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Diesseits
und Jenseits   
Als ich 1995 meinen Kollegen am Computer arbeiten sah, hatte das noch keinerlei
Auswirkung auf meine damalige Arbeit. Aus den Augenwinkeln konnte ich ihn
sehen: schimpfend, rauchend, abwartend und dann wieder (ihn als Linkshänder)
rechtshändig die Computermaus schwungvoll hin- und herbewegend, die
Augen fest mit dem Monitor verbunden. Was machte er dort bloß?
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt mehr die sichtbare Wirklichkeit vor Augen und
nur temporär Zugang zum Arbeiten im immateriellen Raum - war aber auch
durch die Zusammenarbeit mit Piazza Virtuale zur Dokumenta IX und anderen
Netzwerk-Projekten den Wechsel zwischen "hier" und "dort"
bereits gewohnt.
So war es für mich naheliegend das Mousepad mit einem Stück saugfähigem
Papier zu tauschen und einen Stift an die Computermaus zu befestigen, um
das Unsichtbare sichtbar zu machen. Bis heute sind auf diese Art weit mehr
als 100 programmspezifische Zeichnungen von Arbeitsabläufen verschiedener
Computerprogramme, wie Internet-Browser, Zeichen- Text- und Bildverarbeitungsprogrammen
entstanden, die die Maus- bez. Handbewegung beim Bedienungsvorgang eines
Computerprogrammes visualisieren.
Mit der Entwicklung des Computerprogrammes PLP ist es mir 1998 gelungen diese
Bewegung und Dauer zu digitalisieren und sie im Jenseits, im immateriellen
Raum, sichtbar zu machen. Ein 3-dimensionales Objekt einer Bewegung und deren
Dauer war geschaffen. Die neue Technologie des Rapid-Prototyping Verfahrens
erlaubte mir 1999 dieses abstrakte Objekt in den realen Raum zu materialisieren.
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