| Wöhrder See als
Fluchtpunkt für Wasservögel Winter-Invasion
der Höckerschwäne am Wöhrder See: Während es normalerweise nur acht bis zehn Exemplare
sind, tummeln sich derzeit 74 weiße Wasservögel an den letzten eisfreien Stelle. Vor
allem beim Wehr an der Flußstraße und neben der Eisenbahnbrücke, wo der Wöhrder See
nicht ganz zugefroren ist, trifft man Wasservögel in Scharen an. 74 Schwäne hat Alfred
Veitengruber, seit 1971 städtischer Vogelschutzwart, momentan vor Ort gezählt. Das sind
gut achtmal soviel wie in der warmen Jahreszeit, denn besonders während der Brutzeit im
Frühjahr gehen Schwäne auf Distanz zueinander. Am Wöhrder See brüten in der Regel drei
bis vier Paare fünf bis sieben Eier aus.
| Zahlreiche
Wasservögel im nicht zugefrorenen Teil der Pegnitz im Winter 1996/97 |
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Im Winter aber alljährlich dasselbe
Spiel: Weil an manchen Weihern (wie auch beim Großen Dutzendteich) das Wasser abgelassen
wird, müssen sich Schwäne aus der ganzen Region ein neues Gewässer suchen; neben dem
Wöhrder See ist auch der Fürther Stadtpark ein beliebter Fluchtpunkt. Starker Frost
treibt dann Wasservögel aus osteuropäischen Ländern in wärmere Gefilde, selbst wenn
Schwäne eigentlich keine Zugvögel sind.
Die derzeit 74 Schwäne sind für Nürnberg jedoch kein Rekord, wie Veitengruber betont.
Über 110 Exemplare wurden schon gezählt, fast 100 waren es heuer schon mal. Doch das
anhaltende sibirische Tief über Mittelfranken hat dazu geführt, daß einige Schwäne
weiter westwärts geflogen sind. Geschwächte Schwäne, die immer wieder bei starkem Frost
im See festfrieren, werden meistens im Tierheim in Erlenstegen aufgepäppelt. Alternative
dazu ist der Tiergarten, wo die Wasservögel jedoch wegen der Seuchengefahr zunächst in
Quarantäne kommen.
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"Versammlung"
der Schwäne an der Eisenbahnbrücke |
"Eher als Gefahr" für die
Tiere gilt die "übermäßige Mast durch einige notorische Fütterer", wie
Biologe Helmut Link vom Umweltplanungsamt sagt. Hauptproblem: Verrottende Essensreste am
Uferrand können Krankheiten verursachen und ziehen Ratten an.
Rund um die Schwäne tummeln sich auch mehrere hundert Wildenten. Unter ihnen
auch etliche der knapp 200 Enten vom Stadtparkweiher, in dem durch Bewässerung zwar noch
ein Loch von knapp 30 Quadratmetern Größe offen gehalten wird. Sollten die Tempaturen
aber nochmals sinken und der Weiher ganz zufrieren, würden die restlichen Enten
eingefangen und zum Überwintern wie früher mehrmals geschehen in den Bezirkshof Nord des
Gartenbauamts gebracht werden, der direkt an den nördlichen Stadtpark grenzt.
j.s. |