P R E S S E


MICHAEL AMMANN

 ".....subtile KlangCollagen, die sich wunderbar eignen, Bildwelten von Lynch, Cronenberg, Kafka, Vian etc. zu vertonen."
(Rolf Feilmann, Bildender Künstler, Hannover)

"Jetzt klick, klick, klick... .Eine kleine Kamera. Eingepflanzt in meinem Hirn, um die Bilder festzuhalten, die während des Konzertes von Michael Ammann vor meinem inneren Auge entstehen. ....himmelhohe in sich zusammenbrechende Baugerüste hinabstürzend auf das Treiben ahnungsloser Beduinen, die Szenerie gerahmt von gemächlich routierenden Rettungsringen (klick), ......geflüsterte Kommandos unter Hockeyspielern, die in Kanalisationen leuchtend blau gechlort mit den Schlägern an Wänden schaben (klick), .....direkt an meinem Ohr, sich quetschende Reptilhaut übergeblendet in eine Ebene von Blüten, die stetig und ruckelnd an meinem Körper aufwärts fährt (klick, klick, klick)."
(Saskia Stern, Fotografin)

"Der Soundkünstler und Improvisateur Michael Ammann versteht es meisterhaft Klänge ineinander zu verweben und Momente der Stille, mit brachialen Ausbrüchen und weiten Flächen zu koppeln. Der gezielte Einsatz klanglicher Polaritäten und Stimmungen, deren Kombination, deren Brüche und Verfremdungen und die Verteilung der Klänge im Raum, schaffen 'suspense et surprise'. Das akustische Spektrum ist dabei höchst facettenreich."
(Clemens Russ, DJ Hoster)

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METROPOLIS

"Die Klanggestaltung mit der Wellenfeldtechnik, die Metropolis durch Michael Ammann erfährt, erzeugt beim Zuschauer eine intensive Nähe zu dem Geschehen des Films. Die unterbewusst wahrnehmbaren Signale werden vergrößert und dadurch bewusst gemacht, man kann sagen darin wirkt die Komposition von Michael Ammann bewusstseinserweiternd."
Bertina Schulze-Mittendorff (Tochter von Walter Schulze-Mittendorff / Plastiken Metropolis, Hamburg Jan. 2009)

"Uns haben die Sphärenklänge bspw. im Labor und im Kontext des Molochs überzeugt."
Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung (Wiesbaden Feb. 2008)

Peinigend wuchtige Klangwellen
Metropolis in der 5.1 Neuvertonung von Michael Ammann.
“Fritz Langs Stummfilm-Klassiker Metropolis von 1927 hat im Laufe der Zeit diverse Bearbeitungen erlebt, darunter die verschiedenartigsten Begleitmusiken. Nun hat der Fürther Komponist Michael Ammann eine Tonspur für den Zwei-Stunden-Streifen entwickelt, die mit den Konventionen der Stummfilm-Vertonung konsequent bricht - und gerade deshalb besonders aufregend wirkt.
Michael Ammann, in Fürth lebender und über Fürths Grenzen hinaus bekannter Improvisator, Vokalkünstler und Soundtüftler, setzt den diversen Musik-Adaptionen für Metropolis eine Welt der Geräusche, einen ganzen Kosmos irritierender Klänge entgegen.
Michael Ammann hat dazu einen dichten Klangteppich, eine oft verstörende oder zumindest irritierende Geräuschkulisse geschaffen, die den Kinogänger in wuchtigen Wellen körperlich trifft. Wenn der wütende Arbeiter-Mob die Herzmaschine vernichtet und dadurch die unterirdische Stadt der Vernichtung durch plötzlich freiwerdende Wassermassen preisgibt, dann steigert sich die pulsierende Maschinenmelodie zu einem peinigendem, schmerzhaftem Lärm, der ins Geschehen hineinzieht, der das Abschalten, die virtuelle Flucht vor der Macht der visuellen Eindrücke unmöglich macht. Keine flauschigen Melodien lenken hier mehr von dem Sog ab, den Langs schwarzweiße Visionen erzeugen. Ammann ist eine so puristische wie packende Version gelungen.”
Hans von Draminski (FN 17.3.2009)

"Ein echter Genuss! Ich habe den Film schon mehrmals gesehen, aber dieses Mal sah ich Szenen, die mir vorher nie aufgefallen waren und der Film 'zog sich' auch nicht so...Ich konnte wahrhaftig die Hitze spüren, den Sandstein unter den Fingern fühlen, den muffigen Geruch im Keller riechen und Freders Adrenalinkick teilen. Das muss eine Filmbegleitung erst einmal schaffen! Sehr gut gemacht!"
Wiebke Lutz (Hörkunst e.V. Erlangen)

