Das Ende der Schülerzeit

 

Köln und Dortmund haben jetzt einen Leitfaden für "geschlechterumfassende Sprache" herausgegeben… (https://www.t-online.de/region/koeln/news/id_89709668/koeln-aemter-sollen-diskriminierungsfreie-sprache-verwenden-etwa-mit-genderstern.html)

Die männliche Sprachform soll vermieden werden. Statt „Schüler“ soll von „Lernenden“ gesprochen werden. Um alle sexuellen Orientierungen abzudecken, sollen auch Bezeichnungen wie "Vater" und "Mutter" in Formularen und Ansprachen geändert werden, etwa zu "Elternteil". Statt "Frau X mit ihrem Mann" soll zukünftig von "Frau X mit Partner*in" gesprochen werden, mit einer kurzen Sprechpause anstelle des Sternchens.

Diese Gendergerechtigkeit soll auch für andere Formen der Kommunikation gelten: So sollen bei Lehrer- und Schüler-Präsentationen z.B. auf auf Bildern gleich viele Geschlechterdiversitäten abgebildet sein, um Rollenklischees entgegenzuwirken. Natürlich müssen auch Sprache und Inhalt gendergerecht sein.

Und über Anti-Rassismus und sonstige Diskriminierungsformen haben wir ja überhaupt  noch nicht gesprochen…

Bei uns wird seit Jahrhunderten über Fürther (Nachbarstadt) und Oberpfälzer (benachbarter Regierungsbezirk) gelästert. Sollten wir dazu jetzt spezielle Seminare anbieten und unser Schulprofil ändern? Psychologische und soziale Betreuung für alle auswärtigen Sprengelschüler? Was ist mit Nürnbergern, die aus Kostengründen in Fürth wohnen oder gar Mehrfachdiskriminierungen (Oberpfalz, Wohnsitz Fürth, weiblich und rote Hexen-Haare)? Die zukünftigen Schulleiter sind nicht zu beneiden. Kein Wunder, dass wir kaum noch welche finden.

Ich bin sicherlich antiquiert. Aber diese Welt ist nicht mehr meine. Bevor ich zu einer verheirateten Schülermutter „Frau Meier, könnten Sie bitte zu unserem Gespräch Ihre Partner*in mitbringen“ sage, beiße ich mir lieber die Zunge ab.

Da sehnt man sich doch fast nach alten Schulzeiten zurück, als knochentrockene und zutiefst autoritäre Kollegen den Schülern 22 Std. pro Woche im Frontalunterricht mit Overhead Bankbetriebslehre und Rechnungswesen eingetrichtert haben, ohne große Schülerbeteiligung und ohne Widerspruch. Da war aber jedem Schüler ab der ersten Minute klar, dass er so auf keinen Fall werden wolle.

Und man denkt an völlig unfähige Kollegen, bei denen jedem Schüler aber nach drei Stunden klar war, dass er die Prüfung nur bestehen würde, wenn er sich den Lernstoff selbst aneignet und mit seinen Mitschülern zusammenarbeitet.

Das waren noch Sozialisations-Felsen, an denen man sich reiben und eine Identität entwickeln konnte.

Welche Schüler werden unsere Schulen wohl zukünftig hervorbringen, wenn man schon im Vorfeld alles puffert und bambert, was auch nur die marginalste Minderheit als Forderung artikulieren könnte?

Lebensunfähige, egozentrische und weinerliche Selbstdarsteller?

 

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