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Invasion der Schwäne

Text aus:
Nürnberger Anzeiger Ausgabe Nordost, 21.1.97
Fotos:
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E.Menge

Wöhrder See als Fluchtpunkt für Wasservögel

Winter-Invasion der Höckerschwäne am Wöhrder See: Während es normalerweise nur acht bis zehn Exemplare sind, tummeln sich derzeit 74 weiße Wasservögel an den letzten eisfreien Stelle. Vor allem beim Wehr an der Flußstraße und neben der Eisenbahnbrücke, wo der Wöhrder See nicht ganz zugefroren ist, trifft man Wasservögel in Scharen an. 74 Schwäne hat Alfred Veitengruber, seit 1971 städtischer Vogelschutzwart, momentan vor Ort gezählt. Das sind gut achtmal soviel wie in der warmen Jahreszeit, denn besonders während der Brutzeit im Frühjahr gehen Schwäne auf Distanz zueinander. Am Wöhrder See brüten in der Regel drei bis vier Paare fünf bis sieben Eier aus.

Zahlreiche Wasservögel im nicht zugefrorenen Teil der Pegnitz im Winter 1996/97 Wasservögel an der Eisenbahnbrücke

Im Winter aber alljährlich dasselbe Spiel: Weil an manchen Weihern (wie auch beim Großen Dutzendteich) das Wasser abgelassen wird, müssen sich Schwäne aus der ganzen Region ein neues Gewässer suchen; neben dem Wöhrder See ist auch der Fürther Stadtpark ein beliebter Fluchtpunkt. Starker Frost treibt dann Wasservögel aus osteuropäischen Ländern in wärmere Gefilde, selbst wenn Schwäne eigentlich keine Zugvögel sind.

Die derzeit 74 Schwäne sind für Nürnberg jedoch kein Rekord, wie Veitengruber betont. Über 110 Exemplare wurden schon gezählt, fast 100 waren es heuer schon mal. Doch das anhaltende sibirische Tief über Mittelfranken hat dazu geführt, daß einige Schwäne weiter westwärts geflogen sind. Geschwächte Schwäne, die immer wieder bei starkem Frost im See festfrieren, werden meistens im Tierheim in Erlenstegen aufgepäppelt. Alternative dazu ist der Tiergarten, wo die Wasservögel jedoch wegen der Seuchengefahr zunächst in Quarantäne kommen.

Schwäne an der Eisenbahnbrücke "Versammlung" der Schwäne an der Eisenbahnbrücke

"Eher als Gefahr" für die Tiere gilt die "übermäßige Mast durch einige notorische Fütterer", wie Biologe Helmut Link vom Umweltplanungsamt sagt. Hauptproblem: Verrottende Essensreste am Uferrand können Krankheiten verursachen und ziehen Ratten an.

Rund um die Schwäne tummeln sich auch mehrere hundert
Wildenten. Unter ihnen auch etliche der knapp 200 Enten vom Stadtparkweiher, in dem durch Bewässerung zwar noch ein Loch von knapp 30 Quadratmetern Größe offen gehalten wird. Sollten die Tempaturen aber nochmals sinken und der Weiher ganz zufrieren, würden die restlichen Enten eingefangen und zum Überwintern wie früher mehrmals geschehen in den Bezirkshof Nord des Gartenbauamts gebracht werden, der direkt an den nördlichen Stadtpark grenzt.
j.s.


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