Michael Ammann's "Metropolis"
"Cineasten kennen "Metropolis", den legendären Stummfilm-Klassiker von Fritz Lang aus dem Jahre 1927. Cineasten schätzen "Metropolis", den visuellen Einfallsreichtum, die futuristische Architektur, den für die damalige Zeit unglaublichen technischen Aufwand dieses wuchtigen Stück Kinos, welches gemeinhin dem Science-Fiction-Genre zugeordnet wird. Cineasten haben "Metropolis" schon mehrmals gesehen - in verschiedensten Versionen der musikalischen Untermalung, mit pfiffigen Percus-sionisten, Kammermusiktrios oder reiner Streicher-Begleitung.
Und selbst für diese exotische Spezies der Kinogänger ist das Erstaunen riesengroß, wenn sie plötzlich "Metropolis" in der Bearbeitung von Michael Ammann sehen. In der gibt es nämlich gar keine Musik, sondern nur künstliche Geräusche oder genauer gesagt nur Stimmlaute - allerdings bis zur Unkenntlichkeit durch modernste PC-Technik in eine Toncollage verwandelt, für deren Beschreibung es schlicht und einfach keine Worte gibt. "Sounddesign" wäre wohl der korrekte neudeutsche Begriff dafür. Darf man das, einem Klassiker einfach frech die ursprüngliche Partitur wegnehmen und in ein zeitgemäßes Gewand stecken? Man denke bloß an die farblichen "Modernisier-ungen", bei denen ein Pseudo-Künstler wie Georgio Moroder gerade dieses Werk vor einigen Jahren in einer Art Pop-Kultur-Wahn grässlich verunstaltet hat.
Aber 'musikalisch' funktioniert es. Nicht nur das: es fasziniert!! Auch wenn diese Umschreibung abgedroschen klingen mag, aber durch diese "Ton-Bearbeitung" wirkt "Metropolis" auch für Cineasten noch einmal wie ein völlig neuer Film. Dessen "musikalische" Grundstimmung ist nicht nur düster, sie ist beklemmend (und rückt damit Fritz Langs Werk in die Nähe der expressionistischen Horrorfilme jener Zeit). So beklemmend, dass manche Zuschauer am Schluss vor lauter Anspannung das Klatschen vergessen. Szenen, die man bisher der theatralischen Kitschgrenze zuordnete und milde belächelte, wirken nun klaustrophisch und alptraumhaft. So wie der ganze "neue" Film. Wenn es je eine Fassung gegeben hat, die diesem visionären und futuristischen Film die angemessene "Stimme" gegeben hat, dann ist es diese. Die atemberaubende Architektur der Bilder und die adäquaten irritierenden "Klänge" gehen eine Symbiose ein und ergeben so ein neues Ganzes.
Diese "Metropolis"-Fassung ist nun ein Film geworden, den man sich unbedingt anhören sollte. Nicht nur Cineasten. Auch alle anderen, die über Ohrmuscheln verfügen....."
Rainer Mesch (Ufer Palast Fürth)

"Michael Ammann hat es geschafft, den doch schon oft gesehenen Klassiker "Metropolis" von Fritz Lang mit seiner Komposition völlig neu zu interpretieren. Moderne, elektro-akustische Klangerzeugung trifft Stummfilm. Das gewagte Experiment am großen Erbe der Kinogeschichte ist gelungen und gibt dem Film eine neue Raumebene, die ihn aus der Vergangenheit in die Gegenwart holt, ohne ihn an sich zu verfälschen oder dessen Inhalt neu umzuinterpretieren. Eine in unserer Region seltene Bereicherung."
Alexander von Prümmer (Medienkünstler Berlin)

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CLINIC amorph fictions

Die avantgardistischen Intallationen aus komprimierten Textwerken und Worte verstärkenden Klängen hat mich sofort begeistert. Auch hier sei einmal mehr gesagt, daß dies für Leute, die Angst vor dem Außergewöhnlichen haben und lieber bekannte Kost bevorzugen, eine einschneidende Erfahrung sein wird. (Tom Manegold, Subclub)

Eine interessante Produktion, auch im visuellen Design klar und eigenwillig. (Hans-Ulrich Werner, WDR)

