| Libellen sind gefährdet Die Insektenordnung
der Libellen umfaßt in Deutschland etwa 70 Arten, von denen über 60 % auf der
"Roten Liste" der gefährdeten Tierarten stehen, weil ihre Wohngewässer
vernichtet, verschmutzt oder mit Fischen überbesetzt sind. Schutz der Libellen bedeutet
Schutz ihrer Lebensräume.
Libellen gehören - im Gegensatz zu Schmetterlingen und Käfern - zu den Insekten mit
"unvollständiger" Verwandlung: Die Larve ähnelt (mit Ausnahme der Flügel)
schon stark dem fertigen Insekt, das ohne völlige Umwandlung aus der Larvenhaut
schlüpft, während Schmetterlingsraupen und Käferlarven in einem ruhenden
"Puppenstadium" zum völlig anders geformten fertigen Insekt verwandelt werden.
 "Kleinlibellen-Flügel" |
 "Großlibellen-Flügel" |
Man unterscheidet zartere
"Kleinlibellen", die beim Sitzen die 4 gleichschmalen Flügel über dem Körper
zusammenlegen, und robustere "Großlibellen", deren Flügel beim Sitzen
ausgebreitet bleiben und deren Hinterflügel breiter sind als das vordere Flügelpaar. |
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| Libellen im Pegnitztal |
Biotop im westlichen PegnitztalIn und an den meist künstlich angelegten Kleingewässern im
westlichen und östlichen Pegnitztal kommen mehrere Libellenarten vor, die noch nicht zu
den seltenen gehören, vor allem
- die Große
Pechlibelle (Ischnura elegans, Familie Schlanklibellen /
Coenagrionidae), eine Kleinlibelle mit auffällig blauem Ende am sonst oberseits schwarzen
Hinterleib; Flugzeit Anfang Mai bis Ende September;
- die Weidenjungfer (Lestes viridis, Familie Teichjungfern / Lestidae), eine Kleinlibelle mit
grünmetallischem oder kupferfarbenem Körper und hellbraunem Flügelmal; Flugzeit Juli
bis Oktober
- die Gemeine
Heidelibelle, (Sympetrum vulgatum, Familie Segellibellen /
Libellulidae), eine Großlibelle, deren Männchen einen leuchtendroten Hinterleib besitzt,
während das Weibchen gelbbraun gefärbt ist; Flugzeit Mitte Juli bis Ende Oktober. |
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| Libellen sind Flugkünstler |
 Blutrote Heidelibelle |
Libellen sind von allen Insekten
die manöverierfähigsten Flugkünstler: Kräftige Muskeln im mittleren und hinteren
Brustabschnitt greifen direkt an den Flügeln an, so daß Vorder- und Hinterflügel
unabhängig voneinander bewegt werden können, während andere Insekten die Flügel durch
Zusammenpressen und Entspannen der Brust bewegen. Die großen Augen sind aus bis zu 30000
Einzelaugen zusammengesetzt. Dies erlaubt ein besonders gutes Erkennen von schnellen
Bewegungen der Beutetiere - überwiegend fliegende Insekten - wie der Freßfeinde - Vögel
und Frösche. |
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| Fortpflanzung der Libellen |
Zur Paarung
ergreifen Libellenmännchen ihre Weibchen mit passenden Hinterleibszangen am Hinterkopf
(Großlibellen) oder vorderen Brustschild (Kleinlibellen), anschließend krümmt das
Männchen den Hinterleib und überträgt Sperma in ein besonderes Begattungsorgan am
Vorderabschnitt des Hinterleibs. Danach krümmt das Weibchen den Hinterleib und verankert
seine Genitalöffnung am Begattungsorgan des Männchens. So entsteht das typische
"Paarungsrad" der Libellen, das je nach Art nur wenige Minuten oder auch eine
Stunde bestehen bleibt.
Große Pechlibellen bei
der PaarungDas Weibchen der Großen
Pechlibelle legt seine Eier meist abends alleine in Wasserpflanzen nahe an oder auch unter
der Wasseroberfläche. Weidenjungfern setzen sich meist paarweise auf Weiden- oder
Erlenzweige über einer Wasserfläche. Das Weibchen bohrt die Eier unter die Rinde. Bei
der Gemeinen Heidelibelle fliegen Männchen und Weibchen als "Tandem" über
Flachwasser, wo die Eier aus der Luft mit wippenden Bewegungen abgeworfen werden. |
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| Schlüpfen
der Larven |
Die Larven schlüpfen bei den
meisten Arten erst im Frühjahr. Sie leben räuberisch im Wasser, wobei sie mit einer
vorschnellenden Fangmaske Kleinkrebse, Würmer, Insektenlarven, bei Großlibellen auch
Kaulquappen und Kleinfische erbeuten. Nicht selten werden auch schwächere Artgenossen
oder andere Libellenlarven verzehrt. Bei 7 bis 11 Häutungen während einer Wachstumszeit
von bis zu 5 Jahren entwickeln sich auch allmählich die Flügel in Flügelscheiden. Zur
letzten Häutung, dem Schlüpfen der fertigen Libelle, verläßt die Larve meist
frühmorgens das Wasser, kriecht an einem Pflanzenstengel empor und verankert sich mit den
Fußkrallen. Die Rückenseite der Brust und des Kopfes platzen, und die Libelle zwängt
sich heraus, bei Großlibellen mit einer längeren Pause. Die lappigen Flügel entfalten
sich durch Einpumpen von Körperflüssigkeit, und der Hinterleib wird gestreckt. Bis zur
Aushärtung und Flugfähigkeit vergehen oft einige Stunden. Während dieser Zeit sind
Libellen völlig hilflos und werden oft von Vögeln erbeutet. |
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| Lebensgrundlage
für Libellen |
Alle Libellenarten
stehen bei uns unter Naturschutz, doch bewirkt dieser wenig, wenn nicht zuallererst ihre
Lebensräume, klare Bäche, Quellhänge, Wiesengräben, Tümpel, Kiesgruben und
Moorgewässer erhalten und geschützt werden. Mit der Anlage von Gartenteichen und
Naturschutztümpeln kann man immerhin den weniger anspruchsvollen Libellenarten eine
Lebensgrundlage bieten. |
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