Gedanken zur Zukunftskonferenz
Der Jahrhundert- und Jahrtausendwechsel hat in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zu Bestandsaufnahmen und grundsätzlichen Überlegungen für die Zukunft geführt. Häufig standen diese Erwägungen auch im kommunalen Bereich unter dem Motto „Wir machen uns fit für das nächste Jahrtausend“. Nun wissen wir alle, dass die menschliche Fähigkeit zu Vorausschau und Vorhersage sehr begrenzt ist und sich in der Regel auf kaum mehr als einige Jahre erstreckt. Prognosen sind, so die bekannte ironische Formulierung von Georg Bernhard Shaw, besonders schwierig, wenn sie auf die Zukunft gerichtet sind.

Gleichwohl erscheint es sinnvoll, den Jahrtausendwechsel zum Anlass zu nehmen, einmal innezuhalten und über den täglichen Betrieb hinaus nachzudenken, welche Aufgaben und Veränderungen auf die Städte allgemein und auf die Stadt Schwabach im Besonderen zukommen und wie sie zu bewältigen sind. Zu den allgemeinen Herausforderungen zählen u. a. die Globalisierung des Wirtschaftslebens und der Informationssysteme, gewandelte Anforderungen in der kommunalen Sozialpolitik, die strukturelle und finanzielle Gefährdung der kommunalen Selbstverwaltung in einem zusammenwachsenden Europa, das stark wachsende Verkehrsaufkommen, gesteigerte Bedrohung in der Umwelt und des menschlichen Lebensraumes, neue Trends in Bildung, Kultur und Sport, veränderte Verantwortungspartnerschaften zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Stadt.

Wie ist diesen Herausforderungen in Schwabach zu begegnen, wie kann Schwabach eine moderne soziale Stadt sein und bleiben und zugleich als alte Stadt ihr Gesicht, ihren Charakter bewahren? Wie kann in der Stadt Schwabach gesichert werden, dass alle Chancen der modernen Entwicklung genutzt werden und zugleich Tradition und städtische Geborgenheit, die ein „zu Hause“ und Heimat gewähren, erfolgreich gepflegt werden?

Am 19./20. Januar 2001 hat die Stadt Schwabach unter Beteiligung vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger eine „Zukunftskonferenz“ veranstaltet, deren Ergebnisse mit der vorliegenden Publikation dargestellt werden. Diese „Zukunftskonferenz“ ist aber nur ein erster Schritt in dem Bemühen, gemeinsam mit den Repräsentanten des öffentlichen Lebens und interessierten Bürgerinnen und Bürgern Zukunftsperspektiven für die Stadt Schwabach zu entwickeln.

Auch in Zukunft wird immer wieder die eindringliche Bitte ausgesprochen werden, sich an diesem Diskussionsprozess aktiv und als Ausdruck lebendiger städtischer Demokratie zu beteiligen.

Ich wünsche unserer Stadt sehr, dass bereits diese Dokumentation dazu beiträgt, viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zu ermuntern zu einer Mitwirkung an der Entwicklung von Gedanken und Zielen für die Zukunft der Stadt Schwabach.

Hartwig Reimann
Oberbürgermeister