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Veranstaltungen:
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Veranstaltungen 2008:

LeopART – Kunstprojekte in St. Leonhard

 

I. SCHAUFENSTER : Termine im Überblick

Schwabacher Str.80,  90439 Nürnberg
Eröffnungen jeweils am Donnerstag um 19.00 Uhr

  1. Regina Pemsl: "Schatten und Licht" - Ein Kammerspiel für Schatten aus St. Leonhard
    11.12.2008 - 11.01.2009
  2. Pirko Julia Schröder: Fotografien vom verlassenen Schlachthof vor dem Abriss - 1999
    20.11.2008 - 07.12.2008
  3. Bruno Weiß: "Lebend Fleisch" - Die letzten Arbeitstage des Nürnberger Schlachthofs (Fotografien)
    30.10.2008 - 16.11.2008
  4. Regina Pemsl und Wolfgang Weber: "Lieder im Wind"
    Volkslieder in den Sprachen der Bewohner St. Leonhards
    09.10.2009 - 26.10.2008
  5. Werner Pregler: "Weg entsteht im Gehen" - Annäherung an den Stadtteil St. Leonhard
    Willi Wiesner: "Wir haben eine Zukunft" - Leben im St. Leonhard/Schweinau
    11.09.2008 - 02.10.2008

 

 

5. Ausstellung im SCHAUFENSTER von LeopART
am Donnerstag den 11.12.08 in der Schwabacherstr. 80:
„Schatten und Licht”

Ein Kammerspiel für Schatten aus St. Leonhard von Regina Pemsl

Schatten und Silhouetten faszinieren die Menschen solange sie denken können – von der Höhlenmalerei zum Höhlengleichnis Platons beschäftigt das Zwischenreich der Schatten sowohl die Phantasie als auch das abstrakte Denken.

Die Fenster von LeopART verwandeln sich in Schaukammern, in denen Schattenrisse Erinnerungen an die Kindheit, Feste, Menschen und Traumgesichte wachrufen. In vielen Kulturen wird die dunkle Jahreszeit als eine Zeit des Übergangs - von der Dunkelheit zurück ins Licht und in ein neues Jahr gefeiert. Feste und Rituale des Winters geben dabei oft dem Reich der Bilder, die nicht so fest mit der greifbaren Wirklichkeit verankert sind, Raum.

Dank der Unterstützung und Mitarbeit von griechischen und türkischen Bürgern, deren Heimatländer auf eine über 500jährige Schattenspieltradition zurückblicken, erweitern sich in St. Leonhard die Einblicke auf verschiedenste Gedankenfelder. Im Kammerspiel der Schatten führen die Erinnerungen und Assoziationen der Betrachter Regie zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Wiedererkennen und Neuerfinden.

Darüber hinaus gibt das Kammerspiel für Schatten einen Ausblick auf ein Kunstprojekt im großen Rahmen auf dem Leonhardplatz, das in Zusammenarbeit mit den Bewohnern von St. Leonhard im Sommer 2009 geplant ist.

 

4. Ausstellung im SCHAUFENSTER von LeopARTam Donnerstag den 20.11.08 in der Schwabacherstr.80

Pirko Julia Schröder: Fotografien und Fotoobjekte vom verlassenen Schlachthof vor dem Abriss 1999

Juli 1999
Das Schlachthofgelände war schon verlassen und wartete auf seinen Abriss. 
Mich interessierte das riesige Gelände, das über mehr als ein Jahrhundert hinweg zu einem bestimmten Zweck genutzt worden war: Dem Schlachten in industrialisierter Form. Was bleibt, wenn alle gehen? Welche Spuren kann man finden? Wie zeigt sich die Nutzung? 

So schlich und kroch ich über das Gelände durch die verschiedenen Gebäude hindurch mit dem Wunsch zu dokumentieren, was bald nicht mehr sein sollte.

Die leergeräumten Gebäude trugen den Stempel jahrelanger Arbeit. Beginnender Verfall und Zerstörung bestimmten den Eindruck genauso wie die leeren Räume, in denen die vergangene Betriebsamkeit noch zu spüren war. In Erinnerung bleibt mir die Melancholie bis zum Grusel und ein tierhafter Geruch, der noch in der Luft hing. 

Aber das Gelände bestand ja nicht nur aus Schlachthallen, sondern auch aus vielen kleinen Büros, verschiedenen Werkstätten, Waschräumen und auch aus der Metzgerschule mit wunderbarem Ausblick im ersten Stock auf den Friedhof nebenan. In seiner Größe mit den unterschiedlichen Gebäuden und Räumen für verschiedene Funktionen wirkte der Schlachthof fast wie eine verlassenen, von seinen Bewohnern aufgegebene Stadt mit teils großartiger Architektur. Wie zum Beispiel eine frei geschwungene Auffahrtsrampe für LKWs oder sakral wirkende Räume, ganz türkis gekachelt mit Oberlicht. Nicht zu vergessen eine der ersten Schlachthallen in Form einer Basilika mit gußeisernen Säulen.

Mit den Motiven vom ehemaligen Schlachthofgelände sind auch viele meiner Foto-Objekte entstanden. Zum einen weil sie Spuren jahrelanger Benutzung aufweisen und zum anderen aus dem Gedanken heraus, als Foto zu bewahren, was als Original verschwinden muss.

