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Gerichtsgebäude in der tosenden Pegnitz

Lange Jahre war die unzureichende Unterbringung der Nürnberger Justizbehörden beklagt worden. Die Gerichte waren verteilt auf Gebäude in der Augustinerstraße, der Weintraubengasse und in der Karlstraße im Gebäude des ehemaligen Gasthauses Bayerischer Hof. Alle drei Gebäude lagen 1909 mitten im Hochwassergebiet. Eine Bestätigung für die Notwendigkeit, einen neuen Justizpalast außerhalb der hochwassergefährdeten Gebiete in der Fürther Straße zu errichten. Dieser Justizpalast wurde bereits geplant und mitten im Ersten Weltkrieg 1916 fertig gestellt.


In der Augustinerstraße

„Die Gerichtssitzungen mussten ausfallen, da das Justizgebäude nur von der Schustergasse aus zugänglich war. Der Hausmeister musste seine Wohnung räumen, da das Wasser in der Augustinerstraße zum Fenster hineindrang".
General Anzeiger, 6. Februar 1909

Bild vom Rand des Hochwassers in der nördlichen Karlstraße über die Kreuzung Augustinerstraße-Weintraubengasse hinweg Richtung Trödelmarkt. Links die Fassade des großen Gerichtsgebäudes, an dessen Stelle jetzt das Parkhaus Hauptmarkt steht.

Eines der eindrucksvollsten Bilder vom 5. Februar 1909. Ein Originalfoto mit dem Eckgebäude zur Karlstraße „Restauration zum Augustiner“. Das Foto wurde von einem Fenster des großen Justizgebäudes aufgenommen. Angst und Schrecken verbreitete die Flut.

Vor dem Justizgebäude waren nach dem Ablaufen des Wassers die städtischen Arbeiter mit der Beseitigung des angeschwemmten Schlamms beschäftigt. Schaulustige amüsierten sich über die zum Trocknen rausgestellten Einrichtungsgegenstände und über Händler, die Waren zu Schleuderpreisen anpriesen.


Gerichtsgebäude in der Weintraubengasse

Blick durch die Weintraubengasse Richtung Maxplatz. Das Gerichtsgebäude (links) in der Weintraubengasse hat den Zweiten Weltkrieg überstanden. Es beherbergt heute das Sozialgericht. Am Gebäude erinnern Hochwassermarken und eiserne Rettungsösen an das Hochwasser von 1909.

Nach der Katastrophe wird bei der Aufstellung der städtischen Kosten für Pflasterarbeiten auch das Holzpflaster in der Weintraubengasse erwähnt. Das Pflaster musste in Berlin bestellt werden und kostete damals 3000 Reichsmark. 


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