Die Sounds sind gut ausgewählt bzw. gestaltet. Ich denke, die Geräusche und Klänge erzeugen die geeigneten Assoziationen, das gewünschte Gefühl und die richtige Spannung. Man hört die Arbeit und das Fingerspitzengefühl bei der Produktion. Und alles ist sehr gut gesetzt bzw. gemischt. Die Atmosphäre ist gleichzeitig klar und dicht - und das ist sicher keine geringe Leistung.
Wem darf man dazu gratulieren?
Kennen Sie Derek Jarmans "Blue" (eine Art Hör-Film oder Film-Hören über die Zeit seiner AIDS-Erkrankung und beginnenden Erblindung)? Es gibt davon eine englische und eine deutsche Fassung. Das Werk ist wirklich beeindruckend - und ich denke, es ist keine Schande, wenn mich Ihr Projekt daran erinnert hat. Ihre Texte haben mich in Form und Zugriff vor allem an expressionistische gemahnt, an jene von Benn und Döblin beispielsweise.
(Dr. Max Ackermann, BR)

Eine ruhige, kühle Männerstimme spricht: "Es bleibt immer etwas übrig. Ich wachse - ich wachse mit dem, was sie nicht mehr brauchen. Mit dem, was sie als krank herausschneiden. Organ an Organ. In den Wänden, in nutzlosen Leitungen, alten Wasserrohren, reihen sich die Augen, eines an das andere. Die Pupillen bewegen sich hinter den Lidern. In den Wartesälen habe ich meine Mägen angelegt, Wände ausgekleidet mit Schleimhaut. Hinter den Wänden in den Hohlräumen, in der Isolierwatte bildet meine Leber ein dichtes Gewebe (...)". Der Vortrag wird getragen von kunstvollen elektronischen, unheimlichen Flächen und verzerrten, bizarren Geräuschen. Heijko Bauer (Texte & Stimme) und Michael Ammann (Musik) aus Erlangen präsentieren in diesem 15-minütigen Werkauszug für 64 Lautsprecher und Skalpelle ein "Krankenhaus, wie es neu aufgenommene Patienten erleben könnten, die zwischen Phasen von Wach-, Traum- und Dämmerzuständen gleiten und denen sich Bilder und Ereignisse aufdrängen, wie sie in einem
Medikamentendelirium produziert werden."
Text, Vortrag und Klang harmonieren in diesem außergewöhnlichen Hörstück miteinander und wissen zu überzeugen; man riecht förmlich die Mischung aus Desinfektionsspray und Urin, wenn man den sterilen und grotesken Stücken lauscht. "Amorph fictions" ist eine gut gelungene Prosavertonung und sollte vor allem live, wenn sich das Publikum mit Flugzeug-Schlafbrillen in das Zentrum des Raumes legt, ein nachhaltiges Erlebnis sein.
(www.moderne-klangkunst.de)

Clinic - Quadrophone Performance
Eines sollten H. Bauer und M. Ammann nicht tun: Ihr Hörstück "Clinic - amorph fictions in einem Krankenhaus aufführen. Es könnte den Patienten schlecht bekommen. Ebenso sollten unglücklich Verliebte, Trauernde und Nervöse die Soundcollage meiden. Sie erfordert innere Stabilität und Kraft.
Die avangardistischen Installation aus Text und Klang führt in Tiefen, in die man sich selten verliert, trifft mitten ins Unterbewußtsein. Die Welt der Klinik, die die beiden Künstler erschaffen, ist traumatös und hinter dichten Watteschichten verborgen. Man riecht, fühlt, schmeckt sie. Grün und schmutzig weiß ist sie, steril und voller Salmiak.
Man denkt eher an einen Film als an ein Hörspiel. Ammanns Arbeiten sind weniger Illustration als Kompositionen, auch wenn Melodie und Rhythmik im herkömmlichen Sinne fehlen. Ein Metrum ist sehr wohl vorhanden, ähnlich wie man es aus dem Free Jazz kennt. Manche Parts könnte auch eine Streicherensemble spielen. Zudem Klanglandschaften und akustische Raumsimulationen.
Die Wirkung ist bemerkenswert. Ist von der Entnahme eines Organs die Rede, hat man plötzlich Schmerzen, so dicht ist die Atmosphäre. In der "Vergessenen Station" friert man schauderhaft. Bei einem anderen Teil, der von einem "Grünen Salon" erzählt, in dem sich die Patienten wie in einer Art Paradiesgarten erholen können, spürt man das Gras unter den Füßen. Was geht hier vor?
Ein außergewöhliches, unglaublich sensibel erstelltes Projekt auf hohem Niveau, das es noch sehr weit bringen kann. (FN, 03.05.04)