Das ehemalige Schlachthofgelände liegt auch heute noch wie eine große Brachfläche mitten in der Stadt. Sie muss erst wie eine unsichtbare Barriere überwunden werden, will man von Gostenhof nach St. Leonhard.  Geblieben sind nur wenige Gebäude: die ehemalige Direktion und Kantine - beides Gründerzeitbauten - , die jetzt ein wenig verloren ohne eigentlichen Anschluss an irgendein Viertel am Frankenschnellweg stehen, und der jetzt so genannte "Kachelbau", früher Verwaltung und Schreinerei, heute ein Ort der Kinderkultur.

Das ehemalige Schlachthofgelände ist ein Charakteristikum St. Leonhards und bildet heute eine leicht sonderbare Situation mitten in der Stadt. Um weitere sonderbare Situationen zu erschaffen, die dem Alltagsleben etwas Belebendes hinzufügen sollen, wird der "Weiße Punkt - Wandelndes Mobiliar – Unsere Polsterinsel" nächstes Jahr durch St. Leonhard ziehen - ein Projekt von Pirko Julia Schröder und Katja Then.

Informationen: Pirko Julia Schröder, pirksch@t-online.de


3. Ausstellung im SCHAUFENSTER von LeopART

Bruno Weiß, LebendFleisch

Die hier gezeigten Schwarzweiss-Fotografien entstanden am letzten Tag vor der Schließung des Nürnberger Schlachthofs im Sommer 1997. Der fast vollständige Abriss der Gebäude und die bisher nur unter funktionalen Gesichtspunkten erfolgte Bebauung des Areals lassen vermuten, dass es niemand für wichtig hält, sich an diesen Ort und die dort ehemals tätigen Menschen zu erinnern. Nur Insidern ist bekannt, dass von der historischen Bebauung aus der Gründungszeit nur das ehemalige Direktionsgebäude und die Kantine übrig gelassen wurden, die heute das Bürgerzentrum Villa Leon und den AWO-Kindergarten beherbergen. Theo Kiefs wellenförmig dem Straßenverlauf angepasster "Kachelbau",  ist heute Heimat des Kindermuseums.

Meine Fotografien wollen Einblick gewähren in eine im wahrsten Sinn lebenswichtige Arbeitswelt, die –weil schon immer anrüchig- hinter hohen Mauern abgeschottet von der Öffentlichkeit stattfand. Dass die Metzger, die ich wirklich bei ihren letzten Handgriffen antraf, nicht gerade ein Gefühl von Stolz sondern eher von Wut und Trotz verbreiten, ist nicht verwunderlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass sie schon wenige Stunden nach diesen Aufnahmen in eine ungewisse Zukunft entlassen wurden.

Die  Aufnahmen stellen einen Blick in die Vergangenheit dar. Ab dem Frühjahr 2009 soll unter meiner Anleitung mit einer kleinen Gruppe Foto-Interessierter aus St. Leonhard ein Langzeitportrait des Viertels erarbeitet werden, bei dem Fotografierende und Fotografierte eine gleichberechtigte Rolle spielen. Interessenten für diese Arbeitsgruppe setzen sich mit mir in Verbindung: Tel. 0911 – 289651 oder info@fotgrafie-brunoweiss.de

Zu meiner Person:
Geb. 1951 in Amberg.
Als Fotograf Autodidakt.
Seit 1982 freiberuflicher Fotograf (u.a. für Theatergruppen, Künstler, Museen, Galerien) und Dozent für Fotografie in verschiedenen Einrichtungen künstlerischer Erwachsenenbildung.
Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler.

Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland: aktuell mit einem „unfotografischen“ Beitrag in der Ausstellung „Wasser – água“  im ehemaligen AEG-Gelände (noch bis 2.11.2008).

 

1. Schaufenster

Wir laden Sie herzlich zur Eröffnungsveranstaltung von LeopART in den Schaufenstern des ehemaligen »Pferdesport Hoffmann«, Schwabacher Str. 80, Donnerstag, 11. September 2008, 19 Uhr ein.
Ausstellungsdauer: 11.9. – 2.10.2008

In der ersten Ausstellung von insgesamt acht im nächsten halben Jahr, wird Werner Pregler mit »Weg entsteht im Gehen – Annäherung an den Stadtteil St. Leonhard« einen Eindruck seines persönlichen Blicks vermitteln, den er 2006/7 bei der Durchwanderung des Stadtteils an Hand von Fotografien, Texten und Kartenmaterial dokumentiert hat.

Willi Wiesner wird die Vision »Wir haben eine Zukunft – Leben in St. Leonhard und Schweinau« in der Vorschau auf die öffentliche Vorstellung der AG Bauen und Umwelt, die am 2.10.08 in der Villa Leon stattfinden wird, im Informationsfenster präsentieren.

Werner Pregler und Willi Wiesner sind Mitglieder der »pARTizipatoren« und »LeopARTs«, deren zentrales Anliegen ist, Kunst im Öffentlichen Raum mit ihren partizipativen Möglichkeiten ortsbezogen erlebbar zu machen.

Die Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und kulturellen Aspekten des Stadtteils ist dabei die Voraussetzung, prozessorientiert mit den in St. Leonhard lebenden Menschen, den Gruppen und Initiativen zusammenzuarbeiten.

Die »Schaufenster«-Ausstellungen machen im ersten Schritt Rechercheergebnisse und weitere Projektforschungen sichtbar. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich aktiv an der Entwicklung eines vielschichtigen Kunstprojektes im Öffentlichen Raum von St. Leonhard 2009 zu beteiligen!

Einladung zur Eröffnungsveranstaltung als PDF-Datei herunterladen

Veranstaltungsprogramm als PDF-Datei herunterladen