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M E T R O P O L I S


Tonfilm im Surroundformat


Uraufführung: Metropolis im 5.1 Format am 01. März 2009 im Babylonkino Fürth.

Der Film wurde noch an drei weiteren Abenden gezeigt. Es war eine Werkschau die den damaligen Stand meiner Vertonung zeigen sollte. 2010 beendete ich die Arbeit daran, nachdem ich noch einige Änderungen vorgenommen hatte und zudem eine Version mit gesprochenem (jedoch stark abstrahierten und fragmentiertem) Wort entwickelte. Die Integration der "argentinischen Szenen" konnte bislang nicht stattfinden.

 Szene 13 01:05:39 - 01:08:10


 Szene 15 01:12:56 - 01:17:12
 


WELLENFELDSYNTHESE


"Vor ungefähr 6 Jahren hat mich der Lehrstuhl Multimediakommunikation und Signalverarbeitung der Universität Erlangen/Nürnberg mit der Vertonung einzelner Szenen des Stummfilms Metropolis von Fritz Lang aus dem Jahre 1927 beauftragt. Wir kamen überein, das sich der Film mit seinen bildgewaltigen und architektonischen Darstellungen hervorragend eignet, um ihn mit den raumakustischen Möglichkeiten der Wellenfeldsynthese zu interpretieren. Zudem konnte ich mir gut vorstellen, Stimmung, Stilistik sowie suggestive Kraft des Films mit meinem kompositorischen Ansatz im Bereich der abstrakten und improvisierten Klangkunst zu einer ausdrucksstarken Symbiose zu vereinen. "

KLANGGESTALTUNG

"Meine Komposition soll das düstere und kühle Design und die entrückt-traumwand-lerische Welt der Fiktion Metropolis, unter Berücksichtigung seiner übertriebenen Theatralik, krieseligen Bildqualität und schwarz/weiß Bildkunst unterstreichen. Meiner Klangvorstellung nach, darf eine Vertonung des Films vordergründig nicht ”neu” bzw. "rein/sauber", im Sinne der soundtechnischen Mittel moderner Aufnahmeverfahren, klingen. Die Einbeziehung digitaler Artifakte und Übersteuerungen, sowie der Einsatz spezieller Filter (Verzerrer, Ringmodulator, Pitchshifter, Noisegenerator, Timestretcher, Hall.....) dienen dieser Prämisse. Ich komponiere mit sogenannten UKO's (undefinierbare Klangobjekte).” “Darüber hinaus arbeite ich musikalisch vornehmlich abstrakt, geräuschbetont und erzeuge nahezu alle Klänge phonetisch - mit der Stimme. Die Identifizierung einer Klangquelle ist gewollt vielfach interpretativ, das 'Musikalische' ist auf die Parameter Tempo, Dichte, Dynamik, Raum, weniger auf Melodik, Harmonie und Rhythmik, beschränkt. Damit will ich das Visionäre und Surreale des Films betonen und besagtes Korrespondieren zwischen Bild und Ton erreichen. Es ist für mich nicht vorstellbar diesen Film mit 'normalen' Klangkörpern und Instrumenten zu vertonen. “


SPRACHE/DIALOGE

“Unter Berücksichtigung meiner Intention, Metropolis – Tonfilm im Surround Format, war es mir ein Anliegen, auch die Passagen in denen gesprochen wird, zu überdenken. Zuerst hatte ich die Idee, die Personen in einer slawisch, osteuröpäisch anmutenden Fantasiesprache sprechen zu lassen. Schließlich unterlegte ich die Lippenbewegungen mit wortähnlichen Fragmenten, die ich entsprechend filterte, sodaß es sich anhören sollte, als ob es damals wirklich eine Tonaufnahme gab, nur leider von sehr schlechter Qualität und oft auch gar nichtvordergründig hörbar. Die Lippenbewegungen sollten akustisch konrastreicher geschärft und emotionstragender werden.
Aber ist gibt auch eine inhaltliche Dimension, die neben Besagtem und meinem weiteren Anliegen des Unterstreichens der Fremdartigkeit, die Dramatik der Handlung des Films aufgreift und die Stimmen sich von anfänglicher Hintergründigkeit in den Vordergrund schieben, als ob, das geknechtete Volk immer mehr Stimme bekommt, als ob Sprache als Mittel der Verständigung und somit die Verständigung der Ober- und Unterwelt funktioniert und mit der Revolution das Schweigen gebrochen wird. So ist die Stimme der Oberwelt anfänglich stärker ausgeprägt als die der Stimmlosen der Unterwelt.
Maria allerdings, sollte bis auf wenige Schlüsselmomente, frei von hörbarem Wort bleiben, ihr Gestus und ihre 'reine Gesinnung’ sollte ausreichen. (Michael Ammann, März 2008


KOOPERATION UND FÖRDERUNG

Hörkunst e.V. Erlangen
Lehrstuhl für Multimediakommunikation
und Signalverarbeitung der Universität Erlangen/Nürnberg
TU Delft Niederlande
Babylonkino Fürth
Plärrer Nürnberg Stadtillustrierte
Stadt Fürth
Transit Film München

DANKSAGUNG

Heijko Bauer, Johannes Brandrup, Johannes Brendel, Matthias Frauendorf, Jörg Hufschmidt, Ulrike Irrgang, Simona Koch, Rocco Kovacs, Andreas Kleine, Lutz Krutein, Achim Kuntz, Bernd Künzel, Rainer Mesch, Thomas Mohi, Sascha Pieler, Alexander von Prümmer, Rudolf Rabenstein, Matthias Schlitt, Bertina Schulze-Mittendorff, Marcus Strus, Anna Souksengphet, Sascha Spors, Fam. Tavernier, Daniela Wagner-Goltz.
Anthony Lederer, Hannelore Ammann und Elsbeth Scincyric
Kulturamt Fürth, Fürther Nachrichten, Babylonkino Fürth, Hörkunst e.V. Erlangen, Plärrer Stadtmagazin, Lehrstuhl für Multimediakommunikation und Signalverarbeitung Erlangen, TU Delft, Murnau Stiftung (für die Erlaubnis der verwendeten Bilder)