filmtons zu experimentieren. Aber er erwähnte auch die weitverbreiterte Unart, die aus Zeit- und Geldmangel, vor allem aber  aus Ignoranz entsteht, Filmkompositionen für ein effekthascherisches Sounddesign zu zerstören. So steht das Wechselspiel zwischen Sounddesign und Filmkomposition im Mittelpunkt des zweiten Filmmusikfestes.





SOUNDDESIGN
Der Begriff, den  Barbara Flückiger in ihrem Standardwerk über Sounddesign als „virtuelle Klangwelt des Films“ bezeichnet, ist vor allem mit einen Namen verknüpft: Walter Murch. Der Meistercutter schuf den Begriff, eher durch Zufall für das was er schon von klein auf tat: Die Kreation von Toncollagen, durch die Bearbeitung und Mischung von gesammelten Musik.- und Geräuschaufnahmen. Später glich die Bearbeitung und das Zusammenfügen der verschiedenen Tonspuren, dem Erschaffen eigener Partituren. Für sine Sounddesigns und Filmmontagen erhielt er mehrere Oscars, z.B APOCALYPSE NOW oder DER ENGLISCHE PATIENT. Leider gehört er immer noch zu den ganz wenigen seiner Zunft, die das Sounddesign  auch wirklich beherrschen und als künstlerisch-schöpferischen Akt in der Auseinandersetzung mit Regisseuren und Komponisten begreifen. Angeregt durch Rick Schmidlin setzte Walter Murch sein Wissen  auch bei der Rekonstruktion des Film-Noir-Meisterwerks TOUCH OF EVIL von  Orson Welles ein, der ein Soundkonzept vorsah, das dem damaligen Hollywoodformat widersprach.
 
FILMKOMPOSITION

Foto: Ensemble Filmkomposition bedeutet heute wesentlich mehr als atmosphärische Musik  nach Filmgenre zu komponieren, sie bezieht das Gesamtsounddesign eines Films mit ein. Die neuen technischen Möglichkeiten verführen zwar auch zu Vereinfachungen doch überzeugende und überdauernde Filmmusik lebt auch heute durch die künstlerische Qualität  und die Erfahrung der Komponisten. Eine der gefragtesten Möglichkeiten in Europa für internationale  Komponisten und Komponistinnen mit abgeschlossenem Musikstudium, sowohl Filmmusik als auch Sounddesign zu studieren und mit Drehbuchautoren, Regisseuren, Kameraleuten und Produzenten zusammenzuarbeiten, ist das Aufbaustudium  an der Filmhochschule Ludwigsburg, Acht FilmkomponistInnen werden gemeinsam mit ihren Dozenten, den Komponisten Matthias Raue und Andreas Fuchs  unsere Gäste sein und Einblick in ihre Arbeit gewähren. Krönender Abschluß der Vorstellung junger Filmkomponisten  ist die konzertante Aufführung ihrer Werke durch das Nürnberger ensembleKONTRASTE.
Was die Faszination bei Konzerten mit zur legendären Filmkompositionen ausmacht;  zeigt das Abschlusskonzert mit Kompositionen von: Bernard Herrmann (PSYCHO), der dem heutigen Ideal nach Synergien zwischen Filmkomposition und Sounddesign sehr nahe kommt, Henri Mancini  (FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY) und Nino Rota (DER LEOPARD). Das  Nürnberger ensembleKONTRASTE, international bekannt für seine Virtuosität,  unter der Leitung von Stefan Hippe,  führt die konzertanten Fassungen der Filmkompositionen auf.
 

FILMPROGRAMM
Die begleitende Filmreihe stellt im Dezember 16 Filmprogramme herausragender Sounddesigns und  Filmkompositionen vor. Darunter Werke von legendären Filmkomponisten wie Ennio Morricone, Angelo Badalamenti, Bernard Herrmann, besondere Sounddesigns der Regisseure: Jacques Tati, Jean-Luc Godard, David Lynch, oder des Sounddesigners Walter Murch.