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Hilfsbedürftigkeit und Hilfsbereitschaft

Das Katastrophenhochwasser hinterließ in den überfluteten Gebieten große Schäden. Rückblickend wurden im Jahr 1912 die Schäden mit 4 630 070 Mk. 76 Pfg. beziffert. Das ist ein stattlicher Betrag, wenn man bedenkt, dass ein Pfund Brot damals 16 Pfennige kostete.

Schon unmittelbar nach der Katastrophe setzte eine große Welle der Hilfsbereitschaft ein, von Sammlungen und Wohltätigkeitsveranstaltungen von Vereinen bis hin zu Hilfszusagen aus München.


Groß waren die Schäden ...

... groß auch die Hilfsbereitschaft

Wohnungseinrichtungen oder Waren wurden weggeschwemmt oder durch die eingedrungene Dreckbrühe verdorben. Die verdorbenen Waren mussten zu Schleuderpreisen verkauft werden. 

Von den Folgen des Hochwassers war im Nürnberger Stadtgebiet nur ein relativ kleiner Teil der Bevölkerung direkt betroffen. Alle anderen versuchten zu helfen. 

Wie hier an der Fleischbrücke standen die Wohnungseinrichtungen zum Trocknen auf der Straße. Auch die Geschäfte priesen ihre Ware auf der Straße an. Die Nürnberger und auswärtigen Besucher schlenderten mit einer Mischung aus Neugier, Bedauern und Jagdfieber nach billigen Notverkäufen durch die Stadt.  

Nürnberger Zeitungen, die selbst vom Hochwasser schwer betroffen waren, und viele Organisationen - ungeachtet der politischen und weltanschaulichen Ausrichtung - veröffentlichten Spendenaufrufe, die nach Kräften befolgt wurden. Die Erfolge der Sammlungen wurden als Ansporn sogleich in den Zeitungen abgedruckt.  

Hier weitere Beispiele von Anzeigen, die die Zeitungen nach der Hochwasserkatastrophe füllten.

Während die einen noch versuchten, ihr schwergeschädigtes Geschäft zu retten, hatten andere das Hochwasser bereits als Geschäftszweig entdeckt. Ansichtkarten und Alben mit Hochwasseransichten wurden schon nach wenigen Tagen in hohen Auflagen vertrieben. 

Auch das Benefizkonzert war schon erfunden und Sonderverkäufe für Hochwassergeschädigte.


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