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Ausstellungsarchiv


Ausstellung im Kunsthaus Nürnberg:


14. April bis 19. Juni 2011

Die Kunst des Sammelns

Phänomene des Ordnens, Archivierens und Präsentierens


Hubertus Hess, Meine Wunderkammer, 1986/2010, Sammlungsschrank, 168 x 136 x 30 cm © Hubertus Hess, Nürnberg, Foto: Annette Kradisch, Nürnberg

Ort: Kunsthaus, Königstr. 93, 90402 Nürnberg

Mit der Ausstellung "Die Kunst des Sammelns" stellte die Kunstvilla – Museum für regionale Kunst im Frühjahr 2011 sieben Kunstsammlungen mit regionalem Bezug vor. Was unterscheidet eine kommunale Kunstsammlung, die vornehmlich durch Stiftungen und Nachlässe zusammengesetzt ist, von einer Privatsammlung, die aus persönlichem Interesse und mit Leidenschaft und Engagement zusammengetragen wurde? Wie sammeln Künstler Arbeitsgrundlagen für ihr Schaffen und wie dokumentieren sie ihr Oeuvre? Welche Charakteristika hat die Sammlung eines Galeristen, an der sich zumeist Freundschaften und/oder Geschäftsbeziehungen ablesen lassen? Zu welchem Zweck sammeln Banken und Versicherungen Kunst und wie wird sie dort betreut und ausgestellt? In der Präsentation der verschiedenen Sammlungstypen als Wunderkammer, Galerie, Kabinett und Museum wurden zudem allgemeine Fragen des Ordnens, Archivierens und Präsentierens aufgeworfen.

Leihgeber für die Wunderkammer waren der Nürnberger Künstler Hubertus Hess (geb. 1953), der eigene Werke und seine umfangreiche Exotica-Sammlung zeigte, und der Privatsammler Wilfried Appelt, dessen Sammlung neben bildender Kunst auch Designobjekte wie Porzellan und Rechenmaschinen umfasst. In einer Galeriehängung wurden Grafiken aus dem Bestand der Firmensammlung der Sparkasse Nürnberg präsentiert. Das Kabinett umfasste Werke von Rudolf Ortner (1912-97) aus dem Nachlass, die das von Ortner selbst erarbeitete Archivsystem offenbarten, und eine Auswahl an Arbeiten des Nürnberger Akademieprofessors Karl Georg Pfahler (1926-2002), die von einer Nürnberger Privatsammlung zur Verfügung gestellt wurden. Im Museumsraum wurden Neuankäufe der Gemälde- und Skulpturensammlung der Stadt Nürnberg sowie ein Querschnitt durch die Sammlung des Galeristen und Mäzens Hansfried Defet der Öffentlichkeit vorgestellt.

Katalog


Zur Ausstellung erschien ein Katalog Die Kunst des Sammelns, Phänomene des Ordnens, Archivierens und Präsentierens, Schriftenreihe der Kunstvilla im KunstKulturQuartier, Band 2, im Verlag für moderne Kunst Nürnberg.

Der Katalog mit Essays von Gabriele Beßler, Andrea Dippel, Anne Fritschka, Ursula Kubach-Reutter und Harald Tesan erschien mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg.






15. November 2010 bis 19. Dezember 2010

Gerhard Wendland in Hannover

Ort: Städtische Galerie Kubus in Hannover

Die von der Kunstvilla im KunstKulturQuartier als erstes Ausstellungsprojekt konzipierte Ausstellung war auch ihr erster Exportartikel: vom 14. November bis 19. Dezember 2010 war die Ausstellung "Gerhard Wendland zum 100. Geburtstag" in Wendlands Geburtsort Hannover zu sehen.


Gerhard Wendland zum 100. Geburtstag


Gerhard Wendland: "Stehende sind wie Gärten", Siebdruck auf Bütten, 1959

13. Mai bis 4. Juli 2010

2010 jährte sich der Geburtstag des 1910 in Hannover geborenen und 1986 in Nürnberg verstorbenen Künstlers Gerhard Wendland zum 100. Mal. Die Kunstvilla im KunstKulturQuartier nahm dieses Datum zum Anlass, an Gerhard Wendland als wichtigen Vertreter der abstrakten Kunst nach 1945 zu erinnern. Wendland gehörte in den 1950er Jahren zu den Künstlern, für die der Weg in die Abstraktion den Anschluss an die internationale Avantgarde bedeutete. Einen Höhepunkt von Wendlands künstlerischem Werdegang stellte seine Teilnahme an der II. documenta1959 in Kassel dar, die bis heute als unübertroffene Überblicksschau zur Kunst der 1950er Jahre gilt. Nur ein Jahr später wurde Wendland an die Nürnberger Akademie der Bildenden Künste berufen, wo er bis 1978 als Lehrer wirkte. Seiner Wahlheimat Nürnberg vermittelte Wendland nicht nur als Professor, sondern auch als Mitbegründer der Gruppe N oder als Mitglied der Albrecht-Dürer-Gesellschaft zahlreiche Impulse in Richtung Gegenwartskunst. Wendlands eigenes Schaffen blieb bis zuletzt von häufigen Stilwechseln geprägt. Wendland experimentierte mit informellen wie mit Op Art-Elementen, mit der lyrischen ebenso wie mit der expressiven Abstraktion. Die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Stilen und Richtungen zu öffnen, darf als ein Hauptcharakteristikum seines Werks gelten.
Die Retrospektive, die in enger Zusammenarbeit der Kunstvilla mit dem Neuen Museum Nürnberg entstand, zeigte einen repräsentativen Überblick über Wendlands grafisches, malerisches und plastisches Œuvre, das sich, beginnend Anfang der 1930er Jahre, über fünf Jahrzehnte erstreckt. Gezeigt wurden ca. 130 Werke aus allen Schaffensphasen.
Die Exponate stammten größtenteils aus dem Nachlass und aus dem umfangreichen städtischen Bestand, der vom Neuen Museum betreut wird. Als besonderes Highlight waren in der Ausstellung außerdem erstmals seit 1959 wieder zwei der drei Werke vereint, die Wendland auf der II. documenta in Kassel präsentiert hatte.

Katalog

Zur Ausstellung erschien der Katalog Gerhard Wendland. Das druckgrafische Werk - Werke aus dem Nachlass und aus städtischem Besitz im Verlag für moderne Kunst Nürnberg.

Der Katalog mit Essays von Günter Braunsberg,
Andrea Dippel, Birgit Suk, Gerlinde Wendland und
Harriet Zilch entstand mit freundlicher Unterstützung
der Kulturstiftung der Sparkasse Nürnberg
und der Gillitzer Werbeagentur.


Zur Biografie Gerhard Wendland

Zu weiteren Abbildungen von Werken Wendlands gelangen Sie hier